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08. September 2021

Architektur und Lichtdesign zum Wohlfühlen

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Die Fensterfront mit Aufenthaltsbereich lädt mit Blick über die Limburger Altstadt zum Verweilen ein. Am Tag ergänzt künstliches Licht am Fenster das Tageslicht. (Foto: Ute Laux Fotografie)

Die Limburger Altstadt ist geprägt von engen Gassen und hübschen Fachwerkhäusern. Das DOM HOTEL LIMBURG, ein denkmalgeschützter Bau von Jacob Fachinger aus dem Jahr 1907, befindet sich inmitten dieser schönen historischen Altstadt. Im Zuge einer Aufstockung wurden acht neue Hotelzimmer hinzugefügt. Die Aufstockung vom Architekturbüro André und Erich Kramm in Limburg ermöglichte den größtmöglichen Erhalt der Bausubstanz und ist als bewusster Kontrast mit einer bronzefarbenen, rautenförmigen Verkleidung gewählt.

Der Baukörper war damals schon als bewusste Gegenposition zur typisch mittelalterlichen Stadt baulich formuliert worden und setzt sich von den Fachwerkhäusern deutlich ab. Die Verkleidung der Aufstockung wurde als Umhüllung auch in der Untersicht um die Kanten gebogen und bildet den Abschluss des Straßenraums der engen Limburger Fleischgasse. Am Tag zeigen das ausgewählte Fassadenmaterial und die Fassadenstruktur je nach Lichteinwirkung verschiedene Farbnuancen und spielen wunderschön mit Sonnenlicht und Schatten.

Der Schrank mit dem beleuchteten Bild des Limburger Doms von Designerin Liv Matthiesen heißt die Gäste willkommen. Breitstahlende Downlights beleuchten Flur, Ankleide und Spiegel. (Foto: Ute Laux Fotografie)

Die Lichtplanerin Sarah Textor integriert in ihr Lichtkonzept diesen besonderen Ausblick auf Dom und Limburger Altstadt und unterstreicht die architektonische Aufteilung in den Hotelzimmern. Das Licht wurde mit einem hohen CRI-Wert gewählt und gibt dadurch die Materialien der speziell angefertigten Möbelelemente naturgetreu wieder. Das Funktionslicht der Zimmer aber rückt in den Hintergrund. Das in verschiedene Zonen eingeteilte Licht und unterschiedliche Lichtarten sorgen für einen natürlichen Eindruck und eine gute Ausleuchtung des Raumes.

Das dekorative Licht betont die Aufenthaltsbereiche und ist klassisch gewählt. Es setzt Lichtakzente und schafft eine gemütliche Atmosphäre. Downlights als direkte Lichtquelle sorgen für Brillanz und die indirekte Ausleuchtung des Raumes für die allgemeine Helligkeit. Die Lichtfarbe wurde mit warmweißen 2700 K gewählt und erzeugt ein wohnlich-behagliches Ambiente.

Einladendes Entree

Zunächst führt ein Lichtpfad gebildet aus Downlights mit zurückversetzter Lichtquelle den Gast durch den Flur und unterstützt die Orientierung zu den Hotelzimmern. Die Zimmer sind in drei Bereiche eingeteilt. Diese umfassen jeweils einen Flur und Ankleidebereich, einen Schlafbereich und eine kombinierte Arbeits- und Relaxzone. Das Bett steht in der Raummitte und dient zugleich als Schrank- und Trennwand des Zimmers. Unterstützt wird dieses Konzept durch eine von Lichtplanerin Sarah Textor ausgewählte Lichtkomposition. Breitstahlende Downlights mit zurückversetzter Lichtquelle beleuchten den Flur und die Ankleide sowie den Spiegel. Der offene Schrank mit dem beleuchteten Bild des Limburger Doms von Designerin Liv Matthiesen heißt die Hotelgäste willkommen und lädt sie ein, sich niederzulassen.

