News
01. Dezember 2014

Praxiswissen für Lichtanwender

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Kapitel 1

Abb.: Heiner Hans, Leiter der TRILUX Akademie im Interview mit der Zeitschrift LICHT.

LICHT: Das Unternehmen TRILUX besteht seit über 100 Jahren. Die TRILUX Akademie feiert 2014 ihr 3-jähriges Bestehen. Was hat Sie damals dazu veranlasst, eine Bildungsakademie zu gründen?
Heiner Hans: Das lässt sich mit einem Satz beantworten: Der rasant fortschreitende Technologiewandel von herkömmlichen Lichtquellen hin zur LED. Denn hier liegen einerseits Chancen für erhebliche Energieeinsparungen, gesteigerten Beleuchtungskomfort und gänzlich neue gestalterische Spielräume, andererseits jede Menge Herausforderungen für alle Lichtbeteiligten. Mit einer an der Praxis orientierten Weiterbildungseinrichtung wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass die Forderungen des Marktes nach den entsprechenden Informations- und Qualifizierungsangeboten bedient werden.

LICHT: Welches Konzept, welche Ziele verfolgen Sie damit?
Heiner Hans: Aus unseren Kundengesprächen kennen wir den spezifischen Weiterbildungsbedarf unterschiedlicher Zielgruppen. Auf dieser Basis entwickeln wir unsere Qualifizierungsangebote. Unabhängig, ob es sich dabei um Seminare, Webinare oder Thementage handelt: Am Ende ist es das Ziel, unseren Teilnehmern ihre tägliche Arbeit zu vereinfachen und sie in Sachen Licht up-to-date zu halten.

LICHT: Wen sprechen Sie mit Ihrer Akademie an?
Heiner Hans: Das sind zunächst einmal alle Berufsgruppen, die sich professionell mit Licht beschäftigen, wie z.B. Architekten, Planer aus Ingenieurbüros oder dem Großhandel, Installateure, Facility-Manager und Energieberater. Spezielle Informationsangebote wenden sich an Betreiber von Beleuchtungsanlagen, die bei dem Thema LED sehr häufig noch verunsichert sind. Auch Institutionen, in denen diese Unternehmen organisiert sind, z.B. IHKs, unterstützen wir gern.

LICHT: Wie kann ich mich bei Ihnen zum Thema Lichtplanung ausbilden und wie lange dauert das?
Heiner Hans: In vielen Fällen haben Berufseinsteiger einen Berufsabschluss als Ingenieur, Techniker oder Elektromeister. Während der entsprechenden beruflichen Ausbildung kommt das Thema »Licht« häufig nur am Rande zur Sprache. Eine geeignete Basis für den Einstieg bietet die Qualifizierung zum DIN-Geprüften Lichttechniker. Hierfür ist der Nachweis von umfassenden Kenntnissen und Fähigkeiten aus der Licht- und Elektrotechnik erforderlich. Die TRILUX Akademie ist eine vom DIN Certco anerkannte Weiterbildungseinrichtung zur Vorbereitung auf die entsprechende Zertifizierungsprüfung. Wir bieten das in Form von 11 Seminarmodulen mit einem Gesamtumfang von 88 Stunden an 4 Standorten in Deutschland an.

Abb.: In den Seminaren wird an konkreten praktischen und herstellerneutralen Beispielen das erlernte Wissen vermittelt und angewandt. Für nahezu alle Anwendungsbereiche hat man Zugriff auf Räume mit realen Lichtlösungen.
Abb.: Blick in den Online-Seminar-Raum, wo Webinare veranstaltet werden. Hierfür stehen geschulte und zertifizierte Online-Trainer und hochmodernes Equipment zur Verfügung. [/caption]

LICHT: Was muss ich als Prüfungsvoraussetzung mitbringen?
Heiner Hans: Hier sind sechs alternative Wege möglich: ein abgeschlossenes technisches Studium, eine Meisterprüfung im Elektrotechnikgewerbe, eine elektrotechnische Berufsausbildung mit 2-jähriger Berufspraxis, eine Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker, ein Fachabitur Technik mit 3-jähriger Tätigkeit in einer mit der Elektro- oder Lichttechnik befassten Berufssparte oder eine 5-jährige Tätigkeit in einer mit der Elektro- oder Lichttechnik befassten Berufssparte.

