Eventreports

Lighting Design Workshop auf Kea Island

Nachtfreundliche Lichttechnologien

AUF EINEN BLICK

Vom 20.-24. Oktober 2014 fand auf der griechischen Insel Kea ein Lichtdesign-Workshop unter dem Motto »Rethink the Night!« statt. Im Fokus standen Lichtkonzepte, die sich unter anderem mit dem Thema Lichtverschmutzung auseinandersetzen.

Abb.: Projektionsbeispiele mit Gobo-Projektoren gab es in den Ruinen der ehemaligen Kohle-Beladungsstelle Kokka unter der Leitung des Projection-Mapping-Experten Christoph Drews aus Weimar. Unter der Projektionstechnik befanden sich sowohl analoge Geräte (Gobo-Strahler der Firma SILL) als auch digitale Projektoren der Firma BARCO. Foto: Yiagos Athanassopoulos

Vor etwa 15 Jahren entstanden die ersten Workshops für Lighting Design innerhalb der beruflichen Ausbildung für Lichtplaner/-gestalter; und heute erleben Workshops, Vorträge und Veranstaltungen ihre »Blütezeit«. Mittlerweile ist aber aufgrund der Fülle an Veranstaltungen schwer zu differenzieren, welche Workshops man nach qualitativen Kriterien auswählen sollte. Mittlerweile hat sich der Lichtdesign-Workshop auf der ägäischen Kykladen-Insel Kea zu einem wichtigen Treffpunkt der Lichtdesigner aus alles Welt etabliert.

Vom 20.-24. Oktober 2014 fand dieser unter dem Motto »Rethink the Night!« statt. Dr.-Ing. Georgios Paissidis, Vorsitzender des Griechischen Beleuchtungskomitees, war zuständig für das Ausbildungsprogramm und hat sich als Ziel des Workshops gesetzt, die Entwicklung von nachtfreundlichen Lichtkonzepten zu fördern. Diese Entscheidung ist teilweise auf die Absicht einer klaren Differenzierung von anderen Lichtdesign-Workshops zurückzuführen, hängt aber auch sehr mit der Qualität des Nachthimmels von Kea und der verspäteten Elektrifizierung der Insel zusammen. Kea hat sich trotz der Nähe zu Athen aufgrund von einschlägigen Messungen, die von Dr. Guenther Wuchterl (Vorsitzender der Kuffner Sternwarte Wien) vorgenommen wurden, als ein »Sternenparadies« mit einer Nachthimmelsqualität erwiesen, die vergleichbar mit der der Sternwarte von Cerro Paranal in Chile ist. Die »lichtverschmutzungsfreie« Insel hat neue Bedingungen für die Anwendung von nachtfreundlichen Lichttechnologien geschaffen. Die in drei Arbeitsgruppen aufgeteilten Teilnehmer des Workshops hatten die Gelegenheit, mit drei nachtfreundlichen Lichttechnologien an drei Orten zu experimentieren.

Abb.: Impressionen von der Kirche Agioi Anargyroi, die im Rahmen des Workshops beleuchtet wurde. In diesem Projekt wurde mit phosphoreszierenden Anstrichen (Firma Nightec, Bremen) als eine nachhaltige, nachtfreundliche Lichttechnologie experimentiert. Foto: Nicole Krüger

In einem ersten Workshop wurde in den Ruinen der ehemaligen Kohle-Beladungsstelle Kokka unter der Leitung des Projection-Mapping-Experten Christoph Drews aus Weimar mit digitalen und analogen Goboprojektoren experimentiert. Mit Goboprojektoren lässt sich bspw. eine Fassade beleuchten und mit einer geeigneten Gestaltung des Gobo-Musters können die Fenster im Dunkeln gehalten werden. Auch lässt sich das Licht nach oben aufgrund der entsprechenden Gestaltung des Musters begrenzen und unerwünschte Lichtimmission bzw. Lichtverschmutzung effizient vermeiden. Ebenfalls zum Einsatz kam die digitale Projektion in Form eines klassischen Video-Beamers. Die digitale Projektion lässt mehr Freiheit in der Ausarbeitung des zu projizierenden Musters zu.

Abbildungen: Das Nachtbild des Hotels, in dem sich die Teilnehmer aufhielten, wurde im Workshop stark verändert. Das Lichtkonzept versuchte, ein dem Werk »Diurnisme« des Architekten Philippe Rahm gleichwertiges, erholsames Nachtambiente im Außenraum zu schaffen. Foto: Nicole Krüger

Die Phosphoreszenztechnologie wurde im Hof der kleinen Kapelle Agioi Anargyroi in Vourkari unter der Leitung der Künstlerin Aleksandra Stratimirovic aus Stockholm angewandt, während die dritte nachtfreundliche Lichttechnologie der kreativen synästhetischen Lichtsteuerung mittels Klangmotiven im Hof des Hotels, in dem die Teilnehmer gewohnt haben, unter der Leitung der Architektin Iva Vassileva aus Athen eingesetzt wurde.
Die Teilnehmer des Workshops kamen aus 18 Ländern und das ist unter anderem auch dem internationalen Charakter des Master-Fernstudiengangs Lighting Design der Hochschule Wismar zu verdanken, welche mit WINGS zu den Mitwirkenden des Workshops gehörte und die Veranstaltung auch mit der Beteiligung von Prof. Dr. Thomas Römhild in dem Vortragsprogramm unterstützt hat.

Abb.: Das leuchtende Muster auf dem Boden vor der Kirche wurde als eine Reflexion des Sternenhimmels auf der Erde aufgefasst. Foto: Nicole Krüger

Dem erfolgreichen Abschluss des Workshops folgt die Veranstaltung des nächsten Workshops unter dem Motto »Rethink the Night 2015!«, der unter der Schirmherrschaft der Heiligen Metropolis von Syros, Andros, Milos, Tinos und Kea in der Hauptstadt der Insel, Ioulis, vom 12. bis zum 16. Oktober 2015 stattfinden wird. Der nächste Workshop ist bereits als ein CIE-IYL2015 Event registriert, der anlässlich des Internationalen Jahres des Lichts sich auf die Integration der kleinen Kapellen von Ioulis in eine einheitliche Nachtlandschaft konzentrieren wird.

Abb.: Die Teilnehmer des Workshops kamen aus 18 Ländern. Im Bild sind auch der Vorsitzende der Kuffner Sternwarte in Wien, Dr. Wuchterl und die Lichtkünstlerin Aleksandra Stratimirovic zu erkennen

Hier gibt es ein Video zum Lighting Design Workshop auf Kea:
VIDEO LIGHTING DESIGN WORKSHOP KEA ISLAND

Rethink the Night!
Nächster Termin: 12.-16. Oktober 2015
www.rethinkthenight.com


Teilen & Feedback