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10. November 2015

Strahlendes Heimspiel

Lesezeit: ca. 5 Minuten
Abb.: Die filigrane Metallstruktur des verglasten Expo Gates (Scandurra Studio) wird durch "MaxiWoody" Strahler mit Flood-Optik effektvoll inszeniert. Im Innenraum kommen "iN30 Dark Light" Leuchten zum Einsatz, während "Palco Professional" Strahler innerhalb dieser Allgemeinbeleuchtung Akzentlichter setzen. Foto: Filippo Romano Filippo Romano

Ein Heimspiel hat die Premium-Marke iGuzzini aus Mailand, die nicht nur als offizieller technischer Partner von Enel Sole in den Außenbereichen präsent ist, sondern mit ihren Produkten die Innenräume vieler prominenter Länderpavillons beleuchtet. Wie ein Who-is-Who lesen sich die Namen der Architekten, deren Pavillons mit Beleuchtungslösungen von iGuzzini bestückt sind. Foster + Partners, die den Expo-Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate projektiert haben, Daniel Libeskind, der dem Pavillon des chinesischen Bauunternehmens Vanke seine unverkennbare Signatur verliehen hat und Nemesi & Partners, die den Palazzo Italia als experimentelle Skulptur geprägt haben. Für den extravaganten französischen Pavillon entwickelte Licht Kunst Licht das Beleuchtungskonzept. Auch im französischen und im Deutschen Pavillon, dessen Beleuchtungskonzepte von Licht Kunst Licht und weißpunkt und purpur geplant wurden, beleuchten Lösungen von iGuzzini die Ausstellungen.

Abb.: Da der Italienische Pavillon (Nemesi & Partners) seinen Standort auch nach der Expo behalten wird, wurde eine energieeffiziente Lichtanlage von langer Lebensdauer benötigt, die mit der ausschließlichen Verwendung von LED-Leuchten realisiert wurde. Foto: Paolo Carlini

Facettenreiches Lichtkonzept im Französischen Pavillon

Unter dem Expo Motto »Feeding the planet, energy for life« bildet der französische Pavillon, den Anouk Legendre und Nicolas Desmazière, XTU, als Sieger eines 2014 von FranceAgriMer ausgeschriebenen Designwettbewerbs entworfen haben, die Idee der französischen Markthalle ab, die verschiedenste Stände unter einem Dach beherbergt. Doch das in seiner Form von dem hexagonalen Grenzverlauf Frankreichs inspirierte Dach ist hier mehr als bloße Schutzhülle, denn seine aus dem Brettschichtholz französischer Fichte (Innenraum) und Lerche (Außenraum) konstruierte, raumbildende Struktur repräsentiert die auf den Kopf gestellte, vielgestaltige Topografie der hügeligen Agrarlandschaft Frankreichs, deren Weite der »bodenständige« Besucher im Erdgeschoss auf ca. 2.000 m² erleben kann.

Vor Betreten der Markthalle durchschreiten die Besucher ein in Streifen ausgebildetes Feld, das verschiedene Anbaukulturen wie Getreide, Gemüse und Obst sowie Nutztiere zeigt. In die Geländer, die die Geometrie der einzelnen Felder umfahren, wurde ein linearer LED-Streifen integriert, der sowohl den Weg zum Gebäude adäquat beleuchtet, als auch sanftes Streulicht auf die Pflanzfelder gibt. Die Konstruktion der Lichtaufnahme im Handlauf hält die Lichtquelle im Verborgenen und vermeidet eine Blendung. Zugunsten der Dominanz des Eingangsportals mit seiner von den Architekten intendierten Sogwirkung überzog Licht Kunst Licht das Feld mit unregelmäßig angeordneten »Typha« Lichtstäben, die mit ihrem diffusen LED-Licht sanfte Akzente setzen und die drei großen, verschiedene französische Landschaften abbildenden LCD-Bildschirme nicht überstrahlen.

Abb.: Mit einem dreistufigen Beleuchtungskonzept gelang Licht Kunst Licht die Kreation eines facettenreichen Lichterlebnisses. Unmerklich in der Dachkonstruktion installierte Strahler werfen ihr sanftes Licht auf die Zirkulationswege, während "Cestello" und "Palco" Strahler die Dachkonstruktion und die Exponate beleuchten. Foto: Paolo Carlini

Für die Ausstellunghalle wählte Licht Kunst Licht ein dreistufiges Beleuchtungskonzept aus Wegbeleuchtung, Allgemeinbeleuchtung und Akzentbeleuchtung. Mit gedämpftem Licht leuchtet der technisch anspruchsvolle, schwenkbare »Front Light« Strahler, der sich mit seinem klaren, nüchternen Design in den Kammern der hölzernen Dachstruktur unauffällig zeigt, die Zirkulationswege sanft aus. Zur allgemeinen Erhellung und Kontrastgebung der Ausstellungsbereiche mit ihren in den Kammern der Dachstruktur präsentierten Exponaten kommen oberhalb von drei großen TV-Bildschirmen unsichtbar montierte Uplights zum Einsatz. Aufgrund der mechanischen Blockierungen, mit denen die schwenkbaren Gelenkfassungen ausgestattet sind, garantiert das Leuchtensystem »Cestello« die Feinjustage und Beibehaltung der Lichtrichtung. Zur Akzentbeleuchtung ausgewählter Exponate wählten die Lichtplaner den Museumsstrahler »Palco« (artec3 Studio), der sich durch eine hohe Farbwiedergabe (CRI>96) auszeichnet. Mit dem mehrschichtigen Beleuchtungskonzept gelang den Planern die Kreation eines facettenreichen Lichterlebnisses, das die Architektur unterstützt und die Dramaturgie des Raumes durch eine intuitive Blicklenkung des Besuchers in die Dachlandschaft des Pavillons erhöht. Der als Black Box gestaltete VIP-Bereich im Mezzanin des Ausstellungsgebäudes zeigt großflächig die Arbeiten französischer Fotografen. Innerhalb einer Allgemeinbeleuchtung mit blendungsarmen Downlights richten Wallwasher die Aufmerksamkeit auf die Exponate, welche die Wandflächen großzügig bespielen. Für beide Anwendungen wählten die Planer Leuchten aus der »Laser Blade« Familie, die mit ihren kleinen Abmessungen, ihrer miniaturisierten Optik und hohem Sehkomfort überzeugt.

