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01. Dezember 2014

Leuchtendes Umsteigedreieck

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Kapitel 1

Abb.: Haltestellen mit mehr Kapazität und Komfort sowie ein deutlich größeres Servicegebäude bieten am Königsplatz in Augsburg eine zeitgemäße Infrastruktur für den öffentlichen Nahverkehr

Öffentlicher Nahverkehr statt Autostadt

Der Augsburger Königsplatz hat im Laufe seiner Geschichte schon vieles erlebt. Mitte des 18. Jahrhunderts im Zuge der Eröffnung des Augsburger Hauptbahnhofs entstanden, entwickelte sich der Platz Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem der am stärksten frequentierten Straßenbahnumsteigeplätze der Stadt. Viele Jahrzehnte blieb der Platz weitgehend unverändert, bis er 1976/77 zu einem großen Haltestellendreieck ausgebaut wurde. Dem stetig wachsenden Verkehrs- und Mobilitätsaufkommen in den Folgejahren jedoch konnte der Platz auf Dauer nicht gerecht werden, und so wurde eine verkehrstechnische Neuordnung und städtebauliche Aufwertung des Königsplatzes notwendig. Zu eng, zu unkomfortabel und zu unsicher war das alte Königsplatz-Dreieck, um das Fahrgastaufkommen von inzwischen über 100000 Fahrgästen pro Tag zuverlässig und reibungslos bewerkstelligen
zu können. Nach Jahren der Planung konnte der neue »Kö« Mitte Dezember 2013 offiziell in Betrieb genommen werden.

Abb.: Lineare Leuchten mit Leuchtstofflampen übernehmen die Ausleuchtung der Bahnsteige.

ALLES UNTER EINEM DACH

Zentrales Element der neuen Platzarchitektur ist der weithin sichtbare gläserne Pavillon mit seinem elf Meter weit auskragenden Dach. Er wirkt leicht und transparent, greift die Dreiecksform des Platzes auf und ermöglicht den wartenden Fahrgästen durch seine windgeschützten Sitz- und Stehbereiche selbst bei schlechtem Wetter einen angenehmen Aufenthalt. In seinem Inneren beherbergt der Bau Ladengeschäfte, das Kundencenter der Stadtwerke Augsburg, öffentliche Toiletten, Geldautomaten und Telefonzellen sowie eine Kantine und Aufenthaltsräume für die Straßenbahn- und Busführer der Stadtwerke.

Der gläserne Monolith ist aber mehr als nur ein Verkehrsbauwerk. Sein farblich beliebig steuerbares Beleuchtungskonzept macht ihn zu einer Lichtskulptur, die auch bei Nacht die übergeordnete Bedeutung des Umsteigedreiecks betont und Besuchern wie Bewohnern der Stadt als weithin sichtbarer Orientierungspunkt dient – futuristisch, attraktiv, lebendig, dynamisch und urban. Das Beleuchtungskonzept wurde zum großen Teil mit LED-Technik umgesetzt. Vorteile bietet dies hinsichtlich Energieeinsparung und verringertem Wartungsbedarf der Leuchten − bei einer Dachhöhe von über 8 Metern ein nicht unerheblicher Faktor.

Die Dachkonstruktion des Pavillions wird von einem umlaufenden, ein Meter hohen und von 6000 LEDs weiß hinterleuchtetem Lichtband eingefasst. Aus der Fuge zwischen Fassade und Vordach heraus übernehmen iGuzzini-Leuchten des Typs »Linealuce Compact RGB LED« mit Wall-Washer-Optik die Inszenierung der Gebäudefassade mit farbigem Licht. Um eine ausreichende Reflexionsfläche für die im Alltagsbetrieb bläuliche Anstrahlung zu erhalten, wurden die transparenten Glasscheiben mit einem weißen, linearen Siebdruck überzogen.

Abb.: In die Unterseite des Vordaches wurden runde LED-Einbauleuchten integriert. In der Fuge zwischen Fassade und Dach sitzt die farbige LED-Beleuchtung

Sicheres Licht für die Bahnsteige

Auch die Bahnsteige, Wartebereiche und Verkehrswege des neuen Umsteigedreiecks werden von iGuzzini-Leuchten in Szene gesetzt.
Runde LED-Einbauleuchten des Typs »Reflex Easy« – in die Unterseite des Daches integriert – beleuchten die Wartebereiche rund um den Pavillon und geben den Wartenden ein sicheres Gefühl, auch bei Dunkelheit. Die in zwei Reihen angeordneten Leuchten gewährleisten eine sehr gleichmäßige und blendfreie Ausleuchtung der Flächen.
Die einzelnen überdachten Haltestellenbereiche hingegen werden von linear angeordneten Leuchten des Typs »Linealuce« mit Leuchtstofflampen erhellt, deren Very-Wide-Flood-Optiken das Licht sehr homogen streuen. Zur Beleuchtung der Fußgängerüberwege fiel die Entscheidung zu Gunsten der LED-Mastleuchten des Typs »UFO«.

Bauherr: Stadtwerke Augsburg Verkehrs-GmbH, www.sw-augsburg.de
Architekten: atelier pk, Berlin, www.atelier-pk.com
Landschaftarchitekten: bbz, Berlin, http://bbz.la
Leuchten: iGuzzini Deutschland GmbH, Planegg, www.iguzzini.de
Fotos: Lothar Reichel für iGuzzini