Eventreports

Litter to Light

Ideenwettbewerb der Zeitschrift LICHT im Rahmen der Fachmesse BELEKTRO

Auf einen Blick

Zum vierten Mal schreibt die Zeitschrift LICHT als fachlicher und ideeler Träger gemeinsam mit der Messe Berlin anlässlich der belektro 2014, Hauptstadtmesse für Elektrotechnik, Elektronik und Licht (15.-17. Oktober 2014), einen Ideenwettbewerb aus. Studierende der Fachrichtungen Lighting -, Produkt-, Industriedesign, Lichttechnik, Architektur und Innenarchitektur sind aufgefordert, Entwürfe zum Thema »Upcycling – Litter to Light« im Rahmen eines betreuten Projektes während des Sommersemesters 2014 zu erarbeiten. Insgesamt 51 Studierende aus sechs Hochschulen, darunter die Hochschule Anhalt, die Universität der Künste Berlin, die Technische Universität Berlin, die Hochschule für Technik und Wissenschaft Berlin, die Hochschule der Künste Bremen, die Hochschule Hannover sowie die Hochschule Wismar, haben sich angemeldet.

Abb.: Wegwerfen ist out, Wiederverwerten, Weiternutzen und »Veredeln« ist in: Die Studierenden der TU Berlin nutzen die »Give-Box«, um nicht mehr Benötigtes weiterzugeben. Dies gilt für Kleidung und Hausrat ebenso wie für Bücher und Büromaterial. Recycling und Upcycling erweisen sich als Ausdruck des aktuellen Zeitgeistes.

Zum Hintergrund

Klimawandel und sich verknappende, verteuernde Rohstoffe erfordern ein Umdenken nicht nur beim Betrieb, sondern auch bei der Entwicklung von Lichtsystemen. Der Begriff Nachhaltigkeit prägt seit Jahren die Design und Marketingstrategien. Neue Produkte sollen sich möglichst schadstoffarm und mit geringem Energieeinsatz herstellen, betreiben und nach ihrem Lebensende in ihre Bestandteile zerlegen lassen. Einen interessanten Lösungsansatz, der beim Leuchtendesign über Do-it-yourself-Anregungen in Design-Blogs und Zeitschriften bislang nicht hinaus ging, beschreibt der Begriff »upcycling«. Er setzt sich zusammen aus den englischen Worten »up« für »hoch« oder »auf« und dem Begriff »recycling« für Wiederverwertung. Gemeint ist damit die Umwandlung von Abfall, Ausschuss und nutzlosen Stoffen in neue, hochwertige Produkte.

Zum Wettbewerbsthema

Beim belektro-Ideenwettbewerb 2014 geht es um den Entwurf von funktionalen Leuchten, beispielsweise einer Arbeitsplatz-, Wohnraum-, Badezimmerleuchte etc., auf der Basis von Abfall-produkten. Dies können Materialreste sein, die bei der Herstellung anderer Produkte entstehen oder aber Materialien aus Recycling-Prozessen. Die Stoffe selbst sollten möglichst umweltverträglich sei. Es versteht sich von selbst, dass sich die zu entwickelnden Leuchten energieeffizient betreiben lassen und mit effizienter Lichttechnik ausgerüstet sind. Die Beschäftigung mit den Themen Lichtlenkung beispielsweise durch Reflektoren und der Einsatz von Lichtmanagementsystemen wird vorausgesetzt. Weiterhin sollen sich die Lösungen industriell mit geringem Energieaufwand herstellen lassen. Eine Nachnutzung nach dem Lebensende der entwickelten Leuchte ist ebenfalls zu berücksichtigen.

Zum Ablauf

Der Wettbewerb ist traditionell zweistufig: Eine hochkarätig besetzte Fachjury sucht Anfang Juli 2014 aus allen Einreichungen die zehn besten Entwürfe aus, aus denen im zweiten Schritt Ende September ein Funktionsmodell gebaut werden soll. Daraus wählt die Jury drei Sieger aus, die im Rahmen der Eröffnungveranstaltung der belektro am 14. Oktober 2014 bekannt gegeben werden.