Das gleiche Beleuchtungskonzept mit integrierten und zurückgenommenen Lichtelementen sowie dem Einblenden ausgewählter Raumflächen zeigt sich im Konferenzbereich, einer Mixtur aus Black Box und White Cube. In dem im Obergeschoss befindlichen Restaurant setzten die Planer zur zielgerichteten und diskreten Beleuchtung der Tische justier- und dimmbare »Palco«-Strahler mit engem Ausstrahlwinkel ein. Farblich an die Deckenstruktur angepasst und in die Holzkonstruktion integriert, lockern die Leuchten den Raum aus verdeckten Positionen auf und zonieren ihn mit Lichtinseln auf Tischen und Zirkulationswegen.

Abb.: Als offizieller technischer Partner von Enel Sole für Beleuchtungslösungen auf der Expo 2015 ist iGuzzini Sponsor des Pavillons "Save the Children". Foto: Lorenzo Palizzolo.
Abb.: Fünf an Masten montierte »Maxi Woody« Leuchten lassen den mit glasierten Ziegeln belegten Pavillon, den Daniel Libeskind für die chinesische Bauunternehmung Vanke entworfen hat, in ihrem Licht funkeln und changieren. Bei der Formgebung hatte sich der Architekt von dem heiligen Berg Chinas, dem Huan Shan, inspirieren lassen. Foto: Hufton & Crow[/caption]

Strahler setzen im Deutschen Pavillon Akzente

Unter der Zielsetzung »Licht statt Leuchten« waren »Palco«-Strahler auch die erste Wahl von Christian Spork vom Berliner Planungsbüro weißpunkt und purpur für die Beleuchtung der Ausstellung im Deutschen Pavillon, den SCHMIDHUBER, Milla & Partner und NÜSSLI (Deutschland) im Auftrag der Frankfurter Messe für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entworfen und umgesetzt haben. Während die Beleuchtung bei Tag weitgehend von direktem und diffusem Tageslichteintrag bestimmt wird, entwickelte der Planer für die Abendstunden ein Kunstlichtkonzept, welches die Tageslichtstimmung nachahmt. Für die allgemeine Akzentbeleuchtung der Ausstellung wurden Stromschienen in freier Anordnung an der Decke montiert. Damit die Lichtquellen so wenig sichtbar wie möglich sind, wurden die Schienen und die etwa 250 »Palco«-Strahler in schwarz geliefert. Insgesamt werden auf der Expo 40 Bereiche und Pavillons mit iGuzzini-Produkten im Wert von drei Millionen Euro beleuchtet. Als offizieller technischer Partner von Enel Sole für Beleuchtungslösungen auf dem Ausstellungsgelände stellt iGuzzini die Leuchten für das Expo Gate, für die Achsen Cardo und Decumano, für den zentralen Bereich, die Plätze und Fußgängerwege. Zu den weiteren internationalen Projekten, die iGuzzini mit seinen weltweiten Niederlassungen bedient, zählen die Pavillons Chiles, Chinas, Angolas, Thailands, Indonesiens, Russlands und des Vatikan.

Abb.: Mit ihren weichen Lichtverläufen verleihen mehr als 250 an Schienen montierte "Palco" Strahler der Ausstellung des Deutschen Pavillons (SCHMIDHUBER I Milla & Partner I NÜSSLI (Deutschland) ) eine sanfte Lichtstimmung. Foto: Paolo Carlini

Weitere Informationen:
Text: Petra Lasar, Rösrath

Französischer Pavillon
Architektur: XTU mit Atelien Architecture, www.x-tu.com, www.atelien.com
Ausstellungsdesign: Studio Adeline Rispal, www.adelinerispal.com
Lichtgestaltung: Licht Kunst Licht AG, www.lichtkunstlicht.com
Leuchten: iGuzzini illuminazione Deutschland GmbH, www.iguzzini.de

Deutscher Pavillon
Inhaltliches Konzept, Ausstellungs- und Mediengestaltung:
Milla & Partner, www.milla.de
Räumliches Konzept, Architektur und Generalplanung:
SCHMIDHUBER, www.schmidhuber.de
Ausführung und Projektmanagement:
NÜSSLI (Deutschland), www.nussli.com
Lichtgestaltung der Ausstellung und der Main Show:
weißpunkt und purpur, www.weisspunktundpurpur.de
Leuchten: iGuzzini illuminazione Deutschland GmbH, www.iguzzini.de