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28. Januar 2014

Expertentreffen am See

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Kapitel 1

Mit Teilnehmern aus 34 Ländern konnte Luger Research e.U., Organisator des LpS 2013, einen neuen Besucherrekord verkünden. Auf den Stellenwert der Veranstaltung für die Branche weisen neben der Besucherzahl die zahlreichen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer hin. 93% von ihnen gaben an, dass sie die Fachveranstaltung auch im kommenden Jahr wieder besuchen wollen. Die Auswertung nach Berufsgruppen zeigte, dass die Bereiche Management und technisches Management den höchsten Besucheranteil ausmachten (20%), gefolgt von Forschung und Entwicklung (17%), Besuchern aus dem Sales- und Distributions-Bereich (14%) und Applikationsingenieuren (4%).

Technologie-Vorträge

Internationale Experten präsentierten ihre neusten Ergebnisse in 46 Vorträgen, die nach folgenden Schwerpunktthemen gruppiert waren: Light Sources, LED Future, LED Systems, Driver & Controls, Optics, Thermal Management und Applications. Die klare technologische Ausrichtung des Symposiums ist ein Markenzeichen des Events und wird sowohl von Ausstellern als auch Besuchern sehr geschätzt.

Hands-On Workshops

Deutlich erweitert im Vergleich zum Vorjahr präsentierte sich das Workshop-Programm des LpS. In zwei Tracks wurden sechs Themen behandelt: Test und Standardisierung, 3D-Systemdesign, gedruckte Optiken, Computer gestützte Auslegung von LED- und OLED-Systemen sowie Qualifikation und Zuverlässigkeit von LED-Systemen. Das Workshop-Format bietet Gelegenheit, sich interaktiv, mit engem Praxisbezug und im ständigen Austausch mit Fachkollegen und Experten Wissen zu spezifischen Technologiethemen anzueignen.

Das Kunsthaus Bregenz wurde für drei Tage zum Treffpunkt der LED- und OLED-Szene.

Wo geht’s hin mit LED und OLED?

Eine Veranstaltung wie das LpS, auf dem sich geballte LED- und OLED-Kompetenz trifft, bietet eine hervorragende Gelegenheit, einen Überblick über den aktuellen Stand der Technologien zu gewinnen und Prognosen und Trends zur Entwicklung in der nahen Zukunft zu evaluieren. Nachfolgend werden exemplarisch einige Innovationen und Tendenzen beschrieben.

Trend 1: Transition zu Supersystemen

Einzelne Komponenten werden zunehmend in Poly-Systeme zusammengeführt. Cree präsentierte erstmalig die neuen »CXA«-LED-Arrays. Mit diesen High-Density-LED-Arrays kann, laut Herstellerangaben und verglichen mit bisherigen Lösungen, die Beleuchtungsstärke von Spotlights verdoppelt werden, wobei sich Systemkosten und Energieverbrauch gleichzeitig reduzieren lassen. Ein weiteres Beispiel liefert die Firma Itswell aus Süd-Korea, die ihre neue LED-Array-Serie »L5256« für den allgemeinen Beleuchtungsmarkt vorstellte. Als nächster Integrationsschritt kann die Weiterentwicklung von Arrays in Module bzw. standardisierte Module angesehen werden. LightCube aus Italien, ein Spin-Off der Universität Padua, liefert Know-how und Technologie zur Entwicklung von All-In-One-LED-Lichtmodulen. Zunehmende Bedeutung gewinnt die Konfiguration von modularen Systemen aus aufeinander abgestimmten Komponenten, wobei der Zhaga-Standard eine wichtige Basis ist. Mehrere Firmen liefern entsprechendes Zubehör wie z.B. AAG Stucchi aus Italien (Sockel und Halter). Der Distributor MSC aus Deutschland stellte in Bregenz ein vollständig integriertes Lichtsystem dar, das mit Zhaga-kompatiblen Modulen und Reflektoren ausgestattet ist.

