Projekte

Neubau des Kölner Stadtarchivs

07.09.2021

Nach rund vier Jahren Bauzeit und zwölf Jahre nach dem Einsturz des Historischen Archivs in der Kölner Südstadt öffnete der Neubau des Kölner Stadtarchivs seine Türen am Eifelwall. Das Architekturbüro Waechter + Waechter aus Darmstadt setzte ein anspruchsvolles und nachhaltiges Konzept für die zukünftige Zusammenführung des Rheinischen Bildarchivs und Historischen Archivs um. Für die Beleuchtung der öffentlichen Bereiche im Außenraum und im Kopfbau des Historischen Archivs zeichnet das Lichtplanungsbüro Licht Kunst Licht AG aus Bonn verantwortlich.

(Foto: Rheinisches Bildarchiv/Michael Albers)

Anlässlich der Eröffnung inszeniert eine Lichtinstallation von Licht Kunst Licht die Fassade des Archivneubaus. Die Choreografie, die bis 8. September 2021 zwischen 21:00 bis 24:00 Uhr und 4:30 bis 6:30 Uhr in Betrieb ist, zeichnet metaphorisch das Prinzip nach, das für Archive als Wissen-strukturierende Einrichtungen im Allgemeinen und ganz besonders für das Historische Archiv der Stadt Köln nach dem Einsturz gilt: »Vom Chaos und Unordnung zu neuer Struktur und Ordnung«.

(Foto: Rheinisches Bildarchiv/Michael Albers)

Dazu sind Strahler auf dem Dach und im Innenhof platziert, die zunächst Lichtstrahlen als Streiflicht in unterschiedlichen Farben und Richtungen über die Metallfassade des »Schatzhauses« senden. Im Laufe der Choreografie beruhigen sich die Bewegungen und Helligkeitsveränderungen hin zu geordneten, spiegelsymmetrisch zu den Gebäudeachsen ausgerichteten Lichtstrahlen in einem einheitlichen Kaltweiß.

Lichtplanung

Besuchende werden über den zurückhaltend mit mastmontierten Strahlern beleuchteten Vorplatz in die Ausstellungs- und Seminarräume im Erdgeschoss sowie in die Bibliothek im 1. Obergeschoss geführt. Die hier vorgesehenen Lamellendecken übernehmen diskret eine Vielfalt von Funktionen und beruhigen so das Deckenbild.

(Foto: Rheinisches Bildarchiv/Michael Albers)

Ebenfalls im Deckenhorizont eingelassen sind verschiebbare schienenmontierte Direktlichtelemente, die so nur aus bestimmten Blickwinkeln ablesbar sind. Je nach Anforderung sind sie als Downlight, Richtstrahler oder Wandfluter verortet. Nur die filigranen Ringpendelleuchten im Eingangsbereich und in der Bibliothek stellen sich als gestaltete Lichtelemente im Raumkontext dar.

(Foto: Rheinisches Bildarchiv/Michael Albers)

Die Erschließungskerne sind mit einem Lichtkanal eingefasst und so von Weitem als vertikale Verbindungsknoten ablesbar. Die konzentrierte und strukturierte Lichtwirkung fügt sich sensibel in die geordnete, großzügige und zugleich Wärme verströmende Architektursprache ein und ergänzt diese optimal.

www.lichtkunstlicht.com


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