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13. Mai 2014

Design, Innovation, Technik

Lesezeit: ca. 8 Minuten

Kapitel 1

Positive Bilanz

Mit Spitzenergebnissen endete am 4. April 2014 die Messe Light+Building. Ein weiteres Mal hat sie ihre Position als weltgrößte Leistungsschau für Licht, Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation sowie Software für das Bauwesen bestätigt. Nicht nur konnte die Messe Frankfurt nach Messeschluss Rekordzahlen zu Besucher- und Ausstellerzahlen vermelden, auch die Breite und Qualität der gezeigten Neuheiten war beeindruckend. LED und OLED haben das Innovationstempo der Branche vervielfacht. Ausdruck findet dies in Lichtquellen und Optikkonzepten mit ganz neuen Funktionalitäten und Qualitäten, in nie dagewesenen Möglichkeiten der Lichtsteuerung und -vernetzung, aber auch in einer neuen Freiheit beim Leuchtendesign. Dieser Beitrag stellt eine Auswahl an Messeneuheiten im Bereich der designorientierten Innenleuchten vor, die ganze Bandbreite an interessanten Themen wird permanentes Thema der kommenden LICHT-Ausgaben sein.

Während der sechs Messetage informierten sich 211500 Fachbesucher aus 161 Ländern über die Innovationen und Lösungen der Light+Building-Aussteller. Das entspricht gegenüber 2012 einem Zuwachs von 8%. Auch der Internationalitätsgrad bei den Besuchern ist um weitere 3% gestiegen. Mit einem Anteil von 47% an der Gesamtzahl kam fast jeder zweite Besucher aus dem Ausland.

Mit 2458 Ausstellern und damit 7% mehr als bei der vergangenen Veranstaltung sowie einem Flächenplus von 4% auf jetzt 245000m2 verzeichnete die Light+Building in allen relevanten Bereichen neue Rekorde.

Auffallend gut äußerten sich die deutschen Aussteller bei der Umfrage der Messe Frankfurt zur aktuellen Branchenkonjunktur: 85% der Befragten bewerteten diese mit gut oder befriedigend. Spitzenwerte vergaben Aussteller und Besucher bei der Gesamtbeurteilung der Messe. Auf Ausstellerseite lag der Wert bei rund 90%, auf Besucherseite verblieb er auf einem außerordentlich hohen Niveau von 98%.

Sechs Tage traf sich die internationale Welt des Lichts in Frankfurt. Dabei waren alle Segmente der Branche vertreten von Innen- und Außenleuchten aller Stilrichtungen und Anwendungsbereiche über Lichtquellen- und LED-Hersteller bis zu Anbietern von Komponenten, Zubehör und Lichtsteuerung. Die Messehallen fungierten als Kulisse für Produktinnovation und Markeninszenierung, kommunikative Begegnung und angeregte Expertendebatten, aber auch einfach insprierende Kontemplation. (Fotos: Messe Frankfurt: Jens Liebchen / Pietro Sutera)

Neue Leuchten: Schön, effizient, intelligent

Einen Namen, der spontan an die Dynamik in den Messehallen der Light+ Building denken lässt, trägt die Leuchte »Mooove«. In ihrem Fall steht das »Mooove« zwar auch für Bewegung, weist mit dem dreifachen »O« jedoch auch auf die außergewöhnlichen Gelenke der Tischleuchte hin. Denn diese LED-Leuchte von senses ist eine Bewegungskünstlerin – und das in doppeltem Sinne. Innovative Magnetgelenke unterstreichen das puristische Design und machen sie überaus beweglich, während sich das Licht intuitiv durch Gesten steuern lässt. Kein Schalter, kein Touch-Dimmer, keine lästigen Kabel: Die im Lichtkopf verborgene neuartige Sensorik setzt die gewünschten Lichtaktivitäten um. Zum Einschalten genügt ein Griff in Richtung Leuchte. Der Abstand der Hand zum Licht regelt die gewünschte Dimmung. Ein Wink, und das Licht ist wieder aus. Ebenso kann mit Gesten die Lichtfarbe gewählt werden. Dabei merkt sich die Leuchte die zuletzt vorgenommenen Einstellungen. Besonders pfiffig ist der magnetische Leuchtenkopf, der ein einfaches Austauschen des LED-Leuchtmittels ermöglicht. Aaron Rauh und David Saupe vom Designstudio Holon ID aus Hamburg haben die »Mooove« designt.
www.spirit-of-senses.ch

