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20. Juli 2017

VDE warnt vor Billigprodukten

Lesezeit: ca. 2 Minuten
(Quelle: Hannibal / VDE).

Der VDE warnt vor immer mehr Billigprodukten mit gravierenden Sicherheitsmängeln im Online-Handel. Als ein Beispiel dafür führt der Verband das Ergebnis von Sicherheitsprüfungen an LED-Lampen an. Sechs von sieben am VDE-Institut untersuchten Stichproben hatten nicht den gültigen Sicherheitsanforderungen entsprochen. Bei den geprüften Geräten handelte es sich um eine Unterbauleuchte und LED-Lampen, die unter anderem als Ersatz für Halogenstäbe in Außenleuchten und Baustrahlern genutzt werden können.

Auch die »smarten« Produkte im Haushalt, die sich mit dem Internet verbinden, sind gefährdet. »Kann das Produkt nicht mit Hilfe etablierter Sicherheitsmethoden geschützt werden und kann neue, sicherere Software nicht upgedated werden, öffnet das Hackern Tür und Tor ins eigene Zuhause«, warnt Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des VDE. »Es wurden bereits mehrere Millionen vernetzte Heimgeräte – von Privatnutzern, oftmals unbemerkt – ‚gekapert‘ und das ist erst der Anfang«, prophezeit der VDE-CEO.

Immer wichtiger werden vor diesem Hintergrund Sicherheitsprüfungen durch anerkannte, neutrale Prüfhäuser, wie dem gemeinnützigen VDE-Institut. »In unserem Institut bestehen oft mehr als 50% der elektrotechnische Produkte nicht die Erstprüfungen – und sie stammen von Herstellern, die bereit sind, in die Qualität und Sicherheit ihrer Produkte zu investieren und uns ihre Produkte zur Qualitäts- und Sicherheitsüberprüfung schicken«, erklärt Hinz.

Die vom VDE-Institut entdeckten häufigsten Mängel:

  • fehlende oder mangelhafte Schutzleiterverbindungen, so dass Schutzeinrichtungen nicht ausgelöst werden können
  • mangelhafte Konstruktion und Zuverlässigkeit eingesetzter ungeprüfter Bauteile wie Temperaturregler und Kondensatoren
  • zu geringe Sicherheitsabstände zu unter Spannung stehenden Teilen
  • Einbau ungeeigneter Kondensatoren, die nicht für die Betriebsbedingungen des jeweiligen Gerätes ausgelegt sind
  • nicht dauerhaftes Material von Kontakten in Schaltern und Temperaturreglern
  • Verwendung von Kunststoffmaterialien und Leiterplatten, die thermischen Belastungen nicht gewachsen sind und brandtechnische Anforderungen nicht erfüllen
  • Einsatz von Gehäusedichtungen, die Anforderungen an den Wasserschutz nicht erfüllen (z. B. undichte Außenleuchten, die die Spritzwasserprüfung nicht erfüllen)
  • schlechtes Auslöseverhalten von Leitungsschutzschaltern
  • funktionsuntüchtige Thermosicherungen, die bei Kurzschluss nicht auslösen
  • nicht normgerechte Glühfassungen, wodurch die Berührung des Schraubgewindes möglich wird

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