News
22. März 2016

Reine Sache

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Kapitel 1

Abb.: Der Entstehungsprozess der im Reinraum gefertigten Objektive bei Leica ist sehr komplex, jeder Entwicklungsschritt ist eine Herausforderung. Hierfür mussten auch adäquate Leuchten eingesetzt werden, die die strengen Anforderungen erfüllen.
[/caption]

Leica ist nicht nur einer der weltweit führenden Premiumhersteller von Kameras, Objektiven und Sportoptikprodukten, sondern ein Unternehmen mit mehr als 100 Jahren Tradition und höchsten Ansprüchen an Produkt- und Anwendungsqualität. Momentaufnahmen, wie das berühmte Portrait des Che Guevara (1960) oder James Dean auf dem Time Square (1955), werden seit jeher durch beste deutsche Ingenieurskunst ermöglicht. Dabei sind es letztlich die fein gearbeiteten Objektive, welche die Qualität von Kontrast, Auflösung und perfekter Bildwiedergabe garantieren. Diese Objektive werden im neuen Werk in Wetzlar hergestellt. Zum 100-jährigen Jubiläum der Leica Fotografie wurde das neue Gebäude im Mai 2014 im Leitz-Park Wetzlar eingeweiht und mit ihm eine modernisierte Fertigung.

Hohe Ingenieurskunst – vom Arbeitsplatz bis zum Produkt

Der Entstehungsprozess der im Reinraum gefertigten Objektive ist hoch komplex und jeder Entwicklungsschritt eine Herausforderung, zum Beispiel dann, wenn der Feinoptiker beim Polieren der Linsenoberflächen auf 25 Nanometer genau arbeiten muss. Da ist es nur logisch, dass auch an die Arbeitsplätze größte Anforderungen gestellt werden. Aus diesem Grund arbeitet Leica mit der TIMOTEC Automatisierungs-technik GmbH zusammen. Der Spezialist für Reinraum- und Montage-technik hat das neue Werk von Leica in Wetzlar mit modernsten Laminarflow-Arbeitsplätzen ausgestattet, die eine saubere Montage-umgebung unter Reinraumbedingungen gewährleisten.

Damit Verunreinigungen bei der Objektiv-Montage gar nicht erst entstehen, werden an den Arbeitsplätzen mithilfe einer turbulenzarmen Verdrängungsströmung (Laminarströmung) kleinste Partikel umgehend aus der Luft entfernt. Zusammen mit einer Filterung sowie einem hohen Luftdurchsatz wird somit die Reinheit der Luft gewährleistet. Bei Leica werden Laminarflow-Arbeitsplätze entsprechend der Reinraumklasse 5 nach ISO 14644-1, vergleichbar mit Federal Standard 209E Klasse 100, eingesetzt.

Optimale LED-Leuchte für Reinräume

Damit eine »schlechtere« Komponente nicht die Reinheit des gesamten Systems herabsetzt, müssen auch alle Einbauten die geforderte ISO-Klassifizierung des Raumes erreichen – dazu gehört auch die Beleuchtung. Hier fiel die Wahl von Leica auf die »Tubeled 40« der LED2WORK, die aufgrund ihrer Lichtqualität, der Integrationsmöglichkeiten in die Arbeitsplätze sowie ihrer Produktqualität das Unternehmen übezeugt hat. Auch die kompakte Größe der LED-Leuchte von 40 mm Durchmesser, spielte bei der Auswahl der richtigen Beleuchtung eine große Rolle. »Denn in der Reinraumtechnik kommt es darauf an, so wenig Material wie möglich zu verwenden, um die geforderten Anwen-dungen zu gewährleisten«, so Olaf Wermann, Geschäftsführer von TIMOTEC. Dipl.-Ing. Stefan Uwe Best, Abteilungsleiter Produktions-technologie bei Leica, hebt in diesem Zusammenhang auch die Lichtleistung der Tubeled 40 hervor, die laut Stefan Best bei dieser kompakten Größe bei keinem anderen Anbieter gegeben war. Bei einem Abstrahlwinkel von 40 Grad sorgt die LED-Leuchte mit 2.200 Lux (gemessen auf 50 cm Abstand) für eine äußerst starke Ausleuchtung der Arbeitsplätze. An den Laminarflow-Arbeitsplätzen hat TIMOTEC schließlich zwei LED-Leuchten für die gleichmäßige Ausleuchtung der Arbeitsfläche vorne und hinten montiert.

Dimmen ein Muss

Bei der Integration von LED-Leuchten in Arbeitsplatzlösungen kommt es auch auf die gute Zusammenarbeit mit dem Leuchten-Hersteller an. »Dies war mit LED2WORK zu 100 Prozent gegeben«, berichtet Olaf Wermann. So haben die Unternehmen die Leuchte gemeinsam getestet und verschiedene Szenarien geprüft. Dazu gehörte beispielsweise die Ausstattung der LED-Leuchte mit Blende und ohne Blende, um eine Spiegelung des Lichts schließlich komplett ausschließen zu können. »Neben der spiegelfreien, homogenen und starken Beleuchtung war auch die Dimmbarkeit der Leuchten für uns ein wichtiges Kriterium«, erklärt Stefan Best. TIMOTEC hat diese Anforderung schließlich so gelöst, dass die Mitarbeiter die Helligkeit einfach einstellen können, die sie für eine bestimmte Aufgabe benötigen. So kann die Dimmung der Leuchten einfach über Taster, die an der unteren Tischplatte angebracht sind, gesteuert werden.

Leica

LED-Leuchte ohne Kunststoff

»Dass wir auch adäquate Leuchten für die Reinraumtechnik anbieten können, bestätigt, dass wir mit der hohen Qualität unserer LEDs den richtigen Weg eingeschlagen haben«, so Jan Schiga, Geschäftsführer der LED2WORK GmbH. Für TIMOTEC bedeutet dies, dass sie seitdem im Bereich LEDs ausschließlich mit LED2WORK zusammenarbeiten. Auch weil die Leuchten des Herstellers für eines der Hauptbereiche bei TIMOTEC, der Entwicklung von Arbeitsplätzen für die Halbleiterfertigung, ein äußerst wichtiges Kriterium erfüllen. »Das Gehäuse der Tubeled 40 … besteht aus einem Aluminium-Grundkörper und einer sprungsicheren Frontscheibe aus Glas, ist also kunststofffrei. Dies ist Voraussetzung für den Einbau in Reinräumen, in denen optische Systeme mit höchsten Ansprüchen montiert werden, da die Ausgasung der Kunststoffe den optischen Oberflächen schaden könnte«, erklärt Olaf Wermann. Desweiteren sind alle Komponenten der LED-Leuchte gekapselt, weshalb auch hier eine Ausdünstung der Materialien ausgeschlossen wird. »Die Technik der Leuchte ist somit das entscheidende Einbaukriterium für hochanspruchsvolle Arbeitsplätze«, so Wermann.

Abb.: Die "Tubeled 40" von LED2WORK mit Aluminium-Grundkörper und sprungsicherer Frontscheibe aus Glas ist in unterschiedilchen Größen erhältlich.

——————————————————————————————————————–

Weitere Informationen:
LED2WORK GmbH, Pforzheim, www.led2work.de
Fotos: Leica Camera AG, Produktabbildung: LED2WORK

——————————————————————————————————————–

Heftnummer: 10.2015