Eventreports

13.11.2020

Auf einen Blick

Nachdem die 5. LICHTWOCHE München 2019 noch umfangreicher und stärker besucht war als je zuvor, sollte 2020 alles anders kommen. Doch obwohl in diesem Jahr hautnahe Erlebnisse mit Licht ausbleiben mussten, bot der Veranstalter – der Pflaum Verlag als Herausgeber der Fachzeitschrift LICHT – dem Nachwuchs und Unternehmen mit dem »LUXI« wie gewohnt eine wichtige Plattform.

In Restaurants, Museen und Kinos blieb es im November in München dunkel. Aufgrund der Entwicklung der letzten Wochen musste die Regierung erneut das kulturelle Leben in Deutschland herunterfahren. Das ist nicht nur für Gastronomie und Kultur ein herber Schlag. Auch die 6. LICHTWOCHE München konnte unter diesen Umständen nicht stattfinden: Der Richard Pflaum Verlag hat als Veranstalter rechtzeitig entschieden, in diesem Jahr kein Live-Programm anzubieten.

Hinter der LICHTWOCHE München steckt seit Beginn der Gedanke, sowohl Fachleuten als auch Bürgerinnen und Bürger eine Plattform für den Austausch über Lichtthemen zu bieten und die Öffentlichkeit für die vielen Facetten des Lichts zu sensibilisieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Förderung des Nachwuchses und von Innovationen. Deshalb war es dem Veranstalter ein großes Anliegen, keinesfalls auf die Auslobung des »LUXI – der LICHT-Preis« zu verzichten – auch wenn die Jury sich dieses Mal nur virtuell treffen und die Einreichungen nur per Video-Meeting diskutieren konnte.

»LUXI – Der LICHT-Preis« 2020

Normalerweise bildet die Preisverleihung des »LUXI – der LICHT-Preis«, der von der Fachzeitschrift LICHT vergeben wird, den feierlichen Abschluss der LICHTWOCHE München. Ausgezeichnet werden innovative Ideen von Studierenden, Start-ups und Unternehmen. Trotz der Umstände wurden auch 2020 zahlreiche Arbeiten eingereicht, 33 insgesamt. In der Kategorie Lichttechnik gab es in diesem Jahr gleich zwei Gewinner und ein Start-up darf sich über zwei Auszeichnungen freuen.

Die Gewinner stellen wir Ihnen hier vor:

KATEGORIE 1: NACHWUCHSPREIS

Leuchte: Petrolight von Julian Kemptner, Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Garmisch-Partenkirchen

»Petrolight« denkt das Prinzip der Akkuleuchte weiter. Sie lässt sich mit wenigen Handgriffen in eine mobile Laterne verwandeln. Ihre unterschiedlichen Materialien und Formen schaffen Kontraste und machen die Nutzung intuitiv, der Stoff bricht das Licht und verleiht der Leuchte eine formschöne Silhouette.

Petrolight

Lichtkonzept: Illuminated Landmark von Luca Menke, HAWK Hildesheim

Das Konzept zeigt, wie nachhaltiges Lichtdesign für Bergbahnen aussehen kann, das Wintersportfreunde von der Tal- bis zur Bergstation begleitet. Das Licht übersetzt die Emotionen, die Besucher bei einem Ausflug in die Bergwelt haben und bildet zwei kontrastierende Lichtstimmungen mit dynamischem Übergang.

Illuminated Landmark

Lichttechnik: Flux.Mi von Dennis Lyskawka, THGA Bochum

Die intuitive Interaktion zwischen dem menschlichen Sein und immateriellen Algorithmen wird hier eindrucksvoll in Lichttechnik übersetzt. Die Installation spiegelt den zu Licht gewordenen Körper des Menschen wider, der mit seinen Bewegungen mit »Flux.Mi« spielt. Licht erfüllt dabei keinen Beleuchtungszweck, sondern wird zum Kommunikationsmittel.

Flux.Mi

Lichttechnik: Polaris von Anastasia Egeressy, Anna Spengel, Bastian Eichner, Clara Gan; Hochschule München

Eine Laterne begleitet Kleinkinder nachts auf dem Weg zum Schlafzimmer von Mama und Papa – geleitet von Sensoren. Mit ihrem Projekt führen die Studenten kleine Kinder spielerisch an die Möglichkeiten heran, die moderne Technik in Kombination mit Licht bietet. Der leuchtende Wegweiser ist pfiffig umgesetzt und fördert die Interaktion zwischen Kindern und Eltern sowie Mensch und Technik.

Polaris

KATEGORIE 2: INNOVATIONSPREIS + KATEGORIE 3: START-UP-PREIS

PostLogistics von Luminum GmbH

Logistikzentren sind spätestens durch die Corona-Pandemie zu unverzichtbaren Dreh- und Angelpunkten der Wirtschaft geworden. Damit der Betrieb auch nachts weiterläuft, sind Lichtlösungen gefragt, die Menschen in ihrer Arbeit unterstützen und Aspekte der Nachhaltigkeit erfüllen. Die Luminum GmbH hat einen Weg dorthin aufgezeigt: Die Arealbeleuchtung sechs großer Logistikzentren der schweizerischen Post wird zonenweise mit Hilfe von Thermalkameras dynamisch und präsenzabhängig gesteuert. Energieeffizienz und die Lichtqualität steigen, während die Lichtemissionen reduziert werden. Das innovative Projekt unterstreicht die Bedeutung von Vernetzung für die Industriebeleuchtung der Zukunft und überzeugte die Jury als Innovation. Luminum selbst wird als Start-up des Jahres ausgezeichnet.

PostLogistics/Iluminum

Der Veranstalter und das LICHTWOCHE-Team gratulieren den Gewinnern und danken allen Teilnehmern für ihre kreativen Einreichungen und allen Sponsoren für ihre Unterstützung. Freuen Sie sich schon jetzt auf die 6. LICHTWOCHE München 2021 – und merken Sie sich den Termin vom 5. bis zum 12. November 2021 vor!

Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren, die auch in diesen besonderen Zeiten hinter der LICHTWOCHE München stehen.

Weitere Informationen:
Alle LUXI-Einreichungen mit Beschreibung, Bildern, Videos und die Jurybegründung auf www.lichtwoche-muenchen.de
Text: Sabrina Quente, Redakteurin LICHT


Teilen & Feedback