Projekte

In der Lavaröhre

Isländische Attraktion unter Tage

Auf einen Blick

Ein neues Lichtkonzept sorgt für ein noch intensiveres Erlebnis bei Touren durch »The Lava Tunnel« in Island. LED-Scheinwerfer trotzen den rauen Bedingungen in der Röhre und geben dynamisches Farblicht auf die Felsen.

Nur 30 Minuten von Reykjavík entfernt befindet sich »The Lava Tunnel«, eine 1.360 m lange unterirdische Röhre mit beeindruckenden Collagen aus Gestein, Farben und Texturen, die das Ergebnis 5.000 Jahre zurückliegender Vulkanausbrüche sind. Am Eingang des vielbesuchten Tunnels sorgen drei Öffnungen in der Decke für herrliche Lichtsäulen. Am Ende splittet sich die Hauptröhre in drei kleinere Tunnel auf, deren Wände alle gleichermaßen mit prächtigen Mineralien belegt sind. Damit die geologischen Attraktionen im Lava Tunnel noch intensiver erfahrbar werden, hat die Betreibergesellschaft Raufarhólshellir vor kurzem eine Fußgängerbrücke und Aussichtplattformen bauen lassen sowie eine neue Beleuchtung realisiert.

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Mit Hilfe eines Geologen wurden die Abschnitte des Tunnels ausgewählt, die mit Licht inszeniert werden sollten. (Foto: Peter Thor Ragnersson)

Das neue Lichtkonzept haben Agust Gunnlaugsson, Lichtdesigner aus Oslo, und EFLA Engineers, ein Büro aus Reykjavik, gemeinsam entwickelt. Für die Inszenierung des Tunnels setzten sie unter anderem 100 LED-Leuchten von Anolis ein. 64 Strahler vom Typ ArcSource Outdoor 24 MC RGBW und 36 Strahler Anolis ArcSource Outdoor 48 MC RGBW mit verschiedenen Optiken und diversem Zubehör sind über den gesamten Tunnel verteilt. Die Scheinwerfer werden von 25 Outdoor-Netzteilen vom Typ Anolis ArcPower 192 gespeist, die über fünf Verteilungspunkte entlang des Tunnels versorgt werden.

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Professionelle Kletterer haben die Strahler hinter Felsbrettern und in Spalten platziert, so dass sie nicht zu sehen sind. (Foto: Peter Thor Ragnersson)

Die exakte Auswahl der Leuchten-Standorte fand größtenteils vor Ort statt. Vorab-Planungen am Schreibtisch oder Visualisierungen per Software waren bei diesem Projekt quasi unmöglich, erklärt Lichtdesigner Agust Gunnlaugsson. Das Lichtdesign ist daher überwiegend vor Ort organisch gewachsen. Gezielt ausgewählte Lichtströme, Lichtverteilungen und Lichtfarben arbeiten die Feinheiten, Eigenfarben und Oberflächen der Mineralien heraus.

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Im Winter locken bizarre Eisformationen im Eingangsbereich als zusätzliche Sehenswürdigkeit. Die schwierigen klimatischen Bedingungen im Lavatunnel erforderten robuste Licht- und Elektrotechnik. (Foto: Peter Thor Ragnersson)

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Mit Schutzart IP67 sind die LED-Strahler ArcSource Outdoor gegen Nässe und Temperaturschwankungen gewappnet. (Quelle: Anolis)

Die Konfiguration der Lichtparameter erfolgte über die zentrale DMX-Steuerung. Diese ermöglicht auch eine beeindruckende Lichtdramaturgie bei den Führungen durch die Höhle. Nachdem die Besucher den Tunnel betreten haben, gehen sie in völliger Dunkelheit und Stille, die nur dann und wann vom Geräusch eines herabfallenden Wassertropfens unterbrochen wird, einen 400 m langen Pfad entlang, der zu einer besonderen Lavaformation führt. Per Fernbedienung aktiviert der Touren-Führer hier eine Lichtsequenz, die nacheinander jedes besondere Element an den Felswänden illuminiert, während die Besucher Interessantes zu Geologie und Geschichte erfahren.

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Lichtinszenierung und Lichtdramaturgie sorgen für ein intensives Besuchererlebnis. (Foto: Peter Thor Ragnersson)

Weitere Informationen:

Projekt: Lava Tunnel Raufarhólshellir, www.thelavatunnel.is
Lichtplanung: Agust Gunnlaugsson, Oslo, Senior Lighting Designer für EFLA Consulting Engineers, Reykjavik, www.efla-engineers.com
Leuchten: Anolis LED Lighting, Roznov pod Radhostem (Tschechien), www.anolislighting.com
Distributor: Luxor, Reykjavik, www.luxor.is


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