Beim Betreten des Schlafbereichs begrüßen der wundervolle Domblick und ein schönes großes Bett den Gast. Die nicht sichtbare, indirekte Ausleuchtung des Zimmers erlaubt es, den Ausblick ungestört zu genießen. Die Grundausleuchtung des Raumes wird natürlich ohne sichtbare Lichtquelle durch eine indirekte Lichtlinie auf dem Schrank erzeugt. Die Lichtlinie ist mit symmetrischen und asymmetrischen Linsen bestückt, um auch die Tiefe des Raumes auszuleuchten.

Schwenkbare Wandleuchten am Bett liefern das notwendige Leselicht. Die Wandleuchten wurden aus einem Redesign der Bauhaus Schreibtischleuchte 967 entwickelt. Die Familie umfasst noch eine Pendelleuchtenversion. (Foto: Ute Laux Fotografie)

Arbeiten und entspannen

Die Fensterfront mit ihrem angefertigten Aufenthaltsbereich lädt mit Blick über die Limburger Altstadt und zum Dom hin zum Lesen, Arbeiten und Relaxen ein. Am Tag ergänzt das künstliche Licht am Fenster das natürliche Tageslicht. Abends wird das Tageslicht durch das Kunstlicht weitergeführt. Die Badezimmer sind gleichmäßig ausgeleuchtet, Downlights für die Spiegel- und Raumbeleuchtung lassen das Bad hell und freundlich wirken. Indirektes Licht beim Duschbereich sorgt für eine Wohlfühlatmosphäre. Jeder Bereich hat sein eigenes Licht, alle Leuchten sind über DALI und für den Gast vorab eingestellt, sodass er nur die Bereiche für die gewünschte Atmosphäre schalten muss.

Leuchten- und Markenentwicklung

Die dekorativen Leuchten wurden speziell für das DOM HOTEL LIMBURG entwickelt. Die Besonderheit der Serie ist die neu aufgelegte Bauhaus Tischleuchte 967 von Marianne Brandt und Hin Bredendieck als Redesign von Sarah Textor und André Kramm mit der Firma Kandem. Diese wurde für die neue Marke Kandem retro in Zusammenarbeit mit ­Inhaberin Anna Wallner und Geschäftsführer Benedikt Faustmann entwickelt.

Die dekorativen Leuchten wurden speziell für das DOM HOTEL LIMBURG entwickelt. Die Besonderheit der Serie ist die neu aufgelegte Bauhaus Tischleuchte 967 von Marianne Brandt und Hin Bredendieck als Redesign. (Foto: Ute Laux Fotografie)

Die Farbgebung der Leuchten orientiert sich an dem Farbkonzept der Hotelzimmer. Der Leuchtenschirm ist in Messing matt lackiert und sorgt für angenehmes Wohlfülllicht. Als besonderes Highlight bietet die Leuchte dem Gast nun die Möglichkeit, das Smartphone direkt am Leuchtenfuß und ohne zusätzliches Kabel aufzuladen. Für das Projekt Dom Hotel wurde eine ganze Leuchtenserie entwickelt und redesigned.

Beim Entwicklungsprozess des Redesigns der Bauhaus Schreibtischleuchte 967 wurden die gewonnenen Erkenntnisse zusätzlich auf weitere Leuchten umgesetzt, die mit der neu entwickelten Schreibtischleuchte in ihren Proportionen korrespondieren und eine Leuchtenfamilie bilden. Zusätzlich entstand die neue Marke Kandem retro, die vom Auftritt bis zum Logo während des Projekts parallel entwickelt wurde.

Weitere Informationen:

Bauherr: DOM HOTEL LIMBURG
Architektur: André und Erich Kramm GmbH, Limburg a.d. Lahn
Lichtplanung: Sarah Textor Lichtdesign., www.sarahtextor.de
Elektroinstallation: Elektrotechnik Otto & Zirner, Limburg a.d. Lahn, www.eloz.de
Leuchtenhersteller: DigitaLicht, www.digitalicht.de; KANDEM retro, www.kandem-retro.de; rutec, www.rutec.de; Wevre & Ducre, www.weverducre.com