Bei einem Besucherrekord von 1100 Teilnehmern waren die Vorträge gut gefüllt.

Trend 2: Komplexität senken, Prozesse vereinfachen

Aufgrund des Kostendrucks ist die Vereinfachung von Systemen ein wichtiger Entwicklungstrend. Die COB-Technologie, bei der das LED-Gehäuse entfällt, wurde mehrfach in Bregenz gezeigt. Der Trend »Trimming« kann aber auch im Bereich von LED-Treibern festgestellt werden. AC LEDs (z.B. von Neumüller/SSC) und auch Single-Stage-Topologien von Treibern (z.B. Recom, ON Semiconductor) bieten Lösungen an, bei denen kein bzw. weniger Konverterstufen benötigt werden. Dies reduziert die Systemkosten und senkt die Systemverluste. CeramTech, Hersteller von Keramik-Materialien und Produkten, konnte neue Lösungen für die Wärmeableitung präsentieren. marulaLED aus Südafrika zeigte die »Cool Tube«-Technologie, ein aktives Kühlungssystem, das die Produktion von Modulen mit hohen Lichtleistungen und sehr kompakten Abmessungen für High- und Low-Bay-Leuchten ermöglicht. Amphenol LTW stellte ein neues Stecksystem zur Vermeidung von Lötverbindungen und Verdrahtung vor.

Trend 3: Intelligente Steuerungen

Zahlreiche Vorträge und Aussteller beschäftigten sich mit dem Trend Digitalisierung. Dietmar Zembrot, Präsident der LightingEurope Organisation, stellt dazu fest: »LEDs und OLEDs zusammen mit Sensoren und innovativen Controllern werden in Zukunft intelligente Lichtsysteme und verbesserten Kundennutzen liefern. Neben der Energieeffizienz sind die Kosten und der Anwendernutzen Schlüsselfaktoren für den Erfolg.« Halbleiterlicht wird dabei von einer und durch eine voll-digitalisierte Umgebung gesteuert. Firmen wie ams aus Österreich, Harvard Engineering aus England, Tridonic aus Österreich, TCI aus Italien und Recom aus Deutschland bieten Komponenten und Lösungen in diesen Bereichen an. Systeme, die sich von manuellem Eingreifen vollständig unabhängig machen, sind bereits in Vorbereitung und werden zukünftig in neue Produktgenerationen einfließen.

Einen der Workshops führte Cree durch. Dabei wurden Schritt-für-Schritt-Verbesserungen eines bestehenden Leuchtendesigns diskutiert. Die Teilnehmer lernten, wie mittels verschiedener Versuchsreihen das Design und die Auslegung von Leuchten optimiert werden kann.

Trend 4: Kompatibilität und Funktionsumfang der Komponenten wächst

Tridonic präsentierte erstmalig sein neues »LED Control Gears«-Portfolio in Bregenz. Die analog/PWM-gesteuerten Treiber basieren auf einem verbesserten Controllerprinzip und stimmen die Signalform an die jeweilige Dimmstufe an. Die Treiber-Familie ist in 20W, 35W und 65W erhältlich. Erstmalig war auch der Aussteller TCI aus Italien auf der LpS vertreten und hat kundenspezifische Konverter für nicht-standardisierte Anwendungen offeriert. Recom hat die Produktpalette in Bezug auf den Leistungsbereich erweitert und stellte eine spezielle Bauform elektronischer Treiber mit geringer Bauhöhe vor. Zusätzlich zeigte das Unternehmen einen neuen Phasendimmer für LED-Lampen und ein solar-gesteuertes Straßenleuchtenkonzept.

Trend 5: Materialinnovationen

Bayer Material Science und Evonik zeigten optische Materialien zur Herstellung von Linsen und diffus abstrahlenden Platten. Bayer Material Science präsentierte speziell auf LEDs hin adaptierte Vergussmaterialien, die transparent, gefärbt oder opak erhältlich sind. Das Material hat sehr gute optische Eigenschaften und ist durch die seine robusten und dennoch flexiblen Eigenschaften breit einsetzbar.

