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12. Februar 2014

Atmosphärische Projektarbeit

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Kapitel 1

Der österreichische Leuchtenhersteller Prolicht präsentierte seine LED-Wandleuchte "Dice Wall" sehr eindrucksvoll.

Die Lichtbranche entdeckt neue Wege

Die Masse an Ausstellern und Besuchern alleine macht natürlich noch keine erfolgreiche Messe aus. Aber auch an diesem Punkt wird von den Veranstaltern der architect@work gesteuert. So gibt es nur ein begrenztes Kontingent an Ausstellungsflächen in fest definierter, gleicher Größe und dieses wird prozentual auf die jeweiligen Branchensegmente verteilt. So bleibt garantiert, dass es für jeden Besucher relevante Themen gibt – von neuartigen Oberflächenveredelungen über hochwertige Sanitärartikel bis hin zu innovativen Beleuchtungslösungen. Ein Garant dafür, dass die Messe für Architekten, Ingenieurbüros, Innenarchitekten, Einrichter und andere Auftraggeber beinahe an jeder Stelle interessant und vor allem überschaubar bleibt.

Ohne sich in Zahlen zu verlieren, lässt sich bereits während des Messebesuchs feststellen, dass von Veranstaltung zu Veranstaltung die Anzahl der Lichtaussteller und die Qualität der Präsentationen zunehmen. Dadurch, dass sich alle mit knapp 6m2 Fläche arrangieren müssen, sind sie bemüht, einen bleibenden und zum Verweilen einladenden Eindruck zu hinterlassen. Manchen gelingt dies durch ein spartanisches Arrangement auf monochromen Wand- und Deckenelementen. Andere inszenieren Ihre Produkte und bringen sie in abstrakte Zusammenhänge mit unwirklich anmutenden Gestaltungselementen.

Die mit der Strahlerserie "minimal compact" beleuchtete Wand von chistiantürmer konnte sich sehen lassen.
Die LED-Leuchtenserie »Glance« von Oligo kombiniert klassisches Design mit Gestensteuerung.[/caption]
[media type="image" id="7909" link="" caption=""] »Super Flat« von Flos macht ihrem Namen alle Ehre. Die LED-Pendelleuchte verschmilzt geradezu mit dem Raum.
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Lichtinszenierungen auf sechs Quadratmetern

Die Präsentation von Prolicht stach aus dem allgemeinen Erscheinungsbild (wenn man denn überhaupt davon sprechen kann) erfrischend positiv heraus. Die Leuchten (u.a. die vielfarbige LED-Wandleuchte »Dice Wall« und der 1450lm starke LED-Strahler »Scotix-1« wurden in einer kippenden und in sich verschachtelten Wand-/Deckenkonstruktion aus unterschiedlichen Oberflächenmaterialien und Mustern inszeniert.

Molto Luce blieb seinem Farbkonzept treu und zeigte seine Neuheiten in gewohnter, edel schwarzer Umgebung. Die Köpfe der Boden- und Wandleuchte »Clip Led« sind aus ökologisch unbedenklichem Faserzement gefertigt und durch die Ausführung in IP44 für den Außenbereich geeignet. Die Pendelleuchte »After 8« und die modulare Vitrinenbeleuchtung »Illumini« basieren auf dem gleichen LED-Modul, welches nur minimalistische 3,5mm Breite misst. Die Pendelleuchte ist dadurch extrem schlank und lässt die LEDs in der Sandwichbauweise nahezu verschwinden. Die Vitrinenbeleuchtung integriert sich so elegant in das Objekt, dass der Betrachter sie gar nicht wahrnimmt. Und wenn man das winzige Leuchtenprofil dann doch entdeckt hat, überzeugt es durch die hochglänzende Oberfläche und die anspruchsvolle Verarbeitung.

Mit der neuen Leuchtenserie »Glance« war Oligo auf der Messe präsent. Die Kombination aus klassischem Leuchtendesign, gepaart mit technisch ausgereifter LED-Technik, könnte »Glance« zu einem Klassiker machen. Die Integration der innovativen Gestensteuerung rundet das Produkt entsprechend ab. Aufgrund anhaltender Nachfrage aus der Hotel- und Gastronomiebranche wurde aus der eigentlich transportablen Tischleuchte eine fest adaptierte Variante mit kugelgelagerter Drehfunktion konstruiert. Mit dieser und der Ausführung als Pendelleuchte wusste Oligo die Besucher zu fesseln.

