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11. Februar 2014

Trendige Vielfalt

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Kapitel 1

LigneRoset präsentierte die modulare LED-Wandleuchte "041" des Designers Pierre Lapeyronnie. Jede Einheit besteht aus fünf Kreuz-Elementen, die jeweils im 45°-Winkel miteinander verbunden werden können.

Licht als wichtiger Bestandteil der Möbelmesse

Das Thema Licht scheint auf der Internationalen Möbelmesse in Köln von Jahr zu Jahr an Bedeutung zu gewinnen. Insbesondere die Leuchtenmanufakturen entdecken die imm cologne als geeignete Plattform, um ihre Innovationen zu präsentieren. Dies mag einerseits am designaffinen Publikum liegen, aber sicher auch an der starken Ausrichtung der Messe auf den Handel und seine Bedürfnisse. In den Messehallen der imm trifft der Besucher auf viele überraschende, kreative und teils auch witzige Produkte. In jeder gibt es Neuheiten zu entdecken, die auch aufgrund der anspruchsvollen Inszenierungen zu begeistern wissen.

Vielleicht macht gerade die Vielfalt der Aussteller den eigentlichen Reiz der Internationalen Möbelmesse aus. Gerade in den Angebotsbereichen Pure Village (Halle 2.2)., Pure Editions (Halle 3.2) und LivingInteriors (Halle 4.2) war es den Organisatoren gelungen, einen bunten Mix an Ausstellern zu platzieren, die den Besuch entsprechend abwechslungsreich gestalten. Dort tummeln sich namhafte Hersteller wie Thonet, Vitra und Axor neben kleinen aber nicht minder interessanten Newcomern wie beispielsweise Georg Bechter oder Martin Neuhaus. Aber auch die reinen Leuchtenhersteller nutzen die Möglichkeit, sich hier einer anderen Interessengruppe in attraktivem Rahmen zu präsentieren. So integrierten sich beispielsweise auch Bocci, Baltensweiler und Gera im Ausstellungskonzept des Pure Village und stellten dort ihre Neuheiten vor.

Doch auch in den übrigen Hallen lässt sich an vielen Stellen Neues und ausgesprochen Interessantes entdecken. Zum einen haben immer mehr Möbelhersteller ihre eigenen Leuchtenkollektionen und wissen diese in wirkungsvollem Ambiente zu präsentieren. Zum anderen bestücken die meisten anderen Hersteller ihre großen Stände mit ausgewählten Designleuchten und lassen diese zu einem Bestandteil ihres jeweiligen Ausstellungskonzeptes werden. So kooperiert beispielsweise Oligo seit Jahren mit der Möbelmanufaktur Ruhe & Raum und inszeniert seinen Messestand sowohl mit einer dekorativen Grundbeleuchtung in Form von Schienensystemen als auch mit der gezielten Präsentation von Einzelleuchten. Es macht einfach Spaß zu erleben, wie Licht und Leuchten die Gestaltungskonzepte unterstützen und diese zu visuellen Highlights werden lassen.

Die Kartonscheiben der voluminösen Pendelleuchten des niederländischen Herstellers Graypants werden gelasert und per Hand konfektioniert. Die E27-Fassung bietet diverse Bestückungsmöglichkeiten.

Die Leuchte "Vouge" des Designers Georg Bechter besteht aus armiertem Hartgips. Sie wird in Gipskarton flächenbündig verspachtelt und verschmilzt dadurch mit Wand und Decke. Als gestaltendes Element ragt die Leuchte 50 cm tief in den Raum und erweckt den Eindruck einer sich verflüssigenden Oberfläche. Das LED-Leuchtmittel verleiht dem Raum einen weichen, subtilen Schein.

Die Leuchtenmanufaktur Baltensweiler präsentierte die LED-Stehleuchte "Lys" vom Designer Lukas Niederberger. Über eine revolutionäre Systemtechnik lassen sich die dreh- und schwenkbaren Arme an allen vorgesehenen Öffnungen in der Stange werkzeuglos fixieren. Das Ansetzen der Reflektoren entscheidet über direktes oder indirektes Licht, welches sich separat ansteuern lässt.

