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24. August 2015

Quadratisch leuchtend gut

Lesezeit: ca. 5 Minuten
Abb.: Der Gemeindesaal von Bad Doberan erhielt im Zuge der Sanierung ein modernes Lichtkonzept, das nun für jeden Anlass die passende Lichtszene bietet.

Das Gemeindehaus in Bad Doberan war von 1793 bis 1801 als herzogliches Jagdschloss errichtet worden und diente später der herzoglichen Amtsverwaltung. Nach 1989 residierte dort das Arbeitsamt, zuletzt die Stadt- und Kreisbibliothek. Seit 2001 stand es leer. Die örtliche Kirche hatte das Amtshaus im Dezember 2008 für einen symbolischen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern gekauft. Im Juni 2013 begannen die Sanierungsarbeiten. Im Erdgeschoss entstand ein großer quadratischer Saal für 160 Personen, der für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt wird. Zudem gibt es im Keller einen Probe-raum für die Kantorei, eine Küche und zwei Gasträume für den »Treffpunkt Suppenküche«. Im Obergeschoss entstanden Diensträume für den Pastor und den Kantor, ein Gemeindebüro und fünf Räume für Begegnung, Gemeindearbeit und Beratung.

Abb.: Das 200 Jahre alte Fachwerkgebäude beherbergt ein "Haus der Begegnung, Bildung und Kultur". Der Gemeindesaal, aber auch andere Bereiche des Amtshauses, wurden mit neuen Leuchten von LED Linear ausgestattet.

»Erleuchtung« auf ganzer Linie

Licht ist in unserer Welt lebenswichtig. Licht beeinflusst Stimmungen und verändert Räume. Auch in Gemeindehäusern wird Licht zu einem wichtigen Faktor. Es schafft Erlebniswelten, akzentuiert und unterstützt die Stimmung bei Veranstaltungen und gemeinnützigen Aktivitäten.
Der Gemeindesaal stellte bei der Lichtplanung eine große Herausforderung dar, ging es doch bei der Planung des großen Saals um die Licht-Inszenierung der Lichtquadrate, die sich harmonisch in die sanie-rte Deckenkonstruktion des Gemeindesaales fügen. Hier wurde nach verschiedenen Lichtlösungen gesucht, und eine Vielzahl von unterschiedlichen Beleuchtungsszenen sollte eine möglichst breite Vielfalt an Veranstaltungen und Aktivitäten unterstützen. Ein Gemeindesaal, der zu verschiedenen Veranstaltungen genutzt wird, benötigt eine andere Lichtführung als gleichbleibende Veranstaltungen. Licht hat hier die Aufgabe, jeder Aktion eine eigene Identität zu geben und sie gekonnt zu inszenieren. Auch die richtige Lichtfarbe, die authentische Wiedergabe von Farben oder die Beachtung der Lichtempfindlichkeit von sensiblen Gegenständen sind stets aufs Neue eine Herausforde-rung für Lichtdesigner und -planer.

Abb.: Auch für kleinere Veranstaltungen gibt es die passenden Lichtszenarien.

Beleuchtungsszenarien für den Gemeindesaal

Der Gemeindesaal in Bad Doberan ist in einem historischen Gebäude als tageslichtdurchfluteter Raum, dreiseitig von Fenstern umgeben, völlig neu entstanden. Dieser fast quadratische Raum ist trotz der vielen Fenster in der Mitte und auf der Altarseite nicht ausreichend mit Tageslicht versorgt. Durch seine Größe und durch die Anordnung im Gebäude ergaben sich verschiedene Zwänge. Zum einen konnte der Saal nicht sehr hoch werden, zum andern musste er durch eine mächtige Kassettendecke überspannt werden. Nach langen Diskussionen haben sich die Architekten und die Bauherren dazu durchgerungen, beide Merkmale nicht als Einschränkung sondern als positiv zu besetzendes Erkennungszeichen weiterzuentwickeln. Die Begrenzung in der Höhe führte zu einer Absenkung des Mittelteils um zwei Stufen. Dadurch wurde eine einzigartige Gliederung des Raumes erreicht, die die Grundform unterstreicht. Diese Gliederung ermöglicht die multifunktionale Nutzung eines Gemeindesaales und gibt Anlass für immer neue Anord-nungen der Sitzgelegenheiten, entsprechend der Größe der Nutzergruppen und deren Aktivtäten. Die Kassettendecke mit ihren dreißig Deckenfeldern wird nicht versteckt oder überspielt, sondern durch die Beleuchtungslösung zu einem gestalterischen Element, zu einem echten Hingucker.

Abb.: Lichtszene für größere Veranstaltungen mit Projektionen.
Abb.: Gedämpfte Lichtszene für einen Gottesdienst.[/caption][media type="image" id="8041" link="" caption=""] Abb.: Lichtszene für Konzerte und Bühne.

