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28. Juli 2014

HCL – Human Centric Lighting

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An den Menschen angepasste Beleuchtungslösungen mit tageslichtähnlichem Lichtverlauf gewinnen zunehmend an Bedeutung, denn sie bringen biologisch und emotional wirksames Licht (Human Centric Lighting) in Innenräume, wo es das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit steigert. Was seinen Anfang vor rund 10 Jahren in Altenpflegeeinrichtungen nahm, erobert nun Schritt für Schritt weitere Anwendungsbereiche – gefördert durch das Vordringen der LED und ihre Steuermöglichkeiten. Davon werden in den nächsten Jahren Betreiber und Nutzer von Senioreneinrichtungen, Kliniken, Schulen und Hochschulen, Hotels sowie Büros profitieren. Projekte und Studien zeigen positive Wirkungen aber auch spezifische Anforderungen und Nutzerwünsche. Generell gilt es, dem Eindruck einer Zwangsbeglückung oder Manipulation entgegenzuwirken.

Keine Manipulation

»Wir geben dem menschlichen Organismus mit HCL nur ein bisschen von dem zurück, was ihm bei einem Leben unter freiem Himmel zur Verfügung stand: Von den 100.000 Lux der Mittagssonne ist das künstliche Licht mit 1000 Lux oder weniger noch weit entfernt«, erläutert Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Herbert Plischke, Professor mit dem Schwerpunkt »Licht und Gesundheit« an der Hochschule München. »Dem Menschen eine Lichtqualität zu geben, die näher an seiner evolutionär prägenden Lichtquelle (der Sonne) liegt, ist keine Manipulation solange man den circadianen Rhythmus unterstützt und nicht aus seinem natürlichen Gleichgewicht bringt«, ergänzt Plischke.

Störungen des circadianen Systems ergeben sich, wenn in den Nacht- oder Abendstunden z.B. mit einem hohen Blauanteil und einer flächigen Lichtverteilung an der Decke gearbeitet würde. Denn damit werden die fotosensitiven Ganglienzellen im Auge am stärksten stimuliert und die Bildung des Schlafhormons Melatonin unterdrückt. Das wäre mit der Wirkung von Kaffee oder anderen Aufputschmitteln in der Nacht vergleichbar. Will man die Mitarbeiter bei abendlichen Überstunden nicht aus ihrem Biorhythmus bringen, sollte man das Licht nicht so flächig und mit einer niedrigen Farbtemperatur (z.B. 2700 K) planen, damit weniger Ganglienzellen angeregt werden.

Plischke sieht HCL im Büro als ein Zukunftsthema für das betriebliche Gesundheitsmanagement. Durch die Verbesserung des Arbeitsumfelds und die höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter verbessert sich automatisch auch ihre Leistung. Im Kampf um Talente und bei der Mitarbeiterbindung werden Arbeitgeber mit an den Menschen ausgerichteten Beleuchtungskonzepten punkten können.

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