LICHT: Was wird in den Vorbereitungsmodulen vermittelt?
Heiner Hans: Die 11 Vorbereitungsmodule vermitteln Wissen auf folgenden Gebieten: Lichttechnische Grundlagen, Lichtquellen, Leuchtentechnik, Gesetze/Vorschriften/Normen, Effizienz und Wirtschaftlichkeit, Lichtplanung, computergestützte Planung, Prüfung und Bewertung von Beleuchtungsanlagen, elektrotechnische Grundkenntnisse, elektrische Beleuchtungsanlagen, störungsarme Elektroinstallation. Hiermit ist ein solides fachliches Grundwissen gelegt, um Beleuchtungsanlagen beurteilen, planen, ausführen und betreiben zu können.

LICHT: Wie lange ist das Zertifikat gültig?
Heiner Hans: Das Zertifikat ist 5 Jahre gültig und kann ohne erneuten Wissenstest verlängert werden. Nachweise über regelmäßige Fortbildungen sind aber erforderlich.

LICHT: Ein anderes Beispiel aus Ihrem Angebot: Der LED-Führerschein – das klingt erst mal spannend! Was verbirgt sich dahinter und was darf ich damit machen?
Heiner Hans: Der LED-Basisführerschein ist quasi schon ein Klassiker in unserem Seminarangebot. Hier erwerben Sie erst einmal grundlegendes Anwendungswissen, das Sie in einem darauf aufbauenden Praxis-Upgrade noch erweitern können. Sie sind dann in der Lage selbständig Effizienzpotenziale zu erkennen und zu berechnen. Wenn Sie LED-Anlagen umfänglich argumentieren müssen, empfehlen wir unser Seminar »LED erfolgreich verkaufen«, bei dem ein konkretes Projekt von der Planung bis zum Verkauf durchlaufen wird.

LICHT: Werden Ihre Fortbildungskurse von der Architektenkammer anerkannt?
Heiner Hans: Ja. Alle Seminare für die Zielgruppe »Architekten« sind als Fortbildung durch die Architektenkammer NRW anerkannt.

LICHT: Wie hoch ist der praktische Anteil in Ihren Seminaren?
Heiner Hans: Wir schulen auf der Grundlage unserer ausgeprägten Praxisexpertise. Ein Beispiel dazu: Bei einem Seminar zur computerunterstützen Beleuchtungsplanung vermitteln wir nicht ausschließlich bloßes Software-Know-how, sondern trainieren die konkrete Planungspraxis. Unsere Gäste lernen also genau das, was sie in ihrem Arbeitsalltag wirklich brauchen. Wichtig im Hinblick auf unsere Praxisorientierung ist, dass wir unternehmensweiten Zugriff auf Räume und Bereiche mit realen Lichtlösungen in nahezu allen Anwendungsbereichen haben. Hier wird gemeinsam mit den Teilnehmern gemessen, bewertet und diskutiert.

Abb.: Blick in die modernen, freundlich und offen gestalteten Schulungsräume der Akademie.

LICHT: Wie gewährleisten Sie das hohe Qualitätsniveau Ihrer Veranstaltungen?
Heiner Hans: Um gute Lernergebnisse zu erzielen, sind die Teilnehmerobergrenzen bei Seminaren auf kleine Gruppengrößen limitiert.
Die Teilnehmergröße variiert dabei zwischen 10 bis 18 Teilnehmern. Unsere Softwareschulungen bestreiten wir darüber hinaus immer mit zwei Trainern, um eine gute und individuelle Betreuung aller Teilnehmer sicher zu stellen. Auch unsere Ausstattung trägt zur Qualität bei. Unsere modernen Räume sind flexibel für Frontal- oder Gruppenarbeit möbliert und verfügen durchgängig über interaktive Whiteboards. Ein Ausweis unserer Qualität ist übrigens eine Akademiezertifizierung nach DIN EN ISO 9001 und eine Anerkennung als Kooperationspartner im Rahmen des Zertifizierungsprogramms DIN CERTCO Geprüfter Lichttechniker.

