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14. April 2020

Licht desinfiziert Smartphones

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Prototyp des Handydesinfektionssystems (Foto: Thomas Westerhoff/Fraunhofer IOSB-AST)

Unzählige Male nehmen wir mobile Begleiter wie Smartphones oder Tablets täglich in die Hand. Meist spielen hygienische Aspekte dabei allerdings eine eher untergeordnete Rolle. Im klinischen Bereich sieht das anders aus: Hier werden Tablets und Smartphones inzwischen vielseitig genutzt und gehen von Hand zu Hand. Eine Desinfektion ist zur Verhinderung von Erregerübertragungen unbedingt nötig. Allerdings verbietet sich der Einsatz von chemischen Mitteln, da die fettabweisende Beschichtung der Displays dadurch zerstört wird.

Dafür haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Institutsteil Angewandte Systemtechnik-AST, aus Ilmenau ein Handydesinfektionssystem entwickelt: Es sieht aus wie eine handelsübliche Mikrowelle. Im Inneren kommen aber so genannten UVC-LEDs mit einer Wellenlänge von 269nm zum Einsatz. Diese Leuchtdioden arbeiten mit ultraviolettem Licht.

Insgesamt sind zwei separate UVC-LED-Module mit jeweils 10 UVC-LEDs für die Ober- und Unterseite des Smartphones verbaut. Jede UVC-LED besitzt eine Leistung von 100 Milliwatt, sodass die Gesamtstrahlleistung zwei Watt beträgt. So wird in nur wenigen Sekunden eine Bestrahlungsdosis von 800 J/m² erreicht, was eine effiziente Inaktivierung von Bakterien und Viren ermöglicht. Smartphones werden mit der Lösung aber nicht nur einfach per Licht desinfiziert, sondern über einen NFC-Reader auch identifiziert, die applizierte Dosis über einen Sensor erfasst und protokolliert. Somit ist jeder Desinfektionsvorgang validierbar und dem jeweiligen Gerät eindeutig zuzuordnen.

Bei unterschiedlichen Anwendungen für UVC-Technologien im Bereich der Desinfektion bieten LEDs viele Vorteile. Die Anwendungsgebiete der Handydesinfektion reichen vom klinischen Bereich über die private und gewerbliche Nutzung bis hin zum Eventmarkt. Der Prototyp wird voraussichtlich im September 2020 der Öffentlichkeit präsentiert.

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