Quelle: senses

So zart und hauchdünn wie eine gleichnamige Schokoladenmarke präsentiert sich die neue Pendelleuchte »After 8« aus dem Hause Molto Luce. Mit einer Breite von nur 5mm besticht die Leuchte durch schwebende Leichtigkeit und integriert sich in jedes Ambiente. Der grazile Leuchtenkörper aus Vollaluminium ist in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich. In der seitlichen Ansicht, aufgrund ihrer reduzierten Kontur, fast unsichtbar, erhellt »After 8« gekonnt den Raum und setzt auf minimalistische Weise edle Akzente. Die entblendete, konsequente Lichtlinie liefert ein Lumenpaket von 1600lm mit einem Indirekt-Anteil von 30%. Sie ist mit hocheffizienten, warmweißen (3000K) ultra compact LED ausgestattet.
www.moltoluce.com

Quelle: Molto Luce

Der Leuchtenhersteller Steng Licht aus Stuttgart präsentierte sich auf der Light+Building mit einem neuen Markenauftritt unter dem Namen »Light by Steng«. Das neue Branding dokumentiert auch den Generationenwechsel innerhalb des Unternehmens. Peter Steng hat nach 50-jähriger Firmenzugehörigkeit das operative Geschäft an seinen Sohn Andreas Steng übergeben. Auf der Light+Building zeigte Steng unter anderem das neue LED-Lichtsystem »Combilight«. Der minimalistische Strahler funktioniert nach dem modularen Baukastenprinzip; die Technik ist in einen transluzenten Plexiglas-Zylinder mit einem Durchmesser von nur 44mm integriert. Erfinder der »Combilight« ist Professor Wulf Schneider, renommiert und erfahren in Designentwicklungen. Mit einer ausgezeichneten und variablen Lichtqualität sollte das System im Objektbereich ebenso einsatzfähig sein wie im wohnlichen Ambiente. »Combilight« ist ein LED-Lichtsystem, das durch die Addition der einzelnen LED-Strahler eine Vielzahl an Lichtlösungen bietet. Es ermöglicht Lösungen für Decke und Wand, als Downlight oder als Decken- und Wandleuchte. Die Leuchtenmodule sind angepasst an das Steng-Schienensystem und funktionieren mit den bekannten Steng-Steckkontakten als Spot oder Pendelleuchte. Die einzelnen Variationen sind flexibel einsetzbar und ergänzen sich gegenseitig. Durch das Einlegen von Farbfiltern in die Strahler kann das Spektrum des Lichtes vom Nutzer selbst individuell variiert werden.
www.steng.de

Quelle: Steng

Wie auf jeder Light+Building beeindruckten nicht nur die Produkte mit innovativen und attraktiven Designs, sondern auch die Messestände. Die Bilder zeigen (v.l.n.r.) die Messestände von Oligo, Bechter Licht, Prolicht und Deltalight. (Fotos: Alexander Schwarz, Messe Frankfurt/Jens Liebchen, Sigrun Heiden, Alexander Schwarz)

