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20. April 2021

Insights zu Frankfurter Lichtkunst

Lesezeit: ca. 2 Minuten
Leo Villareal, Volume (Omniturm), 2019, 35.136 LEDs, Individualsoftware und elektrische Hardware, 488 Stäbe aus verspiegeltem Edelstahl, Omniturm Foyer, Große Gallusstraße 16-18 / Innenstadt (Foto: Foto: Klaus Helbig)

Frankfurt ist eine Stadt des Lichts, und das nicht nur wegen der nächtlichen Skyline, der Messe Light+Building oder der Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung Luminale. Dass der Stadtraum wahre Licht(kunst)schätze bietet – darunter Arbeiten von prominenten Künstlern wie Tobias Rehberger, Ólafur Eliasson oder Leo Villareal – ist dagegen weniger bekannt.

Wiederbelebung des urbanen Raums

Diese Lücke zu schließen und in Pandemie-Zeiten gleichzeitig ein nachhaltiges Angebot für die kulturelle Wiederbelebung des verwaisten urbanen Raumes zu schaffen, war für Viola Hildebrand-Schat und Heike Sütter Anlass, die Website www.lichtkunst-in-frankfurt.de aufzusetzen. Gekoppelt wurde das Projekt mit einem Seminar an der Goethe-Uni, das die beiden Initiatorinnen für Studierende im Masterstudiengang Kunstgeschichte der Goethe-Uni anboten.

Thomas Emde, Lichtinstallation 1999, Commerzbank-Tower, Kaiserplatz / Innenstadt (Foto: Thomas Emde)

Gemeinsam mit den Studierenden wurden knapp 30 öffentlich zugängliche oder von außen gut einsehbare Lichtkunstarbeiten aus rund 25 Jahren umfänglich beschrieben, kontextualisiert und auf einer Karte verortet. So kann die Lichtkunst in Frankfurt individuell oder auf vorgeschlagenen Routen – sogenannten Nightwalks – erkundet werden. Eine Soundarbeit der Frankfurter Künstlerin Nouria Behloul, die eigens für das Projekt entwickelt wurde, ergänzt und erweitert die Erkundung der Lichtkunst akustisch.

Lichtkunst nicht nur als Marketing betrachten

Im akademischen Umfeld gehört Lichtkunst zu den immer noch eher stiefmütterlich behandelten Themen; oft wird Lichtkunst lediglich unter dem Vorzeichen von (Stadt)Marketing und Eventkultur betrachtet. Für Hildebrand-Schat und Sütter war es wichtig, die Bezüge zu Kunst-, Kultur- und Technikgeschichte herauszuarbeiten, das künstlerische Konzept und die Frage nach der Abgrenzungsmöglichkeit zwischen Lichtkunst und Lichtgestaltung zu thematisieren.

Via Lewandowsky, Grazien, 2020, Kunst am Bau-Projekt "Vonovia open art sculpture experience", Knorr-Quartier, Knorrstraße / Gallus (Foto: Via Lewandowsky, Berlin)

Auch pragmatische Aspekte zu Pflege und Wartung oder der Veränderung des architektonischen und städtebaulichen Umfeldes werden angesprochen, wie etwa bei der Beleuchtung des Kaiserdomes St. Bartholomäus von Thomas Emde. Durch den Bau der neuen Altstadt ist das ursprüngliche Beleuchtungskonzept nur noch rudimentär vorhanden. Wo kaum Informationen zum Werk vorhanden waren, mussten diese in Gesprächen mit Künstlern, Besitzern und Technikern in Erfahrung gebracht werden.

Interaktive Rallye geplant

Auch nach dem Semester ist die Motivation auf beiden Seiten ungebrochen: Zurzeit erarbeitet eine Gruppe Studierender per Smartphone-App Routen für eine interaktive Rallye, die ebenfalls über die Website zugänglich gemacht werden.

www.lichtkunst-in-frankfurt.de