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Rückblick auf das LED Professional Symposium + Expo 2014

Auf einen Blick

Für drei Tage verwandelte sich das Festspielhaus in Bregenz am Bodensee auch in diesem Herbst wieder zum Treffpunkt für LED-Spezialisten. Vom 30. September bis 2. Oktober widmete sich das LED professional Symposium + Expo 2014 (LpS 2014) in 58 Expertenvorträgen, fünf Workshops und zwei Podiumsdiskussionen den aktuellen Entwicklungen in der LED-Lichttechnik. Flankiert wurde das Programm von einer Ausstellung, in der fast 100 Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen präsentierten.

Abb.: Über 1100 Teilnehmer aus 43 Ländern besuchten das LpS 2014. Thema des Symposiums sind alle Facetten der Entwicklung und Produktion von LED- und OLED-basierten Lichtsystemen.

GANZHEITLICHER ANSATZ
Das LED-Symposium in Bregenz hat sich vor allem für all jene als fester Termin im Eventkalender etabliert, die LED-Lichtquellen und LED-Leuchten herstellen. Die Veranstaltung addressiert vorrangig an Vertreter aus der Industrie sowie aus Forschung und Entwicklung, die sich über die neuesten Materialien und Herstellungsverfahren, aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Optiken, Elektronik-Komponenten und Smart Controls sowie über Designmethoden informieren möchten. Ergänzt wird diese technische Ausrichtung, die stets einen engen Praxis-bezug wahrt, um Vorträge, die sich mit Marktanalysen und -prognosen beschäftigen und aktuelle Trends in der Lichtanwendung thematisieren. Einen hohen Stellenwert im Konzept des LpS hat der Dialog. Für das Networking und den Erfahrungsaustausch boten ausreichend lang dimensionierte Vortragspausen, die Herstellerausstellung, eine abendliche Schifffahrt auf dem Bodensee und ein Event im Kunsthaus Bregenz zahlreiche Gelegenheiten.

Innovationen auf allen Systemlevels
Als komplexe Systeme bieten LED-Lichtquellen bzw. LED-Leuchten natürlich viele Ansatzpunkte für die technische Optimierung. Die Vorträge auf dem LpS deckten eine entsprechende Themenvielfalt ab. Sie reichte von alternativen Ansätzen zum Aufbau der eigentlichen LED (z.B. Flip-Chip-Technologie, Multi-Junction-Technologie), über neue Phosphore (z.B. Ein-Kristall-Phosphore, Keramik-Phosphore) und Lösungen für das Thermomanagement (z.B. Thermo- und Duroplastic Polymer Compounds) bis zu vielen neuen Ideen im Bereich des Optikdesigns (z.B. Nano-Strukturen für Lightguides) und bei der Treiberelektronik. Bei den Präsentationen all dieser Innovationen fiel auf, dass der Blick der Experten zwar auch, aber nicht mehr so vehement wie vorher, auf Performance-Steigerungen fokussiert, sondern das die Lichtqualität ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt ist.

Abb.: Fast 100 Unternehmen zeigten ihre Produkte und Technologien in der Ausstellung. Acht von ihnen nutzten das LpS, um Produktneuheiten in den Markt einzuführen.

Der Nutzer im Mittelpunkt
Insbesondere betrifft dies das Thema spektrale Zusammensetzung des Lichts. Verhandelt wird es hinsichtlich der Farbwiedergabe als Gütekriterium für die visuelle Wahrnehmung, aber auch als Einflussfaktor für die nicht-visuellen Wirkungen des Lichts. Beiden – der Farbwiedergabe und dem biologisch wirksamen Licht im Zusammenhang mit dem Human Centric Lighting – widmeten sich mehrere Vorträge auf der Konferenz in Bregenz. Eine Möglichkeit, um das richtige Licht für wechselnde Sehaufgaben (z.B. bei unterschiedlichen Exponaten in Museen) oder für verschiedene Nutzerbedürfnisse in Abhängigkeit von der Tageszeit und Art der Tätigkeit bereit zu stellen, sind LED-Lichtlösungen, die einstellbares Weißlicht bieten.Das »Tuneable White« wird aus dem Licht von roten, grünen, blauen und weißen LEDs gemischt. Solche dynamischen Lichtlösungen setzen intelligente Steuerungstechnik voraus und auch diese war selbstverständlich Thema auf der LpS 2014.