In der Vielfalt liegt der Trend

Es ist durchaus nicht einfach, bei der Fülle und Vielfalt der präsentierten Leuchten und Möbel, einen echten großen Trend festzustellen. Fragt man die Aussteller, so gibt es selbstverständlich eine eindeutige Antwort – allerdings immer eine andere. Und diese weicht auch grundsätzlich nie von den eigenen gezeigten Produkten ab. Trotz alledem ließen sich während des Messebesuchs bestimmte Formen und Farben auffallend oft sehen. So könnte man sich durchaus zu der Aussage verleiten lassen, dass der große neue Trend Schwarz-Weiß ist. Wären da nicht die unglaublich vielen farbenfrohen Leuchten mit glänzenden, metallischen und gedeckten Farbtönen. Auch die Materialien Kupfer und Messing sowie Oberflächen aus Holz und Pappe gab es häufig zu sehen – eigentlich war alles an Designs vorhanden und diese Vielfalt macht eine klare Trendaussage eher schwierig. Aber hieraus lässt sich auch ableiten, dass die Devise Individualität heißt und man fröhlich kombinieren darf. Formen, Materialien und Farben unterliegen keiner Vorgabe, so dass sich jeder seinen ganz eigenen Trend setzen kann.

Das inzwischen fast jede Leuchte mit einer LED-Lichtquelle bestückt ist oder bestückt werden kann, muss sicher nicht erwähnt werden und lässt sich inzwischen nicht mehr als Trend bezeichnen. Natürlich sind vereinzelt noch immer anspruchsvolle Designleuchten mit konventioneller Technik zu sehen – aber es wird doch nur einen Wimpernschlag dauern, bis die letzte exotischste Fassung mit einer LED-Retrofit versorgt werden kann.

Die Hersteller werden mutiger

Die LED-Technik an sich ist keine spektakuläre Attraktion mehr. Und genau dies sorgt dafür, dass die Hersteller sich stärker auf ausgefalleneres Design konzentrieren. Sie haben die Technik inzwischen im Griff und experimentieren jetzt mit Formen und Farben. Das Ergebnis ist eine wohltuende Vielfalt. Es handelt sich bei der Form- und Farbenpracht also weniger um einen fest gesteckten Trend für die nächsten drei Jahre, sondern eher um eine neue Freiheit der Designer und Konstrukteure. Was sich dann durchsetzen wird, was der Konsument wirklich kaufen wird und welche Innovationen die Zukunft bringt – lassen wir uns überraschen!

Die bereits mit dem Good Design und DDC Award ausgezeichnete Leuchte "Mary" von Nico Ueberholz erhielt auf der immcologne 2014 den interiorinnovationaward "Best of Best". Sie lässt sich durch ein Drehgelenk von einer filigranen Decken- in eine blendfreie Schreibtischleuchte verwandeln. Leuchtmittel ist eine VDE-zertifizierte LED-Röhre, ebenfalls aus dem Hause Ueberholz new lighting.

Bei den Leuchten des niederländischen Designers Ernst Koning verschmilzt klassische Lichttechnik mit einem innovativen Form- und Materialmix. Die Pendelleuchten "Illumimate" sind sowohl in Holz, als auch in Acryl erhältlich.

Die Messingleuchten "Beat Brass" von Tom Dixon aus UK sind sowohl vom Material und der Verarbeitung als auch hinsichtlich der Formensprache ein buchstäbliches Highlight.

Die Pendelleuchten "Silvia" in den Ausführungen black&gold und copper des dänischen Herstellers Vita beeindrucken durch ein spannendes Lichtspiel zwischen den Kunststofflamellen. Durch den optional erhältlichen Fuß lässt sich aus der Pendel- eine Stehleuchte machen.

Weiterführende Infos

Text+Fotos: Alexander Schwarz, Schwarz – Licht, Niederwalgern

Die nächste imm cologne findet vom 19. bis 25. Januar 2015 statt.

www.imm-cologne.de