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30. November 2020

Konkrete Kunst, die »bewegt«

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Die Konkrete Kunst hat die stilistischen Veränderungen des 20. Jahrhunderts überdauert und hinterlässt Spuren in unserm Alltag. Die Künstlerin Gabriele Fuchs durchdenkt die Rolle dieser Konkreten Kunst neu. In ihrer Kunst bringt sie gesellschaftliche, soziale, religiöse oder aktuelle Themen in geometrische Formen, Linien und Flächen. Die Farben sind kräftig und präsent. In dieser Kunst wird Unordnung in Ordnung gebracht, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Es geht um Wahrnehmung und Emotionen. Um der Ästhetik einer Komposition gerecht zu werden, bedient sich die Künstlerin der mathematischen Regeln oder des Goldenen Schnitts.

Ein durchdachter Gedanke reduziert das Motiv auf das Wesentliche. Es erfolgt eine schrittweise Abstraktion bis zur sichtbaren geometrischen Fläche. Anders als in der Konkreten Kunst, wie sie von Theo von Doesburg postuliert wird, wo das Bild selbstbezogen ist, somit keine andere Bedeutung als sich selbst hat, geht Gabriele Fuchs hier einen Schritt weiter. Ihre Werke sollen Gefühle und Emotionen evozieren. Interpretationen ihrer Arbeiten sind hier sogar gewollt.

Der Titel ihrer Ausstellung in der Villa Mohr ist »bewegt«. Ihre Bilder dürfen den Betrachter bewegen, sollen aber auch etwas in der Welt bewegen. Deshalb geht der Nettoerlös der Bilder an ein Projekt in ihrer Heimatstadt Curitiba. Gabriele Fuchs ist in Brasilien als Tochter deutscher Einwanderer geboren. Schon früh ist sie über ihren Vater kreativ geprägt worden. Ihr erstes Bild rahmte er, als sie zwölf war. Heute lebt sie in ihrer Wahlheimat Schwabach in Deutschland. Sie malt in einem offenen Atelier in der Bachgasse. Dort laden die großen Schaufenster dazu ein, sich mit ihr oder über ihre Kunst auszutauschen, und die Fortentwicklung ihrer Arbeit zu beobachten. Jetzt wird ihre Kunst im Rahmen einer Ausstellung auch in der Mohr-Villa in München zu sehen sein.

Laudatio von Helmut Angerer

Die Ausstellung wird am 3. Dezember 2020 um 19:00 Uhr im Gewölbesaal eröffnet. Für die Laudatio konnte Helmut Angerer, Gesellschafter der Kreativen Lichtschmiede Conceptlicht, gewonnen werden. Durch Licht und Klarheit bringt er Kunst zur richtigen Geltung. Einige seiner Gedanken zur Kunst von Gabriele Fuchs hat er in einleitenden Worten zur Ausstellung bereits zusammengefasst:

»Gedankensplitter: Ein Bild hat es mir besonders angetan: Eisplatte. Darin sehe ich statt Landschaften eine Wasserschaft. Schaftwörter haben schon einen besonderen Stellenwert: Errungenschaft, Freundschaft, Wissenschaft, Kameradschaft, Meisterschaft, Erbschaft, Arbeiterschaft, Gesellschaft, Botschaft, Liebschaft, Lichtschaft, … Alles ist in Bewegung, auch wenn wir es selbst nicht wahrnehmen, im ganz Großen und im ganz Kleinen …«

Vernissage live erleben

Aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen wird die Eröffnung am 3. Dezember mit einer begrenzten Besucherzahl und mit vorheriger Anmeldung stattfinden. Die Vernissage wird jedoch um 19:00 Uhr live auf Youtube übertragen.

Am 15, Dezember und am 12. Januar um jeweils 15:00 Uhr und bei der Finissage am 31. Januar um 17:00 Uhr führt Fuchs selbst durch die Ausstellung. Anmeldungen unter +49 176 2724 7724 per Whatsapp oder Telegram oder über die Website der Künstlerin.

www.mohr-villa.de