LICHT: Welchen Background haben Ihre Referenten?
Heiner Hans: Unsere Referenten sind methodisch und didaktisch ausgebildete Fachexperten aus unserem TRILUX-Trainernetzwerk. Das jeweilige Seminarthema steht im Vordergrund der beruflichen Tätigkeit des Referenten. Bei TRILUX Kongressen – sogenannten TRILUX Thementagen – geben zudem auch unterschiedlichste namhafte externe Experten 360°-Praxiseinblicke auf bestimmte Themen.

LICHT: Veranstaltungen finden nicht nur hier in Arnsberg statt, sondern auch deutschlandweit. Führen Sie auch Inhouse-Schulungen in Unternehmen und Planungsbüros durch?
Heiner Hans: Ja, gerne entwickeln wir für und mit Unternehmen spezielle Weiterbildungspakete für ihre Mitarbeiter. In diesen Fällen können wir die Seminare optimal an die angestrebten Bildungsziele und Vorkenntnisse der Teilnehmer anpassen.

LICHT: Sie bieten seit einiger Zeit auch Webinare an. Welches Feedback bekommen Sie hier von Ihren Kunden?
Heiner Hans: Wir sind selbst etwas überrascht über den guten Zuspruch bei dem relativ neuen Schulungsformat der Online-Seminare. Aus unserem neuen Studio schulen wir aktuelle Themen innerhalb von maximal einer Stunde. Dabei aufkommende Fragen beantwortet ein speziell ausgebildeter Onlinetrainer. Die Teilnehmer schätzen, dass sie vom heimischen Arbeitsplatz aus ohne Zeit- und Reiseaufwand lernen können.

LICHT: Es gibt in Deutschland nur wenige Anbieter von Schulungen und Lehrgängen für Lichttechnik und Lichtplanung. Was ist der Grund hierfür?
Heiner Hans: Der Katalog von interessierenden Fachthemen ist sehr groß. Die 11 Module zum DIN Geprüften Lichttechniker, die sich ja nur auf Grundwissen beschränken, vermitteln dazu eine Vorstellung. Die Themenbreite erweitert sich nochmals, wenn man eine gute Adaption an unterschiedliche Zielgruppen anstrebt. Das ist aufwändig und erfordert einen großen Pool an fachkundigen Referenten. Da Bildungsinteressierte mit Recht einen hohen Anspruch an Know-how und Praxisrelevanz stellen, sind Bildungsanbieter schlichtweg kaum in der Lage, geeignete Referenten zu rekrutieren, wenn man nicht den fragwürdigen Weg über vermeintlich omnikompetente Universalreferenten gehen möchte.

LICHT: Was würden Sie gerne in der Akademie ausbauen wollen, wo sehen Sie Handlungsbedarf bei der Wissensvermittlung?
Heiner Hans: Mit unseren Angeboten schaffen wir beste Voraussetzungen, um sich in einem hochdynamischen Markt zurechtzufinden und an modernen Lichtlösungen mitzuwirken. Trotzdem können sich natürlich in der alltäglichen Arbeit immer noch spezielle Fragen ergeben. In Zeiten der zunehmenden Arbeitsteilung gilt dann »Das Wissen liegt in Netzwerken«. Ich begrüße daher alle Veranstaltungen, die einen intensiven Austausch zwischen den Projektbeteiligten fördern. Die TRILUX Akademie wird hier in Zukunft ihren Beitrag liefern.

LICHT: Herr Hans, vielen Dank für das Gespräch.

Fotos: TRILUX
www.trilux-akademie.com