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04. März 2016

Wie Sie sehen, sehen sie nichts: Das dunkelste Dunkel

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Das Science Museum in London ist seit ein paar Tagen um ein interessantes Exponat reicher. Es handelt sich um eine Büste von Marty Jopson, Moderator der BBC One Show. Was der Entertainer im Wissenschaftsmuseum macht? Seine Büste präsentiert die beeindruckende Wirkung von Vantablack.

Das auf Kohlenstoff-Nanoröhrchen basierende Material ist eine Entwicklung des britischen Unternehmens Surrey NanoSystems. In der im Museum gezeigten aufsprühbaren Variante absorbiert Vantablack unglaubliche 99,8% der sichtbaren Strahlung. Für die andere Version, die per Chemischer Bedampfung (CVD) auf Oberflächen aufgebracht wird, liegt der Wert bei 99.965%. Damit ist Vantablack deutlich weniger reflektiv, als die superschwarze Farbe, die im Hubble Teleskop verwendet wird, um das Streulicht in den Griff zu bekommen.

{{image file=«Vantablack_3_2.jpg« caption=«Das auf carbon nano tubes basierende Material kann bei niedrigen Temperaturen aufgedampft oder auf Oberflächen aufgesprüht werden. (Quelle: Surrey NanoSystems)« zoom=«true«}}

Im Falle der dreidimensionalen Büste von Marty Jopson sorgt Vantablack dafür, dass die Menschen statt seines Gesichts nichts sehen. Nur im Profil sind Augenhöhlen, Wangen und Nase zu erkennen. Frontal betrachtet, verschwinden alle Formen, Konturen und Details, es bleibt nur ein schwarzes Loch.

{{image file=«Vantablack_3_1.jpg« caption=«Die normale Ausführung der Büste von Marty Jopson zeigt das Relief seines Gesichts. Wird die gleiche Maske mit Vantablack besprüht, wirkt sie wie ein schwarzes Loch. (Quelle: Surrey NanoSystems)« zoom=«true«}}

Das Material ist natürlich für viele Anwendungsgebiete begehrt, vom Militär bis zur astronomischen Forschung und für alle Arten von optischen Messsystemen – auch die Kunstwelt hat großes Interesse daran, mit Vantablack zu experimientieren.

www.surreynanosystems.com | www.monopol-magazin.de| http://blog.sciencemuseum.org.uk