Eventreports

LICHT 2014

Rückblick auf die 21. Lichttechnische Gemeinschaftstagung in Den Haag

Auf einen Blick

Den Haag mit dem benachbarten Scheveningen war Austragungsort der 21. Lichttechnischen Gemeinschaftstagung der Lichttechnischen Gesellschaften Deutschlands LiTG, der Niederlande NSVV, Österreichs LTG und der Schweiz SLG. »Licht 2014« stand unter dem Motto »Licht leicht gemacht, Licht leicht gebracht« und richtete sich ausdrücklich nicht nur an Wissenschaftler, sondern auch an Praktiker und Anwender. 460 Teilnehmer, davon 300 aus Deutschland, 60 aus den Niederlanden und je 50 aus Österreich und der Schweiz fanden sich vom 21. bis 24. September im World Forum Konferenz Zentrum Den Haag in den Niederlanden ein. Bemerkenswert war insbesondere die große Zahl an Nachwuchskräften. Gezählt werden konnten 90 Studierende, von denen 67 über von der Industrie gesponsorten Studentenpatenschaften an der Tagung teilnehmen konnten.

Wenige Straßenbahnhaltestellen vom Tagungsort entfernt lud die Nordsee zu einem kleinen Abstecher ein

Zum Fachprogramm

Das Kongressprogramm setzte sich aus rund 80 Fachvorträgen und über 50 präsentierten Postern zusammen, die die gesamte Bandbreite lichttechnischer Themengebiete abbildeten. Léon Schrijnemaekers, Vorsitzender der NSVV, erinnerte bei der Tagungseröffnung am 22. September noch einmal an den verstorbenen Vorsitzenden der LTG, Franz-Josef Müller. Nach den Auftaktvorträgen von Alfonso Boekhoudt, bevollmächtigter Minister von Aruba, über die Bestrebungen der Karibik-Insel, bis 2020 durch Förderung erneuerbarer Energien energieautark zu werden, und dem Vortrag von Prof. Ena Voûte, TU Delft, über die maßgebliche Bedeutung der Wahrnehmung von Licht bei der Lichtplanung, teilte sich das Auditorium in drei parallele Vortragsreihen.

Zu den Neuerungen der Tagung gehörten neben zwei praxisbezogenen Workshops zu den Themen Tageslicht und Außenbeleuchtung auch sechs Keynote-Vorträge zu Beginn des zweiten und dritten Veranstaltungstages, die von der LiTG und der LTG sowie den Hauptsponsoren der Tagung, Osram, Philips, Trilux und Zumtobel, beigesteuert wurden. So berichtete Bettina Catler-Pelz für die LiTG am 23. September u.a. über einhundert Jahre Kunstlicht in der Kunst, gefolgt von Karl Brandstätter und Manfred Mörth für die LTG am 24. September über »Transiente Spannungsbeanspruchung kabelgebundener lichttechnischer Anlagen im Außenbereich«. Die Keynotes der Sponsoren beschäftigten sich mit den Themen der technischen Realisierbarkeit natürlicher Lichtphänomene, »Human Centric Lighting« und dem Zusammenspiel von Energieeffizienz und Lichtqualität.

Zu den interessantesten, praxisbezogenenen Vorträgen der Tagung gehörten u.a. Prof. Mathias Wambsganß Referat über die Prinzipien biologisch wirksamer Beleuchtungsplanung, Mario Rechsteiners Vortrag über die Sanierung einer Schulanlage aus den 1970er Jahren unter Beibehaltung historischer, den Ort prägender Elemente, Barbara Benkerts Vortrag über die ästhetische Gestaltung einer Fußgängerunterführung nach der Integration von Fernwärmerohren sowie Iris und Michael Podgorscheks Beitrag u.a. über die Umwandlung eines Bankhauses in ein Hotel. Zu den Entdeckungen der Tagung gehörte sicherlich auch Dr. Kazim Hilmi Or, Augenarzt, Fotograf, Lichttechniker und Forensiker in der Ausbildung, der über die Gründe für Abweichungen in Augenzeugenaussagen hinsichtlich der Angabe von Farben referierte.

Besonders unterhaltsam gestaltete sich die Abschluss-Session der Tagung, die von zwei Handpuppen des belgischen Puppenspielers Armand Schreurs treffend – und die Lachmuskeln reizend – kommentiert wurde. In diesem Rahmen sprach Rogier van der Heide über die Vernetzung der (Licht-)Welt und das »Internet der Dinge« als Ausdruck der zunehmenden Digitalisierung des Lichts. Wout van Bommel, Mitglied im Beirat des NSVV, würdigte Helmut Ranges Engagement zur Einführung von Studentenpatenschaften und Léon Schrijnemaekers übergab den Staffelstab an Dr. Matthias Hessling, Vorsitzender der LiTG, der zusammen mit Dr. Rainer Kling und Cornelia Moosmann aus der LiTG-Bezirksgruppe Baden zur »Licht 2016« nach Karlsruhe einlud.

Bei der Lichtplanung bedarf es der Synthese aus Physik, Design,Wahrnehmung und Erscheinung, beschrieb Prof. Ena Voûte.

Das Spektrum der mit Licht verbundenen Themen im UNESCO Internationalen Jahr des Lichts 2015 zeigte Bettina Catler-Pelz.

Der Eröffnungsabend im Madurodam zeigte die Niederlande auf sympathische Weise im »Miniaturformat«. Hier Paul Settels (l.) und Léon Schrijnemaekers (r.), NSVV, mit der Bürgermeisterin von Madurodam.

Mit 460 Teilnehmern war die Licht 2014 gut besucht. Den Abschlussvortrag am 24. September hielt Rogier van der Heide, hier im Bild vorne rechts.

 

Zum Rahmenprogramm

Ausgiebig Gelegenheit, sich mit »alten« Bekannten über lichttechnische Themen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen, boten die Industrieausstellung in den Tagungspausen, der Eröffnungsabend im Madurodam und der Festabend im World Forum Konferenz Zentrum. »Licht 2014« bleibt allen Teilnehmern als überaus sympathische Tagung in Erinnerung!

»Karibisches Flair« brachte der Vortrag von Alfonso Boekhoudt, der von zwei Models in Landestracht begleitet wurde.

Prof. Stephan Völker (m.) mit den Preisträgern des H.-J. Helwig-Preises Aicha Diakite und Dr. Simon Wendel.

Helmut Range wurde als erster Deutscher von der NSVV für seine Verdienste um die Studentenpatenschaften geehrt.

Die kommende Lichttechnische Gemeinschaftstagung findet vom 25. bis 29.September 2016 in Karlsruhe statt.

Text und Fotos: Britta Hölzemann, Berlin


 


 


 


 


 


 


 


 


 


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