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24. September 2021

Staubsaugereffekt unter Wasser

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Gewässer sind besonders von Lichtverschmutzung betroffen. (Foto: Markus Venohr)

Das Team von Dr. Franz Hölker konnte in zahlreichen Studien den Einfluss von künstlichem Licht auf fliegende und am Boden lebende Insekten nachweisen. Nun haben die Forschenden den Effekt auf Insekten und Insektenlarven im Wasser untersucht. Binnengewässer sind besonders von Lichtverschmutzung betroffen, da die Ufer von Flüssen und Seen oft dicht bebaut und nachts hell erleuchtet sind.

Um den Effekt zu untersuchen, mussten die Forschenden aber dorthin gehen, wo es nachts noch richtig dunkel ist. Im Sternenpark Westhavelland bauten sie in Wassergräben Unterwasserfallen für Insekten auf und installierten Beleuchtungen verschiedener Wellenlängen. »In den beleuchteten Gewässerabschnitten fanden wir signifikant mehr Insekten in den Fallen als in den unbeleuchteten. Das zeigt uns, dass der Staubsaugereffekt von künstlichem Licht selbst unter Wasser gilt. Das heißt, betroffene Insekten werden bei der Nahrungs- und Partnersuche beeinträchtigt und können leichter Beute räuberischer Arten werden«, erläutert Franz Hölker das Ergebnis der Freilandstudie. »Allerdings scheinen die meisten Arten der Wasserinsekten eher von langwelligem Licht, als von kurzwelligem angezogen zu werden.«

Land- und Wasserinsekten: Nicht auf der gleichen Wellenlänge

Der Wasserkörper wirkt wie ein optischer Filter, der das Lichtspektrum und die Intensität verändert. Wenn sich beispielsweise organisches Material im Wasser befindet und es dadurch trüber wird, wird mit zunehmender Entfernung von der Lichtquelle vor allem das kurzwellige, blaue Licht abgeschwächt. Dies ist die Wellenlänge, auf die viele Fluginsekten besonders empfindlich reagieren. Die Lichtverhältnisse im Wasser sind also nicht die gleichen wie an Land.

»Für den Schutz von Fluginsekten empfehlen wir, den Blauanteil des Lichts zu reduzieren, dies hilft nach unserer Studie aber nicht den Wasserinsekten. Daher wäre es für die Beleuchtung an Gewässern sicher sinnvoll, sich auf andere Maßnahmen zu konzentrieren – beispielsweise die direkte Beleuchtung von Wasseroberflächen generell zu vermeiden sowie die Beleuchtungsintensität gewässernaher Bereiche zu reduzieren, ebenso die Dauer der Beleuchtung«, fasst Franz Hölker zusammen.

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