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Internationale Dark Sky Week

06.04.2021

Vom 5. bis zum 12. April 2021 findet die internationale Woche des dunklen Himmels statt – die Dark Sky Week.

Die Milchstraße über dem Lincoln Highway in den USA. (Foto: Royce Bair

Das weltweite Event wurde von der International Dark-Sky Association ins Leben gerufen, eine aus den USA stammende Vereinigung von Astronomen, die Lichtverschmutzung durch optimierte Beleuchtung reduzieren wollen. Zur Dark Sky Week sind Menschen weltweit eingeladen, sich mit Künstlern und Wissenschaftlern zu vernetzen und Lichtverschmutzung zu diskutieren und mehr darüber zu erfahren.

Mehr zur Dark Sky Week: idsw.darksky.org

Gesetz für Insektenschutz adressiert erstmals Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung ist auch in Deutschland ein großes Thema. Zu viel künstliches Licht bei Nacht macht nicht nur die Sterne unsichtbar; es kann Mensch und Tier stören. Um dem entgegenzuwirken, hat nun auch das Bundeskabinett auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze ein Gesetz und eine Verordnung zum Insektenschutz auf den Weg gebracht, die auch das Thema Lichtverschmutzung adressieren.

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, die Lichtverschmutzung als Gefahr für nachtaktive Insekten einzudämmen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze: »Mein Gesetz betrifft erstmals auch Bereiche jenseits der Landwirtschaft wie die Lichtverschmutzung. Denn beim Insektenschutz ist nicht nur die Landwirtschaft in der Verantwortung, der Schutz der Insekten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.«

Der Gesetzentwurf sieht zunächst vor, in Naturschutzgebieten und Nationalparken die Neuerrichtung bestimmter Beleuchtungen grundsätzlich zu verbieten. Weiterhin wird eine Grundlage dafür geschaffen, den Betrieb von Skybeamern aufgrund ihrer erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf die Tierwelt stark einzuschränken und die Verwendung sogenannter »Insektenvernichterlampen« außerhalb geschlossener Räume zu untersagen.

Forscher untersuchen Lichtwirkung auf Insekten

Auf die Auswirkung von künstlichem Licht auf Insekten wollen auch Forschende vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) aufmerksam machen. Dr. Sibylle Schroer und Johanna Reinhard wünschen sich: »Mehr Dunkelheit, weniger künstliches Licht.« Die IGB-Forscherinnen koordinieren das Projekt »Artenschutz durch umweltverträgliche Beleuchtung (AuBe)«. Forschende der Ökologie und Lichttechnik untersuchen und erproben gemeinsam mit Bürgern in Partnerkommunen neue Konzepte, um künstliches Licht bei Nacht auf die Bedürfnisse von Mensch und Tier abzustimmen.

In einigen Kommunen Deutschlands hängen merkwürdige sackähnliche Gebilde an Straßenleuchten. Es sind Insektenfallen, mit denen Forschende dem nächtlichen Insektensterben auf der Spur sind. (Foto: Sophia Dehn)

Die Modellgebiete sind das nördliche und westliche Brandenburg, das südliche Mecklenburg und das hessische Fulda. In diesen Regionen ist es nachts noch so dunkel, dass man die nächtliche Dunkelheit gut erleben und erforschen kann. Die Beteiligten des Insekten-Monitorings hängen Fallen an Lampen auf und werten die Funde aus. In Workshops werden die Insektenarten bestimmt und gezählt.

Etwa die Hälfte aller Insektenarten ist nachtaktiv. Sie sind auf Dunkelheit und natürliches Licht von Mond und Sternen angewiesen, um sich zu orientieren und fortzubewegen, oder um Räubern auszuweichen. Und auch, um ihren allnächtlichen Aufgaben wie Nahrungssuche und Fortpflanzung nachzugehen. Eine künstlich erhellte Nacht stört dieses natürliche Verhalten – und mindert die Überlebenschancen.

In einigen Kommunen Deutschlands hängen merkwürdige sackähnliche Gebilde an Straßenleuchten. Es sind Insektenfallen, mit denen Forschende dem nächtlichen Insektensterben auf der Spur sind. (Foto: Sophia Dehn)

Vor allem Fluginsekten werden von Lampen, Skybeamern und Leuchtreklame angezogen und sterben dann dort durch Erschöpfung, oder als leichte Beute von Räubern. Die Lichtquellen wirken im Ökosystem wie ein Staubsauger: So zeigte eine vorangegangene Studie des IGB auf einem Versuchsfeld im Westhavelland, dass an erleuchteten Straßenlaternen bis zu 260 Mal so viele Insekten schwirren wie in der dunklen Umgebung.

Allerdings gibt es bisher fast keine Studien, die den Zusammenhang zwischen Insektensterben und Lichtverschmutzung langfristig, also über mehr als ein bis zwei Jahre hinaus, untersucht haben. Eine Studie zu den vorhandenen Daten enthält aber eine Checkliste mit den Eckpunkten, die in zukünftigen Experimenten berücksichtigt werden sollten. Für ein aussagekräftiges Insektenmonitoring sollten Raum und Zeit möglichst weit gewählt werden um natürliche Schwankungen der Insektenpopulationen zu erfassen. Ebenso sollten unterschiedliche Fallenarten und Fangmethoden zum Einsatz kommen, um eine möglichst hohe Insektendiversität zu erfassen.

Insekten nehmen mit ihren Komplexaugen Farben und Intensitäten von Licht ganz anders wahr als der Mensch. Daher sind gängige lichttechnischen Angaben wie die Einheit der menschlichen Lichtwahrnehmung »Lux« oft nicht ausreichend für derartige Studien.

Kostenlose Tipps für Planer

Tipps zum sinnvollen Umgang mit künstlichem Licht im Freien hat das IGB-Team außerdem in einem Faltblatt  zusammengestellt.

www.igb-berlin.de


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