Auf den ersten Blick weckt die neue LED-Pendelleuchte von Oligo die Assoziation an eine atemberaubende Skyline bei Nacht. Die aus dem Leuchtenkörper aufsteigenden Acrylsteine faszinieren den Betrachter und laden zur Gestaltung der individuellen Leuchte ein. Denn nicht nur, dass die Anordnung der Steine nach eigenen Vorlieben möglich ist – auch die Lichtwirkung der »Paläo« kann dank innovativer Gestensteuerung individuell eingestellt werden. Die nach unten gerichteten LEDs sind in zwei Bereiche aufgeteilt, die unabhängig voneinander schalt- und dimmbar sind. Somit besteht die Möglichkeit, den unterhalb der Leuchte befindlichen Tisch über die gesamte Breite, mittig akzentuiert oder nur in den äußeren Bereichen auszuleuchten. Das indirekte Licht, das die einzelnen Acrylsteine erstrahlen lässt, passt sich automatisch der Helligkeitsstufe der mittleren LED-Platine an, kann allerdings für eine außergewöhnliche Lichtatmosphäre auch separat als dezente Lichtquelle eingesetzt werden.
www.oligo.de

www.oligo.de

»Albedo« von Fontana Arte ist eine Leuchte, deren Inspiration von einer in Dubai im Jahre 2012 realisierten Installation stammt und die elegante Bewegung von Quallen wiedergibt. Der Diffusor besteht aus Stoff, der lasergeschnitten sowie fachmännisch gefaltet und genäht wird. Eine Struktur aus weiß lackiertem Metall hält ihn in der gewünschten Position. Der Diffusor kann für die Reinigung ganz einfach abgenommen werden. Das Leuchtmittel, dass in einem zentralen Zylinder aus Polycarbonat untergebracht ist, erzeugt ein warmes Licht, das mit Hilfe des Stoff-Diffusors reflektiert und gestreut wird. Die Leuchte »Albedo« vom Design-Studio Drift, in drei Größen erhältlich, ist eine Pendelleuchte für den Wohnbereich sowie für größere, repräsentative Räume. Das Design stammt von den niederländischen Künstlern Ralph Nauta und Lonneke Gordijn von Studio Drift.
www.fontanaarte.com

Quelle: Fontana Arte

Eine faszinierende Komposition aus Linie, Licht und Material präsentierte Optoled Lighting unter der neuen Marke »Ocari«. Das zentrale Thema der Leuchten bildet die Lichtliniie. Ganz gleich ob stringent geordnet oder wahllos verspielt – sie ist die Vermittlerin des Lichts in das formgebende Material. Der Ursprung des Lichts selbst – lichtstarke LED-Technik – tritt dabei in den Hintergrund. Die Leuchten meistern den Spagat zwischen klar definierter Form und transparenter Leichtigkeit, wodurch sie als starke Aussage im Raum überzeugen können.
www.optoled.de | www.ocari.de

Quelle: Optoled Lighting

Ein Eyecatcher am Light+Building-Messestand von Deltalight war die Leuchte »Gaboo«. Abgependelt über dem Counter zog die kleine, aber feine Kugelleuchte die Aufmerksamkeit auf sich. In den eiförmigen Perforationen des Leuchtenkorpus liegen LEDs, die für attraktive Lichteffekte sorgen. Die leuchtenden Kugeln können als Einzelleuchte oder, in größeren Räumen, auch zu Formationen arrangiert werden. »Gaboo« ist als Wandleuchte mit abgeflachter Seite, und als Pendelleuchte erhältlich. Beide Ausführungen lassen sich dimmen. Der lässige Look der Leuchte verbirgt verschiedene LED-Cluster und das eingebaute Vorschaltgerät.Wer eine besonders raffinierte Wirkung erzielen möchte, nutzt den randlosen Abhänge-Kit als Option. Abhängung und Stromkabel werden mit ihm äußerst dezent in die Decke geführt.
www.deltalight.com