Zur Jury

Zur ehrenamtlich tätigen Jury des vierten Ideenwettbewerbs gehören Dipl.-Ing. Gisela Cakir, Ergonomic Institut für Arbeits- u. Sozialforschung, Berlin, Dipl. Des. Markus Bischof, Markus Bischof Produktdesign, Nürnberg, Dipl. Des. Jan Hesse, Fraunhofer COMEDD, Dresden, Prof. Dr.-Ing. Falk Höhn, Rektor der Fachhochschule Stralsund, Carsten Joschko, Obermeister der Elektroinnung Berlin, das Internationale Design Zentrum IDZ Berlin, Dr. Sascha Peters von der Berliner Agentur Haute Innovation, der Lichtplaner und Inhaber des Berliner Leuchtenhauses Piwarz Licht, Rayko Piwarz sowie die ehemalige Chefredakteurin der Zeitschrift LICHT Regina Welk, Starnberg. Unterstützt wird die Jury durch Emre Onur, aktueller LICHT-Chefredakteur, sowie Thomas Möller von der Steinel GmbH mit der Premiummarke Senses und Christian Brehm von der Lightcycle GmbH, München, die den Wettbewerb durch ein großzügiges Sponsoring unterstützen.

Zu den Bewertungskriterien

Bewertet werden wieder die Vorbild-, Funktions-, Nutzungs- sowie die ästhetische Qualität der Einreichungen. Dabei spielen ein hoher Grad an Innovation und Originalität, Massentauglichkeit und Nachhaltigkeit sowie eine verständliche Darstellung der Idee eine große Rolle.

Preise und Preisgelder

Die Messe Berlin vergibt erneut ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 3000€. Dabei entfallen 1500€ auf den Sieger, 1000€ auf den Zweitplatzierten und 500€ auf den dritten Platz. Die Firma Steinel stockt dieses Preisgeld mit zusätzlichen 500€ für den Sieger sowie jeweils 250€ für den zweiten und dritten Platz auf. Weiterhin hat sich Steinel entschlossen, einen mit 1000€ dotierten Interaktions-Sonderpreis zu stiften für das Modell, das am überzeugensten mit dem Menschen interagiert. Thomas Möller, der auch für die Premiummarke Senses der Steinel GmbH zuständig ist, hat weiterhin zugesagt, das Siegermodell aus dem Ideenwettbewerb – sollte es in das Produktspektrum der Marke Senses passen – zu produzieren. Dies stellt einen besonderen Anreiz für alle Teilnehmer da, die sich und ihre Ideen damit noch vor ihrem Studienende als wettbewerbsfähig unter Beweis stellen können.

Einen weiteren Sonderpreis wird Lightcycle stiften: Prämiert werden soll das Model, das sich aufgrund seines modularen Aufbaus an seinem Lebensende besonders einfach recyclen lässt.

Die Sponsoren

Neben dem Hauptsponsor Steinel, der die Studierenden zusätzlich auch mit Material unterstützen will, und der Lightcycle GmbH haben wie bereits bei allen früheren belektro-Ideenwettbewerben Osram und Philips durch kostenlose Eintrittskarten zur Leitmesse Light + Building, verbunden mit informativen Führungen über ihre Messestände, den aktuellen Ideenwettbewerb unterstützt.

Mit Alanod konnte inzwischen ein weiterer Sponsor gewonnen werden. Der Aluminiumveredeler mit Sitz in Ennepetal wird den Finalisten beim Bau ihrer Modelle – wenn gewünscht – hochwertiges Reflektormaterial zur Verfügung stellen. Dabei wird auf Reststücke zurückgegriffen, die bei der Konfektionierung der Aluminiumrollen entstehen und für die es bislang keine Verwendung gab. Damit wird den Bedingungen des Ideenwettbewerbs »Litter to Light« voll entsprochen.

Präsentation der Wettbewerbsergebnisse

Nach der Preisverleihung am 14. Oktober 2014 im Rahmen der Eröffnung der Fachmesse belektro werden die Preisträger und Finalisten ihre Ideen und Modelle in Kurzvorträgen im LICHT-DIALOG, dem Licht-Fachvortragsprogramm der belektro in Halle 2.2 , am 15. Oktober genau erläutern. Dort werden auf einer Sonderausstellungsfläche auch alle Funktionsmodelle zu sehen sein.

Text: Britta Hölzemann, Berlin
www.belektro.de


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