Quadratisch, leuchtend, gut

Die mittleren zwölf Quadrate werden mit quadratischen Rahmen bestückt, die aus der »XOOMINAIRE«-Serie von LED Linear gebildet werden. Entlang der Wände stellen lineare Elemente den Abschluss her. Alle Leuchten haben eine indirekte und mehrere direkte Komponenten. Die indirekten Komponenten erhellen die Deckenfelder bewusst nicht gleichmäßig. Die Seitenansichten der Balken und der Rand des Deckenfeldes sind nahezu gleich hell, dadurch wird die scharfe Kante gebrochen. Der direkt über der Leuchte liegende Teil der Decke ist am hellsten, während die Leuchtdichte zur Mitte der Deckenfelder wieder abnimmt, sodass die Tiefe der Kassette und damit die Höhe des Raumes unbestimmt bleiben. Die Leuchtdichteverteilung knüpft an eine gestalterische Differenzierung der Kassettenböden an, die aus historischen Gebäuden bekannt ist. Dieses Deckenbild stützt die festliche Wirkung des Saales bei Tag und bei Nacht. In den meisten Szenarien entspricht die Leuchtdichte der Mitte der Kassette ungefähr der der Balkenunterseite. Um diesen Effekt zu erzielen, wurde darauf geachtet, dass die direkten Komponenten ausreichend lichtstark sind, damit das vom Boden reflektierte Licht die Unterseiten der Balken entsprechend aufhellt.

Die direkten Komponenten bestehen aus engstrahlenden linearen Downlights in zwei Lichtfarben 3000K und 2400K. Gewählt wurden diese beiden Licht-farben, um die Lichtfarbe entsprechend der Stimmung und der Helligkeit anpassen zu können. Diese Downlights ergeben aufgrund ihrer Vielzahl und der Anordnung in den linearen Strukturen ein absolut blendfreies Licht, trotz der relativen geringen Deckenhöhe. Die Nutzer empfinden dieses Licht auch in den hohen Beleuchtungsstärken weit über 1000 Lux, wenn alle Lichtpunkte auf 100% eingestellt sind, als angenehm. Diese Einstellung wird allerdings nur zur Tageslichtergänzung für Konferenzen vorgeschlagen, wenn der innenliegende Bereich, das Zentrum, nicht gegen das Tageslicht, das durch die großen Fenster in den Raum eindringt, abfallen soll. Ergänzt werden die Downlights durch Wandfluter in den linearen Elementen entlang der Wände und fünf sogenannte indirekte Wandfluter, die – weil sie fast blendfrei sind – zur Aufhellung der Gesichter im Bereich des Altars/Bühne und der Mittelzone eingesetzt werden.
Aus Tabelle 1 ist ersichtlich, dass es 10 verschiedene Szenen gibt, die das Licht an die vielfältigen Nutzungen anpassen und die Zonierung des Raumes unterstützen. Um die verschiedenen Szenarien voneinander zu unterscheiden sind nur 5 verschiedene Dimmstufen gewählt worden, da erst Lichtstärkeunterschiede von 50% eindeutig wahr-genommen werden. Die gewählten Dimmstufen sind demnach 100%, 50%, 25%, 10%, 0%. »Der Einsatz des neuen multifunktionalen LED-Lichtsystems von LED Linear eröffnet dem Gemeindezentrum neue, erfreuliche Perspektiven: Die Qualität der Räumlichkeiten wird durch die Beleuchtung von LED Linear markant verbessert und viele Elemente des Saales werden im wahrsten Sinne des Wortes in ein neues Licht gesetzt,« erklärt Dr. Michael Kramer, Geschäftsführer der LED Linear GmbH. Die Leuchtenserie »XOOMINAIRE« von LED Linear überzeugt durch ressourcenschonenden Materialeinsatz in Verbin-dung mit einem qualitativ optimalen Lichtkomfort. Die Lebensdauer der Leuchten werden vom Hersteller mit 50.000 Stunden angegeben und ermöglichen somit eine energieeffiziente Ausleuchtung, speziell für die Allgemeinbeleuchtung. Verschiedene Optiken, Wallwasher und die Möglichkeit zur Integration einer indirekten Beleuchtung machen das Quadrat-System ideal für anspruchsvolle Beleuchtungsaufgaben. Die hochwertige Reflektortechnik garantiert eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne Überstrahlungen.

Abb.: Die neue Leuchtenplanung für das Amtshaus (in Orange gekennzeichnet). Die Kassettendecke (rechts im Grundriss) mit ihren dreißig Deckenfeldern wird nicht mehr versteckt, sondern mit Leuchtenquadraten erhellt.

Weitere Informationen:
Lichtplanung: Prof. Dr.-Ing. Thomas Römhild, Wismar
Leuchten: LED Linear, www.led-linear.de
Fotos: Aufmacherbild LED Linear, alle anderen Fotos und Grafiken Prof. Dr.-Ing. Thomas Römhild