News
29. November 2021

UV-C im USZ

Lesezeit: ca. 2 Minuten
Kommt am USZ zu seinem schweizweit ersten Einsatz: Desinfektionsroboter Hero21. (Foto: USZ)

Der Desinfektionsroboter »Hero21« kurvt zügig durch den Spitalgang. Sieht er sich mit einem Hindernis konfrontiert – zum Beispiel Mitarbeitende, die im Flur stehen – stoppt er und findet nach einigen Augenblicken eine Ausweichroute. Der Roboter ist 1,5 m hoch, 55 cm breit und 70 cm tief.

Er besteht aus einem rollenden Unterteil, an dem diverse Sensoren angebracht sind. Dank ihnen kann sich das Gerät eigenständig im Raum orientieren und die Ziele anpeilen, die ihm das Reinigungspersonal vorgibt. Er kann auch Fahrstuhl fahren, sofern der Lift mit der dafür notwendigen Technologie ausgerüstet ist. Am Zielort angelangt, erledigt Hero21 seinen Auftrag: Patientenzimmer desinfizieren.

UV-Desinfektion: immer eine Ergänzung

Hero21 erledigt den Job mit acht UV-C-Strahlern, die auf seinem Unterteil befestigt sind. Aline Wolfensberger, Oberärztin der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am USZ, sagt: »Der Reinigungsroboter ist ein einfach einzusetzender Helfer, um Erreger wirksam und effizient zu beseitigen«.

Grundsätzlich gilt: Je länger die Strahlungsdauer ist und je näher die Strahlenquelle beim Reinigungsobjekt liegt, desto besser die Desinfektion. Eine manuelle Reinigung durch Reinigungskräfte geht dem Einsatz des Roboters immer voraus. Es gibt auch Stellen, wo das Licht des Roboters nicht hinkommt – zum Beispiel in geschlossene Schränke oder unter ein Bett.

Innovation zur Stärkung der Patientensicherheit

Zum Einsatz kommt der Roboter zum Beispiel für die Zweitreinigung von Patientenzimmern, in denen Patientinnen und Patienten mit krankenhaushygienisch relevanten Erregern untergebracht waren. Nach deren Entlassung sei die gründliche Desinfektion dieser Zimmer besonders wichtig. Bisher machten Reinigungskräfte in diesen Räumen zwei Durchgänge. Nun wird die zweite Reinigung durch UV-Desinfektion erledigt.

Die Desinfektion eines Zimmers dauert rund 15 Minuten. Bevor der Roboter für die Reinigung eingesetzt werden kann, muss er die Zimmer einmalig vermessen. Dabei wird auch programmiert, an welchen Stellen im Raum er wie lange strahlen soll. In den Nasszellen zum Beispiel ist eine längere Strahlungsdauer vorgesehen. Reinigungskräfte geben dem Roboter vor Ort via Tablet die Aufträge. Während das Gerät autonom desinfiziert, können sie andere Reinigungstätigkeiten ausführen.

Während der Roboter ein Zimmer desinfiziert, dürfen sich keine Menschen im Raum aufhalten. Der Grund: Die UV-Stahlen sind um ein Vielfaches stärker als Sonnenstrahlen und somit potenziell krebserregend – sie würden zu Sonnenbrand und Bindehautentzündungen führen. Um zuverlässig zu verhindern, dass Menschen zu Schaden kommen, werden an der Zimmertüre Sensoren platziert. Zudem unterbricht der Roboter dank eines Bewegungssensors seine Tätigkeit sofort, sollte jemand in das Patientenzimmer eintreten.

www.hero21.ch