News
01. August 2014

Picknick im Wald statt Mensa-Hektik

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Kapitel 1

[fullwithimg src=«/wp-content/uploads/Li7-8.14P8_1.jpg«]

Abb. Das übergreifende Motto des Interieurkonzeptes für die Mensa lautete "Natur". Die Wände sind raumhoch mit Glasplatten verkleidet, die mit einem abstrahierten "Waldpanorama" bedruckt sind.

Mittagessen wie in der Natur

In dem weitläufigen Erdgeschoss des neuen Hörsaalzentrums wurde die Mensa als eine Art unabhängiger Raum konzipiert. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der sich vom Unibetrieb abgrenzt und an dem die studentischen Verpflichtungen in den Hintergrund treten. Dazu trägt das Konzept »Natur« bei, welches vom Architekten Tzou Lubroth entworfen wurde und die räumliche Autonomie der Mensa betont. Konsequenterweise sind die Sitzbereiche mit rustikalen Picknicktischen, Hockern und Stühlen aus solidem Holz ausgestattet, das in verschiedenen Farbtönen gebeizt und auf den jeweiligen Sitzbereich abgestimmt ist. Neben der Einrichtung und der architektonischen Gestaltung wird das Thema »Natur« besonders durch die Beleuchtung unterstrichen: Hierfür wurden raumhohe Wandflächen aus Glasplatten mit einem abstrahierten Waldpanorama bedruckt. Durch die vom österreichischen Künstler Markus Leitsch kreierte »Waldlandschaft« soll das Gefühl verstärkt werden, sich abseits des Campus zu befinden. Die insgesamt 300m² große Glasfläche ist hinterleuchtet und präsentiert in der neuen Mensa ein Lichtspiel, das sich wie das natürliche Licht über Stunden hinweg kontinuierlich verändert. Ein Student trinkt morgens seinen Kaffee unter einem anderen Beleuchtungsszenario, als er später am Tag zu Mittag isst.

Abb.: Für die Hinterleuchtung der Glaswände kommen RGB-LED-Profilleuchten zum Einsatz. Angesteuert per DMX, können sie ihre Lichtfarbe verändern. Für den Alltagsbetrieb ist ein Lichszenario hinterlegt, dass die Dynamik des natürlichen Lichts über den Tagesverlauf aufgreift.

Klein, schmal, hochleistungsfähig

Um diese Lichtlösung zu ermöglichen, mussten Leuchten gewählt werden, die sehr klein, schmal und leicht zu installieren sind. Die Verantwortlichen entschieden sich für die schlanken »Nano Liner XB« der Osram Tochter Traxon Technologies. Die Leuchten sind in unterschiedlichen Längen von 345mm bis 1345mm verfügbar und haben durch ihre geringe Breite und Höhe von je 34,7mm und 39,2mm auch auf wenig Raum Platz. In ihrem Aluminium-Gehäuse befinden sich Hochleistungs-LEDs, deren Anzahl pro Leuchte individuell angepasst werden kann, und die die Glaswände im Innenraum mit einem hellen und ebenmäßigen Licht beleuchten. Dazu trägt auch der Abstrahlwinkel der LEDs bei. Denn durch die enge Anordnung von LEDs mit großem Abstrahlwinkel (z.B. 40°) wird eine intensive und gleichmäßige Ausleuchtung der Glaswände erreicht. Außerdem verfügen die »Nano Liner XB« über eine breite Palette an Farben und ermöglichen damit unterschiedliche Farbeindrücke, die den natürlichen Tageslichtverlauf in der Mensa nachbilden.

Abb.: Mit ihrem minimalistischen Querschnitt konnten die RGB-LED-Leuchten "Nano Liner XB" sehr gut im engen Bauraum hinter den Glasplatten installiert werden. Die Zusammensetzung der integrierten LEDs ist projektspezifisch konfigurierbar. Durch den geringen Abstand zwischen den LEDs und einen großen Abstrahlwinkel werden die Flächen homogen ausgeleuchtet.
Abb.: Die Ansteuerung der LEDs übernimmt die DMX-Engine »Butler S2«. Diese Lichtsteuerzentrale hat einen integrierten Webserver und kann bis zu 1024 Kanäle in zwei DMX- Universen ansteuern. [/caption]

Einfache Steuerung bei großer Leistung

Die gesamte Installation wird automatisch über den »Butler S2« von e:cue gesteuert. Die DMX-Engine regelt hierbei direkt die eingesetzten »Nano Liner XB«. Bis zu 1024 Kanäle in zwei DMX-Universen können über eine DMX-Steuerzentrale angesteuert werden. Die Anzahl der steuerbaren Kanäle kann bei Bedarf durch das Zusammenschalten weiterer »Butler S2« noch deutlich erhöht werden.
Um Lichtszenarien, wie die Tages- und Jahreszeitenbeleuchtung in der Mensa der WU umzusetzen, werden über die »Lighting Application Suite« (LAS) sogenannte Cuelisten vorprogrammiert und gespeichert. Da der »Butler S2« über einen integrierten Webserver verfügt, erfolgt die Programmierung unkompliziert von einem PC aus via Standard-Browser. So können bis zu 99 Cuelisten bzw. Lichtszenarien programmiert und gespeichert werden.

Abb.: Da der "Butler S2" über einen integrierten Webserver verfügt, können die Lichtszenarien in einem Standard-Webbrowser programmiert werden. Das Bild zeigt die Benutzeroberfläche der Software "Lighting Application Suite".

Rundum natürliches Licht

Das Konzept »Natur« schafft einen Ort der Erholung inmitten des unruhigen Uni-Alltags. Erreicht wird das nicht zuletzt durch die Beleuchtung, die den natürlichen Verlauf des Lichts – ganz nach dem Verlauf der Sonne erzeugt und das architektonische Thema der Mensa betont. Darüber hinaus reflektiert der natürliche Lichtverlauf den Biorhythmus der Studenten und unterstützt beispielsweise durch kühle weiße Lichttöne am Morgen deren Aktiviertheit und Leistungsfähigkeit.

Abb.: Ob ein eher rötliches Licht wie zu Sonnenauf- und -untergang oder ein eher bläuliches Spektrum wie an einem Sonnentag unter blauem Himmel – die Mensa präsentiert sich zu jeder Tageszeit mit einem anderen Raumeindruck.

Architekt: Tzou Lubroth, Wien, www.tzoulubroth.com
Art Consultant: Markus Leitsch, Wien, markus.leitsch.at
Leuchten für die Hinterleuchtung der Glaswände: Traxon Technologies, Paderborn, www.traxontechnologies.com
Lichtsteuerzentrale: e:cue, Paderborn, www.ecue.de