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11. November 2020

​Straßenlaternen verursachen kaum Lichtverschmutzung

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Das Ergebnis: Nur etwa 20 % des Lichts in den Satellitenbildern von Tucson stammt aus Straßenlaternen. In einem Experiment ließ das Team die Helligkeit von Straßenlaternen in der Stadt Tucson, Arizona, USA, verändern und beobachtete, wie dies die Wahrnehmung der Helligkeit der Stadt aus dem Weltraum beeinflusste.

Intelligente Straßenbeleuchtung in Tucson: Blick in eine Straße zum Vergleich zwischen einer Beleuchtungsstärke von 30 und 90 Prozent. (Foto: John Barentine)

Christopher Kyba vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ, der das Team leitete, erklärt: »Wenn Sensoren und Steuerungssysteme in einer ganzen Stadt installiert werden, ist es möglich, Prozesse der Stadt zu verändern und die Auswirkungen auf die Umwelt zu messen, sogar vom Weltraum aus.«An zehn Tagen im März und April 2019 änderten Stadtbedienstete in Tucson die Helligkeitseinstellungen für etwa 14.000 der 19.500 Straßenlaternen der Stadt.

Normalerweise werden die meisten Straßenlaternen in Tucson abends mit 90 % ihrer maximal möglichen Beleuchtungsstärke eingeschaltet und um Mitternacht auf 60 % gedimmt. Während des Experiments dämpfte die Stadt die Beleuchtung in einigen Nächten bis auf 30 %, in anderen regelte sie das Licht auf 100 % hoch. Ein Satellit nahm wolkenfreie Bilder von Tucson auf: in vier Nächten während des Tests und in zwei weiteren Nächten danach, mit regulärem Beleuchtungsschema.

Ein Vergleich der Stadthelligkeit in den sechs Nächten zeigte, dass in einer normalen Nacht nur etwa 20 % des Lichts in den Satellitenbildern von Tucson aus Straßenlaternen stammt.

Nachtaufnahmen des Suomi NPP Satelliten. Sie zeigen Tucson, USA, in den Nächten des 31.03.19 (Straßenlaternen auf 30% Leistung gedimmt) und am 7.04.19 (100 % Leistung). (Quelle: GFZ)

In einem zweiten Experiment, das zur gleichen Zeit durchgeführt wurde, hat das Team die Helligkeit des Himmels über Tucson von der Stadt aus vermessen und ebenfalls untersucht, welchen Einfluss die Variation der Beleuchtungsstärke von Straßenlaternen hat. So konnten sie zeigen, dass auch der Großteil der Helligkeit des Himmels über Tucson aus anderen Quellen stammen muss, beispielsweise aus hellen Fenstern, von beleuchteten Schilder und Fassaden oder Sportplätzen.

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass lokale und nationale Regierungen deshalb über mehr als nur die Straßenbeleuchtung nachdenken müssen, wenn sie versuchen, die Lichtverschmutzung zu reduzieren.

www.gfz-potsdam.de