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Raum für Licht und Kunst

11.05.2021

Vor 110 Jahren ließ die Zürcher Kunstgesellschaft zwischen Großmünster und Universität ihren ersten Museumsbau errichten, das Kunsthaus Zürich. 1958 und 1976 ergänzten sie diesen um zwei weitere Gebäude. David Chipperfield Architects Berlin realisierten nun den dritten Erweiterungsbau für Sammlungen der Klassischen Moderne und Kunst ab 1960. Das Kunsthaus Zürich ist nunmehr das größte Kunstmuseum der Schweiz.

Erweiterungsbau von David Chipperfield und Projektion »Tastende Lichter« von Pipilotti Rist. (Foto: Juliet Haller, Amt für Städtebau)

Der Chipperfield-Bau steht am Heimplatz gegenüber dem ältesten Bestandsgebäude und präsentiert sich als kompakter Kubus mit einer durch Lisenen gegliederten Fassade aus hellem Jurakalkstein. Eine zentrale und öffentlich zugängliche Eingangshalle mit Freitreppe stellt das Herz des Bauwerks und die Verbindung mit dem rückwärtigen, höhergelegenen »Garten der Künste« her.

Zentrale Halle mit Kasse und Information (Foto: Juliet Haller, Amt für Städtebau)

Um die Halle gruppieren sich ein Festsaal, die Räume der Museumspädagogik, Café und Museumsshop. Massive Galerien und -treppen leiten die Museumsbesucher von der Halle in die Ausstellungssäle. Diese befinden sich ausschließlich in den beiden Obergeschossen.

Shop (Foto: Juliet Haller, Amt für Städtebau)

Eine reduzierte Materialität stellt das Raumerlebnis und den Kunstgenuss in den Mittelpunkt: Vorherrschend ist Sichtbeton; Marmorfußboden markiert im Erdgeschoss die frei zugänglichen Bereiche. Die vom Zweck her intimeren Ausstellungsräume haben hingegen Böden aus Eichenparkett. Messing findet sich an Türen, Laibungen und Geländern im ganzen Gebäude.

Bar mit Wandbespannung aus Samt (Foto: Juliet Haller, Amt für Städtebau)

Bedeutung wurde auch dem Gestaltungselement Licht beigemessen. Hierbei machte es aus energetischen Gründen Sinn, möglichst viel Tageslicht zu nutzen. Im Erdgeschoss wird dies über das Oberlicht in der Mitte der Halle und die großformatigen, bodentiefen Öffnungen an den Eingängen erreicht. In den Ausstellungsebenen lassen ebenfalls raumhohe Fensterflächen und im obersten Geschoss zusätzlich Überkopfverglasungen natürliches Licht ins Innere.

Passage zwischen Moserund Chipperfield-Bau (Foto: Juliet Haller, Amt für Städtebau)

Für die insgesamt 2.500 Quadratmeter Glas verbaute man das Saint-Gobain Climatop XN Diamant Protect. Hierbei handelt es sich um ein extra klares Glas, das viel Licht in den Raum lässt und in Verbindung mit dem integrierten, niedrig-emissiven Planitherm einen besonders guten Wärmeschutz aufweist. Für den erhöhten Einbruchschutz wurde das Diamant-Glas als Sicherheitsglas und zum Teil mit erhöhtem Schallschutz eingebaut.

Sammlungsraum (Foto: Juliet Haller, Amt für Städtebau)

Dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet, wird der Energiebedarf des Chipperfield-Baus zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt. So kommt etwa zum Heizen und Kühlen Erdwärme in Verbindung mit Baukernaktivierung zum Einsatz. Zudem verwendete man als Konstruktionsmaterial 90 Prozent Recyclingbeton.

Weitere Informationen:
Bauherr: Einfache Gesellschaft Kunsthaus Erweiterung – EGKE
Eröffnung: 2021
Architekt: David Chipperfield Architects, Berlin, davidchipperfield.com
Glaslieferant: Saint-Gobain Glassolutions Objektcenter, Radeburg, www.saint-gobain.de


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