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Klarheit bei mobilen UV-C-Geräten

16.02.2021

Viele UV-C-Entkeimungsgeräte sind bereits im Markt, doch leisten sie nicht immer, was sie versprechen oder die Anwender von ihnen erwarten. Eine neue Richtlinie für UV-C-Geräte gibt Ordnungs- und Gesundheitsämtern aber auch der Politik nun mehr Handlungssicherheit.

Die neue UV-C-Richtlinie wurde von Herstellern im Alleingang entwickelt. (Foto: AG LUV)

Der fachgerechte Einsatz der effektiven und effizienten UV-C-Technik könnte in Deutschland ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität sein. Für mobile Luftentkeimungsgeräte – zur Eliminierung von SARS-CoV-2-Viren und anderen gefährlichen Infektionsquellen in geschlossenen Räumen – gibt es jetzt eine erste Richtlinie für einen Mindeststandard, dem diese Geräte entsprechen sollten.

Das Umweltbundesamt und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (CoronaSchVO § 4b / Fassung vom 25.1.2021) haben zwischenzeitlich den Weg für mobile Luftreiniger geebnet.

Geräte, die auf UV-C-Basis arbeiten, werden in der Industrie seit Jahren eingesetzt – allerdings ohne Standards, Normen noch Richtlinien für die technischen Mindesteigenschaften. Eine Gruppe von UV-C-Herstellern hat nun eine erste Richtlinie erstellt und damit eine mögliche Basis für zukünftige Standards von Organisationen wie DIN, DKE, IEC,VDI, VDMA und ZVEI geschaffen. Geräte, die der neuen Richtlinie entsprechen, entkeimen Luft mit hohem Volumenstrom um mindestens 99 % der Viren und Bakterien.

Wer steckt hinter der Richtlinie?

Virobuster International GmbH, orca GmbH und BÄRO GmbH & Co. KG gehören zu den Spezialisten der Branche. In einer Arbeitsgemeinschaft haben sie den Viren in Aerosolen durch einheitliche Mindestanforderungen den Kampf angesagt. Im Gegensatz zu Filteranlagen, die ausschließlich Partikel festhalten, inaktiviert kurzwelliges, ultraviolettes Licht auch pandemische Erreger wie SARS-CoV-2. Kernstück dieser UV-C-Geräte ist UV-Licht mit einer Wellenlänge von 254 nm.

Gruppenfoto der an der Richtlinie beteiligten Unternehmen - Geschäftsführer von links: Dr. Michael Calenberg (orca Gmbh, Kürten), Thomas Rous (Virobuster International GmbH, Windhagen), Norbert Gober (goConsult, Odenthal) und Manuel von Möller (BÄRO GmbH & Co. KG, Leichlingen). (Foto: AG LUV)

Die drei Unternehmen haben sich mit dem Berater und Initiator goConsult zur Arbeitsgemeinschaft Luft-UV (AG LUV) zusammengeschlossen. Anwender sollen damit vor Fehlinvestitionen geschützt werden. Die Richtlinie mit den Mindestanforderungen definiert eindeutig, welche Geräte wirklich Viren und Bakterien zu mindestens 99 % je Durchlauf eliminieren und welche nicht.

Die AG LUV weist darauf hin, dass seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 die Produzentenzahl von UVC-Geräten um 400 % gestiegen sei. Besonders vermeintlich preiswerte Geräte erfüllen ihren Zweck jedoch nicht. Auch die Anbieterzahl ist in die Höhe geschnellt.

Was regelt die neue Richtlinie?

Es muss detailliert ersichtlich sein, welche Keime mit welcher Wirksamkeit bekämpft werden. Die fachgerechte Umsetzung ist bei vielen aktuellen Geräteangeboten nicht eindeutig erkennbar. Die Richtlinie UVC 100 regelt konkret die Mindestdosis an UV-C-Strahlung und damit die Mindestwirksamkeit gegen Keime, die Energieeffizienz und Betriebssicherheit. Auch legt sie Prüfkriterien und -verfahren fest. Somit gibt diese erste Richtlinie UV-C-Geräte-Anwendern doppelte Sicherheit – Leistungsgarantie und Schutz vor Fehlinvestition.

Im Rahmen der Erarbeitung der Richtlinie wurde ein UV-C-Siegel kreiert. Dieses Siegel wird vergeben, wenn Geräte mindestens die geforderten Kriterien erfüllen. Das Siegel ergänzt das CE-Zeichen, das keine Aussage über die Wirkung eines Gerätes macht. Die komplette Richtlinie kann auf Anforderung über die Internetseite der AG LUV bezogen werden.

www.ag-luv.de


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