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20. Januar 2021

Bonn beleuchtet Beethoven

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Die Bonner Innenstadt weist Baulücken auf, die den Wandel und die Veränderungen in der Stadt sichtbar machen. "Der Geist" ist eine Installation aus einem großen Ballon, der diese Lücken füllt. Die Installation schafft einen plastischen Reiz von Kugelform, Kraft und Fläche. Dem Objekt wohnt auch ein gewisser Bedeutungshumor inne: Beethovens Geist versucht sich aus der kleinstädtischen Enge zu befreien um davonzufliegen und sich in der Welt zu verbreiten. (Foto: Karsten Bartel)

Kaum eine Branche wurde von der Corona-Pandemie so weitreichend getroffen wie die Kunstbranche. Musiker, Maler oder Konzeptkünstler – sie alle unterliegen den Beschränkungen zur Corona-Bekämpfung. Dies betrifft auch das Beethoven-Jubiläumsjahr. Der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens, der eigentlich auf das Jahr 2020 fiel, geht nun in die Verlängerung.

"Das Zimmer" ist ein lineares, leuchtendes Objekt. Es bildet mit Neon/LED-Elementen im Maßstab 1:1 die Dachkammer nach, in der Beethoven geboren wurde. (Foto: Karsten Bartel)

Um auch künstlerisch an das musikalische Werk Beethovens anzuknüpfen und eine Verbindung zu seiner Geburtsstadt Bonn herzustellen, wurde im Jahr 2018 zu einem bundesweiten Lichtkunst-Wettbewerb aufgerufen. Gewonnen haben diesen die Berliner Künstler Nils-R. Schultze und Felix Müller mit ihrem Projekt-Konzept »Zum Licht«.

Das Beethovendenkmal auf dem Münsterplatz wird von sieben Lichtringen aus Neonröhren umkreist und beleuchtet. (Foto: Karsten Bartel)

Im Dezember 2019 wurden zehn Lichtinstallationen in der Stadt Bonn aufgebaut, die sich wie ein Galerie-Parcours in der Innenstadt verteilten und nie weiter als vier Minuten zu Fuß voneinander entfernt standen. So konnte das Publikum die Stadt durch einen Spaziergang, wie ihn auch der junge Beethoven vor ca. 230 Jahren gemacht haben könnte, erleben.

Das Publikum macht Musik und das Licht: Bei dieser Installation wurden auf den Vorplatz des Stadthauses farbige Lichtflächen projiziert. Wenn die Besucher diese Flächen betreten, entsteht ein Ton. Durch das von Punkt zu Punkt laufen, springen etc. entsteht Musik und die jeweilige Farbauswahl des betretenen Punktes erzeugt einen Widerpart in gleicher Farbe auf der Fassade des Stadthauses. (Foto: Nils-R. Schultze)

Schultzes und Müllers Illuminationen folgten der Grundidee des Lichtprojektes, ein breites Spektrum unterschiedlich anmutender Installationen zu einem Gesamtbild im Stadtraum von Bonn zu vereinen – von Installationen mit Fernwirkung über Lichtkunst, die sich auf konkrete Stadträume bezieht, bis hin zu experimentellen Objekten.

Für ihre Kunst, die die Stadträume neu erlebbar werden ließ und in den Köpfen der Besucher in Erinnerung blieb, wurden die Lichtkünstler nun ausgezeichnet. Sie sind sowohl der Gold Winner des New Yorker Muse Design Awards als auch Gewinner des German Design Awards, mit einer »Special Mention« für Light Installations for the Beethoven-Year 2020 in der Kategorie »Excellent Architecture – Lighting Design«.

www.felixmueller.info | nachleuchten.com