Quelle: Deltalight

Die Leseleuchte "Lady Jane" von Nimbus (Foto: Frank Ockert); eine grafische Lichtinstallation mit den Leuchten "String" und "IC Lights" bei Flos (Foto: Messe Frankfurt/Jens Liebchen); LED- und OLED-Leuchten bei Ben Wirth (Foto: Alexander Schwarz) und eine lichtvolle Arbeitsinsel unter den Leuchten "Tilt" bei Nyta (Foto: Messe Frankfurt/Jens Liebchen)

Mit ihrer charismatischen, jedoch weich abgerundeten Dreiecksform passt sich die Leuchte »Victory« von Prolicht harmonisch jedem Raum an, und kann je nach Winkel und Drehung ganz unterschiedliche Lichteffekte erzeugen. Somit ist sie eine perfekte, nicht alltägliche Grundbeleuchtung für Büros oder Warteräume. »Victory« ist erhältlich als Einbau-, Anbau und Pendelleuchte mit 3000K oder 4000K. Standardmäßig stehen drei Größen zur Auswahl: 800mm, 1100mm, 1400mm.
www.prolicht.at

Quelle: Prolicht

Mit »Lady Jane« hat der Designer Sven von Boetticher mit Nimbus eine puristische LED-Leseleuchte entworfen: Der Leuchtenkörper ist ein runder, verchromter Stab auf einer weißen Fußplatte. Dieser trägt – durch sein eigenes Gewicht gehalten – das längliche Leuchtenpaddel aus Acrylglas. Es ist stufenlos höhenverstellbar und lässt sich in jede gewünschte Position drehen – und sogar als tragbare Lichtquelle ganz abnehmen. Auf Wunsch ist ein zweiter Leuchtenkopf – »Sister Jane« – verfügbar. Strom beziehen beide aus vier Meter langen Textilkabeln in Neongrün, Pink oder Dunkelgrau. Die Gestensteuerung erlaubt es, die Leseleuchte berührungslos zu dimmen. Namensgeberin ist übrigens Lady Jane, die Mick Jagger schon 1966 hingebungsvoll besungen hat.
www.nimbus-group.com

Quelle: Nimbus

Mit »Incipit« und »Incalmo« präsentierte Artemide eine interessante Verbindung aus innovativer Technologie und traditioneller Glasbläserkunst aus Murano. Die neue Hängeleuchte »Incalmo« besteht aus zwei Elementen. Beim oberen Teil, auch als Einzelleuchte unter dem Namen »Incipit« (lat. hier beginnt) erhältlich, handelt es sich um ein High-Contrast-LED-Downlight für den Wohnbereich. Kombiniert mit einem Leuchtenkörper aus transparentem und weißem Muranoglas wird aus »Incipit« die ovale Leuchte »Incalmo«. Carlotta de Bevilacqua und Fabio Zanola sind mit »Incipit« und »Incalmo« zwei Leuchten gelungen, die – sowohl durch ihre Formgebung und innovative Technologie, als auch durch traditionelle Glasbläserkunst aus Murano – Räumen eine ganz besondere Sinnlichkeit schenken.
www.artemide.de

Quelle: Artmide

Die Firma Buschfeld präsentierte unter anderem den Glasleuchter »Rondo Fano«, der das Ergebnis der ersten Zusammenarbeit zwischen Isabel Hamm Gestaltung und Buschfeld Design ist. Der Kronleuchter »LightLight Rondo« dient hier als stromführende Struktur, die durch die von Isabel Hamm gestalteten, blickdicht gehängten Glaselemente zu einem opulenten Kristallleuchter wird. Der Lüster besteht aus 138 handgefertigten Glaselementen. Bestückt wird er mit 4 x »Vivid 2« LEDs von Soraa mit einem CRI von 95 und 2700K Farbtemperatur.
www.buschfeld.de

Quelle: Buschfeld Design

Die nächste Light+Building findet vom 13. bis 18. März 2016 statt. Die Berichterstattung zu den verschiedenen Themen der Messe wird in den kommenden Ausgaben der Zeitschrift LICHT fortgesetzt.