Trend 6: Messtechnik speziell für LEDs

GL Optics aus Deutschland und Allied Scientific Pro aus Kanada zeigten neue Messtechnik-Produkte. Das Spectrometer »GL SPECTIS 5.0. touch« von GL Optics hat das Format eines Mobiltelefons und ermöglicht eine spektrale Lichtmessung mit Laborgenauigkeit. Das Gerät verwendet das Android-Betriebssystem und wurde für professionelle Messungen von LEDs wie beispielsweise photobiologische Sicherheitstests gemäß EN 62471 oder Messungen gemäß CIE 127:2007 entwickelt. Auch Allied Scientific Pro zeigte eine interessante Innovation: Ein Smartphone-Spektrometer für LED-Messung. Dieses Vor-Ort-Messgerät kann mit verschiedenen iPhone-Versionen verwendet werden. Es wurde für die Erfassung von CRI, Spektrum, CIE 1931, CIE 1976, Beleuchtungsstärke und Lichtstrom entwickelt. Opsira präsentierte das »robogonio« zur einfachen Messung von Lichtverteilungskurven.

Die Techpanels sind moderierte Podiumsdiskussionen, in denen Experten mit dem Publikum diskutieren. Die Themen in diesem Jahr lauteten "LED & OLED Lighting Innovations – How to Break Through" und "LpS 2013 – Lessons Learned".
80 Aussteller präsentierten auf einer Gesamtfläche von 2000m2 ihre Innovationen, Produkte, und Dienstleistungen. Die Kombination von Vortragsprogramm, Ausstellung, Workshops und Techpanels an einem Veranstaltungsort ist eine besondere Qualität des LpS.[/caption]

Light Art Project am Vorarlberg Museum

Am ersten Eventabend des LpS präsentierte Zumtobel eine Lichtinstallation im neu renovierten Vorarlberg Museum und bildete so eine Brücke zwischen Technologie und Applikation. Der Künstler Peter Kogler bespielte die Museumsfassade mit einer faszinierenden Licht-Show. Etwa 200 Besucher nahmen an diesem Ereignis teil und wurden von Stefan von Terzi, Marketing Direktor bei Zumtobel, über die Lichtanforderungen des Museums sowie die dafür entwickelte Lichtlösung informiert.

Get-Together auf dem Bodensee

Fast 250 Personen nahmen an der Get-Together-Party, einer Bootsfahrt auf dem Bodensee, teil. Sie konnten sich in gemütlicher Atmosphäre kennenlernen und neu gewonnene Kontakte vertiefen oder einfach nur feiern und genießen. Ein fabelhafter Sonnenuntergang mit Blick auf die Alpen und den See, eine Live Band und ein Jazz-Pianist sorgten für die passende Atmosphäre.

Ein Blick in die Zukunft

Auch wenn diverse Entwicklungssprünge und bahnbrechende Neuerungen im LED-Bereich bereits Realität geworden sind, ist der fundamentale Veränderungsprozess der Lichtindustrie noch lange nicht abgeschlossen. »Prognosen für die nächsten fünf bis sieben Jahre zeigen, dass die Leistung der LEDs/OLEDs weiter steigen und die Kosten sinken werden. Es entstehen enorme Herausforderungen beim Übergang von traditionellen Beleuchtungstechnologien zu Halbleiter-basierten Lichttechnologien. Neue Prozesse, Strukturen, Allianzen sowie ein neues Verständnis der Lichtbranche ist erforderlich«, äußert sich Siegfried Luger, LpS-Veranstalter und Herausgeber der Zeitschrift »LED professional«. Das LED professional Symposium + Expo wird auch im kommenden Jahr wieder als Kommunikationsplattform für Innovation und Entwicklung dienen.

Weiterführende Infos

Quelle: Luger Research e.U, Dornbirn (A),

www.led-professional-symposium.com