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07. März 2015

Vergangenheit trifft Zukunft

Lesezeit: ca. 4 Minuten
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Vielseitiger LED-Strahler

Entworfen haben sowohl das Beleuchtungskonzept als auch die eingesetzten Leuchten Ben Wirth und sein Team von benwirth licht. Als im Sommer 2013 der Kontakt zu den Bauherren und Architekten entstand und die erste gemeinsamen Begehung der Baustelle erfolgte, arbeitete benwirth licht gerade am Entwurf eines flexiblen LED-Strahlers für Wand und Decke. Entstanden ist damals die Leuchte »Cluster Turnover«. Bei ihr werden LEDs in Warmweiß (2700K) und mit einem CRI von über 90 verbaut, trotzdem erreichen diese LEDs eine sehr gute Lichtausbeute. Sie liefern bei 19W einen Lichtstrom von 1260lm. Aber nicht nur die Effizienz des Strahlers, sondern auch seine große Beweglichkeit konnten überzeugen. So wurde er im Bauernhaus für zahlreiche Beleuchtungsaufgaben eingesetzt.

Abb.: Im ganzen Haus kommen die Leuchten "Cluster Turnover" zum Einsatz. Sie übernehmen vielseitige Funktionen: bei der Grundbeleuchtung und Aufhellung von Decken und Wänden, als Downlights, aber auch als Akzent- und Leselicht. Über dem Esstisch wurden die Leuchten "D&D" abgependelt. Ihr LED-Stab (2700K/12W/ 720lm| CRI > 90) und ein als Reflektor fungierender weiß satinierter Glasteller können gegeneinander verstellt werden. Die Lichtstimmung verändert sich je nach Position des Glastellers ober- oder unterhalb der Lichtquelle.

In Küche, Wohnraum, Schlafraum und Bad im Erdgeschoss hellen »Turnover«-Strahler die Decken auf. Durch diese Maßnahme wirken die sehr niedrigen Räume des ehemaligen Stalls etwas höher, das von der Decke reflektierte Licht liefert gleichzeitig eine gewisse Grundhelligkeit. »Cluster Turnover« versieht aber auch als Downlight, Leselicht oder zur Hervorhebung einzelner Objekte gute Dienste im Haus. Zwischen den alten Balken an der Decke platziert, bildet er einen spannenden Kontrast zum Holz. Da sich der Strahler variantenreich ausrichten lässt, kann er von der Decke aus Bilder an den Wänden und Skulpturen im Raum ausleuchten. Kommt er als klassisches Downlight zur Anwendung, wird das warme Licht vom alten Ziegelboden reflektiert und erzeugt eine stimmungsvolle Atmosphäre. Durch LED-Licht wird auch der längs durch den Raum laufende Doppelträger auf alten gusseisernen Stützen zum Blickfang. Eine über dem Träger integrierte LED-Leiste betont dieses zentrale Element und hellt gleichzeitig den Bereich der Decke auf.[fullwithimg src=«/wp-content/uploads/Li2.15P5_3.jpg«]

Abb.: Über die gesamte Länge des oberen Stockwerks zieht sich eine Lichtstruktur durch die Dachbalken. Von der stromleitenden Gitterstruktur wurden kleine LED-Lichtkugeln abgependelt.

Ein Highlight auf der Tenne

Auf der Tenne wurde das Beleuchtungskonzept fortgesetzt. Die insgesamt 175m² des Geschosses werden als Wohn- und Bürobereich genutzt; auch ein kleiner Gästetrakt mit eigenem Bad befindet sich hier. Wieder liefert »Cluster Turnover« als Wand- oder Deckenstrahler das Grundlicht und schafft die Möglichkeit, es flexibel zu führen. Das Highlight in dem großen Raum ist aber »*Track«, ein modulares LED-System aus der Kollektion benwirth licht. Mit 22m Länge zieht es sich durch die gesamte Tenne. Die stromleitende Gitterstruktur des modularen Systems verläuft in den beiden Haupträumen durch das Gebälk; von jedem Knotenpunkt wurde eine kleine LED-Lichtkugel an sehr feinen, kaum sichtbaren Litzen abgehängt. Die Kugeln haben einen Durchmesser von 28mm und sind mit einer LED bestückt. Diese spielerische und leichte Installation bildet einen Kontrast zur Strenge und Massigkeit der Balkenkonstruktion und schafft eine schöne und weiche Lichtatmosphäre.

Abb.: Im Eingangsbereich wurde als Deckenbeleuchtung das Lichtsystem "Cluster 2.0" eingesetzt, hier mit LED- und OLED-Modulen.
Abb.: Indirekt wird hier die Wand im Bereich der Treppe aufgehellt. Installiert wurde eine Variante der Serienleuchte »LightLine«, in diesem Fall mit 4,5W/m und 380lm/m.[/caption][media type="image" id="7935" link="" caption=""] Abb.: Das Gästeschlafzimmer schmückt eine eigens entwickelte Pendelleuchte. Basis dafür war die Serienleuchte »Incredible Bulb«. Ihren, von der »Lampenfassung« aus illuminierten, leeren Kolben aus mundgeblasenem Glas umgibt hier ein zusätzlicher LED-Kranz.

Minimalistische Außenbeleuchtung

Bei der Außenbeleuchtung wurde das Licht bewusst sparsam eingesetzt. Ben Wirth erklärt dazu: »Die Bescheidenheit des Hauses und die Ruhe der umliegenden ländlichen Landschaft sollten nicht durch eine übermäßige Lichtinszenierung gestört werden. Ein wenig Licht in den Bäumen, an wichtigen Punkten der Wege und an den Eingängen, viel mehr ist nicht nötig.« Interessant ist sicher die Fassadenbeleuchtung des ehemaligen Stalls, hin zur Gartenseite. Um die schöne alte Fassade nicht durch Wandleuchten zu unterbrechen, wurde das Licht vom darüberliegenden Balkon zwischen die Fenster projiziert. Am Tag ist die Fassade weiß und schlicht, am Abend leuchten magische Kreise aus Licht.

Abb.: Von der Unterseite des Balkons aus generieren Strahler Lichtkreise auf der rückseitigen Fassade des Hauses. Ansonsten wurde die Außenbeleuchtung auf das Nötigste beschränkt.

Architekt: Wechner Architekten, München, www.wechner.org
Im Beitrag erwähnte Leuchten: benwirthlicht, München, www.benwirth.de
Fotos: Andreas Reiter, München, www.andreasreiter.com