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18. Oktober 2021

Neue Sichtweisen auf Zeit und Raum

Lesezeit: ca. 2 Minuten
Ufos? Man könnte fast auf die Idee kommen... Susanne Rottenbacher lässt farbig leuchtende Lichtkreise durch den Glaskubus des Kronacher Kunstvereins schweben. (Foto: Sabine Raithel)

Lichtkunst von Susanne Rottenbacher

Ihre Lichtinstallationen sind weit mehr als »hell und dunkel«. Susanne Rottenbacher ist eine wahre Lichtpoetin – jedoch ohne Hang zum Kitsch. Ihre Arbeiten wirken wie von Hand gemalte Lichtbilder. Und mit ihnen erzählt sie ihre faszinierenden Geschichten. Sie wirft Schwünge, Linien und Formen in den Raum – und lässt sie auch wieder verschwinden.

Ihre Objekte scheinen förmlich zu schweben: federleichte und doch ausdrucksstarke Lichtsymphonien, die sich kontinuierlich – je nach Lichteinfluss sowie mit und ohne Elektrizität – verändern und zwischen zurückhaltend elegant am Tag und dynamisch energetisierend und farbexplosiv in der Nacht oszillieren. So schafft die Künstlerin mit Licht neue Dimensionen. Die Botschaft lautet: Veränderung.

Tagsüber elegant zurückhaltend - bei Dunkelheit farbexplosiv und dynamisch: So präsentieren sich die Lichtobjekte von Susanne Rottenbacher im Kronacher Kunstverein. (Foto: Sabine Raithel)

Susanne Rottenbacher, 1969 in Göttingen geboren, studierte in New York an der Columbia University Bühnenraum und absolvierte danach ein Studium in Licht an der Bartlett School of Architecture and Planning in London. Sie arbeitete als Bühnenbildnerin an der Deutschen Oper Berlin und als Lichtbildnerin für LichtKunstLicht. In diesem Kontext konzipierte sie unter anderem das Licht-Design des Bundeskanzleramtes und der Regierungsneubauten.

Seit 2004 ist sie als freie Lichtkünstlerin in Berlin tätig. Sie schuf u. a. für die Swarovski Kristallwelten in Innsbruck einen faszinierenden vertikalen »Seerosenteich« aus Licht und Glas. Im Kronacher Kunstverein zeigt sie u. a. ihr märchenhaft filigranes Lichtobjekt »Lux Serpentinata«. Die Außeninstallation wird in den nächsten Wochen die Terrasse am Kreiskulturraum illuminieren.

Installationskunst von Markus Butkereit

Wie macht man einen Raum sichtbar? In welcher Zeitlichkeit nehmen wir unsere Umgebung und die in ihr stattfindenden Bewegungen wahr? Wie kann man den menschlichen Körper in Relation zu den Teilchen setzen, aus denen er besteht? Das sind die Fragen, die den Berliner Installationskünstler Markus Butkereit umtreiben. Der 1976 in Berlin geborene Künstler zeigt in der Galerie des Kronacher Kunstvereins seine exklusiv für Kronach konzipierte, raumgreifende Installation »Suspension – Saltation – Reptation«.

Im Kronacher Kunstverein zeigt der Berliner Künstler Markus Butkereit seine exklusiv für Kronach konzipierte, raumgreifende Installation "Suspension – Saltation – Reptation". Foto: (Sabine Raithel)

Butkereit geht es darum, einen Raum zu schaffen, in dem es dem Betrachter möglich ist, sich in seiner Vorstellung mit seiner eigenen atomaren Struktur auseinanderzusetzen. Die Komplexität physikalischer Vorgänge inszeniert er mit Techniken aus dem Bereich der Spezialeffekte wie man sie aus dem Kino kennt. Den Betrachter lädt der Künstler dabei ein, seine Sehgewohnheiten zu überprüfen und zu hinterfragen.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Susanne Rottenbacher und Markus Butkereit hat der Kronacher Kunstverein unter den Titel »We never sleep« gestellt. Zu sehen sind die Arbeiten bis 24.10.2021 in der Galerie in der Kronacher Siechenangerstraße 13.

www.kunstverein-kronach.de