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20. Dezember 2016

LEDs in Kirchen

Lesezeit: ca. 3 Minuten
Abb.: In der Kirche St. Johannes der Täufer in Oberkessach befindet sich u.a. eine mit Fresken gestaltete Decke, ein barocker Hochaltar und zwei Seitenaltäre. Beleuchtet wird das Kirchenschiff mit sechs Pendelleuchten.

Oberkessach verfügte bereits 1287 über eine eigene Pfarrei und eine eigene Kirche. An den spätgotischen Turm mit dem rechteckigen Chorraum wurde 1783 das Langhaus angefügt. Die Kirche hat eine barocke Raumschale, eine mit Fresken gestaltete Decke, einen barocken Hochaltar und zwei Seitenaltäre im Zopfstil. Auf der oberen von zwei Emporen im Westen steht die Orgel.
Die Kirche wird mit sechs Pendelleuchten beleuchtet, vier im Kirchenschiff, zwei über der ersten Empore. Besonders auffällig sind die grünen, zylinderfarbigen Leuchten, die das Grün der Voute der historischen Decke aufgreifen und oben einen Lochblechkranz aus Messing mit einem barocken Rankenmotiv tragen. Ein LED-Reflektor mit 35W und einem Ausstrahlungswinkel von 76° im unteren Zylinderteil beleuchtet das Gestühl. Das Messinglochblech des Lochblechkranzes ist hinterlegt mit einer lichtstreuenden Folie. Der Lochblechkranz ist mit 19,6W Linear LEDs bestückt, die die Wände mit diffusem Licht erhellen. In den vorderen vier Pendelleuchten wird die Decke mit fünf kleinen LEDReflektoren mit je 1,8 W im oberen Zylinderteil ins Licht gesetzt. Die beiden Leuchten über der ersten Empore sind höher als die vier Leuchten im Schiff abgependelt und nicht mit LED-Reflektoren, sondern mit zwölf Linear LEDs mit 1,4W bestückt. Blendung wird vermieden, in dem eine diffuse Abdeckscheibe den direkten Einblick in die beiden Leuchten von der oberen Empore verhindert. Die drei LED-Komponenten der Leuchten sind getrennt schalt- und dimmbar. Der Anschlusswert der Pendelleuchten beträgt 65,6W und alle LEDs haben die Lichtfarbe 3000K.

{{image file=«Abb.-4-Oberkessach-Seitenaltar-und-Strahler-am-Chorbogen.jpg« caption=«Abb.: Die am Chorbogen installierten Aufbaustrahler und Betriebsgeräte sind golden lackiert und fügen sich unauffällig in das barocke Ensemble des Chorraumes.« zoom=«true«}}

{{image file=«Abb.-3-Oberkessach-Pendelleuchte-vor-dem-barocken-Kanzeldeckel.jpg« caption=«Abb.: Die farbigen LED-Pendelleuchten sind eine Sonderanfertigung. Besonders auffällig ist der Lochblechkranz aus Messing mit einem barocken Rankenmotiv.« zoom=«true«}}

Der Chorraum wird mit Aufbaustrahlern mit je 17 W beleuchtet. Die zehn zylinderförmigen Strahler sind auf vier schlanken Kastenprofilen mit den Betriebsgeräten angeordnet, die über den schmalen Gesimsen der Chorpfeiler installiert sind. Strahler und Betriebsgeräte sind golden lackiert und fügen sich unauffällig in das barocke Ensemble des Chorraumes ein. Zehn messingfarben lackierte LED-Aufbauleuchten mit je 24W beleuchten den Bereich unter den ausladenden Emporen. Die erste Empore wird mit den zwei hinteren Pendelleuchten und zusätzlich mit drei LED-Einbauleuchten mit je 17W beleuchtet, die zweite Empore mit drei LED-Aufbauleuchten. Die Treppe, die Marienstatue und der Heilige Antonius werden zusätzlich mit schwenkbaren Strahlern mit je 3,5W LED beleuchtet. Eine besondere Lichtinszenierung erfahren der Liturg am Volksaltar und die Chöre, die sich auf der Stufe zum Chorraum aufstellen. Sie werden wie die beiden Seitenaltäre zusätzlich mit ausrichtbaren Strahlern aus dem Schiff mit 35W LED unter einem Winkel von 45° beleuchtet. Die vier ausrichtbaren Strahler sind an Rohren installiert, durch die gleichzeitig die vorderen vier Pendelleuchten abgependelt sind. In der historischen Decke sind daher keine weiteren Löcher erforderlich.
Je nach Nutzungssituation und Bedarf lassen sich über eine DALI-Lichtsteueranlage zehn Lichtszenen, von Hochamt bis Kerzengottesdienst und Durchgangslicht, aufrufen. Der Anschlusswert der gesamten Beleuchtung in der Kirche mit sechs Pendelleuchten, 16 Aufbau- und Einbauleuchten unter den Emporen sowie insgesamt 14 Strahlern im Chorraum beträgt 961,1W. Mit 2,31 W/m2 ist die Kirche St. Johannes der Täufer demnach äußerst energieeffizient beleuchtet.

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{{image file=«Abb.-6-Oberkessach-Deckenaufbauleuchte-Empore.jpg« caption=«« zoom=«true«}}

Weitere Informationen: Fertigstellung: 06. März 2016
Bauherr: Katholische Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer, Oberkessach
Renovation: HOST Architektur, Bieringen, www.host-architektur.de
Lichtplanung und Leuchtenentwurf: KREUZ + KREUZ, Stuttgart, www.kreuzundkreuz.de
Leuchtenhersteller: Interferenz Lichtsysteme GmbH, Tönisvorst, www.interferenz.de
Elektroplanung: IB Metzger, Weikersheim, www.ibmetzger.de
Elektroinstallation: Elektro-Herz, Bad Mergentheim
Fotos: Kreuz + Kreuz