Flos konnte sein Unterputz-Einbausystem »The Running Magnet« direkt in den Messestand integrieren und so die Vorteile der magnetischen Strahleradaption live demonstrieren. Daneben fügten sich die anderen Neuheiten »Super Flat«, »Light Bell« und »Orot« harmonisch in das strahlende Gesamtbild ein.

Das relativ junge Unternehmen christiantürmer aus Köln präsentierte seine gestalterisch auf das Minimum reduzierte Leuchtenserie »minimal compact« erstmals auch mit LED-Technik in einem sehr attraktiven Kontext. Eine großflächige Strukturwand erzeugte durch die gezielte Beleuchtung ein spannendes Licht- und Schattenspiel und zog die Besucher an.

Der spanische Hersteller Vibia hingegen präsentierte sein von Erik Levy designtes Lichtobjekt »Rhythm« vor einer klassisch schwarz-weißen Kulisse, was dem Produkt in seiner schwebenden Anmutung besonders schmeichelte und es dezent in den Fokus rückte.
[media type="image" id="7906" link="" caption="Vibias Lichtobjekt "Rhythm" scheint im Raum zu schweben."] Die voluminöse Projektleuchte »Ring of Fire« von RZB ist ein visuelles und lichttechnisches Highlight. Dimmbare LED-Technik lässt die Leuchte sowohl direkt als auch indirekt erstrahlen.
[media type="image" id="7907" link="" caption=""] Material und Form sind die markanten Merkmale der Produktlinie »Clip LED«. Gefertigt werden die Leuchtenköpfe aus Faserzement der Marke Eternit. Die Serie besteht aus einer Wand- und einer passenden Pollerleuchte.

Architect@work – 16 Stunden genussvolle Arbeit

Bereits am ersten Tag war die Begeisterung in allen Augen zu sehen – sowohl bei den Ausstellern, als auch bei den Besuchern. Das Konzept der architect@work ging erneut auf: Die Fachbesucher haben in entspannter Atmosphäre die Möglichkeit, sich umfassend über wirkliche Innovationen zu informieren und danken dies den Ausstellern mit freundschaftlicher und informativer Konversation. Wer hier stehenbleibt, sich beraten lässt und dann seine Visitenkarte abgibt, weiß genau, warum er es tut. Die lockere aber dennoch ernsthafte Atmosphäre, die diese Veranstaltung ausstrahlt, schwappt auf alle Teilnehmer über und schafft einen fruchtbaren Nährboden für alle Beteiligten. Es wird über Erfolge, anstehende Planungen und natürlich auch Probleme gesprochen. Doch alles auf eine Art, die kommerzielle Interessen für kurze Zeit vergessen lässt. Konkurrenten und Mitbewerber werden zu Partnern. Man bedient sich vom gleichen Catering, keiner hat dem anderen gegenüber einen offensichtlichen Vorteil. Kleine Manufakturen präsentieren sich im gleichen Rahmen wie die großen Konzerne und genießen dadurch die gleiche Aufmerksamkeit – ein faires Messekonzept, das dem Besucher weitgehende Objektivität ermöglicht. Hier kann keiner blenden und mit Luftschlössern locken – hier zählt nur das Produkt, seine Innovationskraft und die Kreativität, dies auf kleinstem Raum zu demonstrieren.

Da bleibt nur zu hoffen, dass die Veranstalter sich all dieser Vorteile bewusst sind und dieses Konzept noch lange pflegen.

großen Messestand.
Die architect@work setzt auf eine ausgesprochen egalitäre Raumstruktur. Jeder Aussteller zeigt seine Innovationen an einem 6m2

Weiterführende Infos

Autor: Alexander Schwarz, Schwarz – Licht, Niederwalgern

Die nächsten architect@work finden am 5. und 6. November 2014 in Berlin und am 3. und 4. Dezember in Stuttgart statt.

www.architectatwork.de