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21. September 2020

Lichtdesign-Preis 2020 online verliehen

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Die Gewinner wurden im Rahmen einer Online-Gala am 17. September geehrt. Den feierlichen Höhepunkt bot am Ende des digitalen Events die Würdigung des Lichtdesigner des Jahres. Mit dieser begehrten Auszeichnung darf sich das Berliner Büro Kardorff Ingenieure schmücken, bis am 24. Juni 2021 der Lichtdesigner des Jahres 2021 gekürt wird. Die Veranstalter des Deutschen Lichtdesign-Preis, die beteiligten Partner aus der Industrie und die geladenen Gäste aus Lichtplanung und Architektur hoffen, dass die Gala im kommenden Jahr wieder in gewohnter Art und Weise stattfinden kann. Veranstaltungsort wird das Kongresszentrum Hannover sein.

Lichtkonzept mit Vorbildcharakter

Mit zwei Auszeichnungen und zwei Nominierungen haben es die Berliner Kardorff Ingenieure in diesem Jahr an die Spitze geschafft und dürfen sich mit dem Titel Lichtdesigner des Jahres 2020 schmücken. Ein neues energiesparendes Lichtkonzept für die Pizzeria-Kette L’Osteria mit Hauptsitz in München ist ein Projekt mit Vorbildcharakter. Es beinhaltet die Beschaffung und Qualitätssicherung der Produkte und die Lagerhaltung von LED-Ersatzleuchtmitteln bis hin zu einem kleinen Handbuch, das allen Franchisenehmern für den Betrieb der Anlage zur Verfügung gestellt wird. Mittels dieser »Bedienungsanleitung« soll die hohe Lichtqualität der Restaurant-Beleuchtung auf Dauer erhalten werden.

»Das Projekt zeichnet sich nicht nur durch die hervorragende und detailreiche Beleuchtung der Gastronomie aus, sondern gibt den Betreibern bestehender Restaurants dazu auch eine Blaupause für eine funktionierende und in der Lichtwirkung überzeugende Umstellung auf LED«, so das Jury-Urteil. Eine weitere Auszeichnung gab es für den Cinedom in Köln. Nominiert waren außerdem der VIP-Bereich der Volkswagen Arena in Dortmund und die Signa-Niederlassung im Upper West in Berlin, dem neuen Westlight-Hochhaus in der Budapester Straße.

Auszeichnungen für kleine und Nachwuchsbüros

Neben dem Who is Who der Lichtplanung, die sich während des zehnjährigen Bestehens des Deutschen Lichtdesign-Preis regelmäßig um die begehrte Auszeichnung bewerben, gab es in diesem Jahr viele Beteiligungen kleinerer Büros. Dazu gehören lightspere aus Zürich und das Architekturbüro Planwerk aus Essen, die prompt Gewinne für sich entscheiden konnten. In der Kategorie »Außenbeleuchtung / Inszenierung Wahrzeichen« siegte Planwerk mit seinem Projekt Stadtwerketurm Duisburg, während die in der Schweiz ansässigen Planer die Jury mit ihrer Beleuchtung des Büro- und Verwaltungsgebäudes Zurich Innovation Center Givaudan überzeugten.

Projekt Stadtwerketurm Duisburg (Foto: Daniel Tomczak, Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV))

Sabine de Schutter und ihr Team hatten mit einer Nominierung und einem Kategorie-Gewinn gleich mehrfach Grund zur Freude. Als Highlight wurde der in Berlin ansässigen gebürtigen Belgierin zusätzlich der Nachwuchspreis verliehen. Im Rennen dafür lagen fünf Büros mit je einem beispielhaft nominierten Projekt. Der ideelle Preis geht jedes Jahr an ein Büro, das zum Zeitpunkt der Wettbewerbseinreichung nicht länger als drei Jahre am Markt ist.

{{image file=«01_StudioDeSchutter_MELO_StudioDeSchutterÔÇôAndreasMeichsner.jpg« caption=«Lichtinstallation für ein denkmalgeschütztes Gebäude, Sabine de Schutter (Foto: Andreas Meichsner«}}

Tageslicht-Preis für Lichtvision

Der Sonderpreis Tageslicht wurde der Lichtvision Design GmbH für die integrale Tages- und Kunstlichtplanung in dem Shopping-Center »Hallen am Borsigturm« in Berlin Tegel verliehen. Durch innenarchitektonische Interventionen und eine Erneuerung der Beleuchtung wurde das Erscheinungsbild des 1898 ursprünglich als Produktionsstätte errichteten Gebäudes aufgewertet. Transparente, an dem Glasdach aufgeklebte Farbfolien erzeugen bei Sonne farbige Felder, die im Tagesverlauf über Boden und Wände wandern und für die Besucher beeindruckende Blickfänge bilden. »Erst durch diese sorgsam gesetzte Farbe erhält der architektonische Raum die Aufenthaltsqualität und Spannung, die das Einkaufszentrum für die Besucher braucht,« so das Jury-Urteil.

(Foto: Lichtvision Design

Die in den vergangen Jahren starken Kategorien Verkehrsbauten und Bildung fielen in diesem Jahr weg; dafür sind neue hinzugekommen. Das spiegelt die Dynamik der Branche und der Aufgaben der Lichtdesigner wider. Mit hoch qualifizierten und äußerst vielfältigen Projekten nimmt das Segment Außenbeleuchtung / Inszenierung immer mehr Raum ein. Innerhalb einer neu etablierten Kategorie wird daher neben der lichttechnischen Inszenierung von Architektur im Außenraum nun auch die Beleuchtung von Wahrzeichen im urbanen oder landschaftlichen Kontext prämiert.

Auch in der Kategorie Internationales Projekt gab es eine besonders hohe Beteiligung mit dermaßen diversifizierten Projekten, dass die Jury die zusätzliche Kategorie »Projekte mit künstlerischem Hintergrund« ins Leben gerufen hat. Auf nationaler Ebene wurde dieses Segment ebenfalls in den Auswahl-Katalog aufgenommen.

Projekte für den Deutschen Lichtdesign-Preis 2021 können bis zum 30. Oktober eingereicht werden.

www.lichtdesign-preis.de