Abb.: Erstmals wurde im Rahmen des LpS der »LED professional Scientific Award« vergeben. Preisträger ist Dr. Peter Bodrogi, TU Darmstadt, mit einer Publikation über neue Binning-Strategien für weiße LEDs.

Das Licht geht online
Dank der guten Ansteuerbarkeit der LEDs wird das Licht immer smarter. Interessante Optionen eröffnen dabei Sensoren. Innerhalb der LED-Systeme übernehmen sie Aufgaben bei der Temperaturüberwachung mit dem Ziel der Lebensdauermaximierung oder als Farbsensoren, um Farbabweichungen zwischen verschiedenen LEDs oder Farbshifts einzelner LEDs über ihre Betriebsdauer zu kompensieren. Solche sensorbasierten Farbregelungen machen superfeine Binnings übrigens überflüssig und können so Kostenvorteile beim Systemdesign erschließen. Auf Raum- oder Gebäudeebene wiederum liefern z.B. Tageslicht- und Präsenzsensoren die Datenbasis, um das Licht bedarfsgerecht den Raumnutzungen anzupassen und sind damit wichtige Schlüssel zu Energieeinsparungen.

Immer öfter erfolgt die Kommunikation der Lichtsteuerkomponenten zu den Nutzerbedienstellen drahtlos. Tablet und Smartphone schicken sich an, die »Lichtschalter« der Zukunft zu werden. Und die Leuchten selbst? Ihnen wird eine große Zukunft im Internet of Things prognostiziert. Mit Sensoren und Transmittern ausgestatteten Leuchten, die Clients im Internet und damit Bestandteil des IT-Systems sind, eröffnen sich über Lichtsteuerung, Funktionsüberwachung und Energiemanagement weit hinausgehende »lichtfremde« Funktionen. Beispielsweise können sie Daten erfassen und mit anderen »things« im Internet kommunizieren. Straßenleuchten, die mit Verkehrsampeln vernetzt sind, oder Spots, die Kunden im Supermarkt zu personalisierten Sonderangeboten locken, sind dazu Ideen auf heutiger Erfahrungsbasis. In der Zukunft wird es sicher noch ganz andere Szenarien geben.

Abb.: Der Dialog zwischen allen Akteuren der Branche ist den LpS-Veranstaltern wichtig. Deshalb gibt es neben Vorträgen auch interaktive Formate wie Podiumsdiskussionen und Workshops.

Bleibt die OLED in der Nische?
Apropos Zukunft. Mehrere Statements waren auf der LpS zur Zukunft der OLEDs zu hören. Nach wie vor sind die organischen LEDs sehr teuer. Die Zunahme ihres Lichtoutputs folgt bei weitem nicht den steilen Anstiegen, die die LED-Entwicklung einst aufwies. Große Flächen sind hinsichtlich fehlerfreiem Schichtaufbau, Temperaturverhalten und Stromversorgung immer noch eine Herausforderung. Vor dem Hintergrund, dass inzwischen Produkte verfügbar sind, die anorganische LEDs flächig auf flexiblen Trägermaterialien organisieren, stellt sich die Frage, in welchen Lichtanwendungen die OLEDs sich etablieren könnten. Die große Anfangseurophorie scheint derzeit ein wenig gedämpft. OLEDs werden eher keine LED-Anwendungen ersetzen, statt der Allgemeinbeleuchtung sehen viele die OLED vorrangig in designorientierten Applikationen, z.B. in der Innenarchitektur. Aber es bleibt spannend: neue Ideen, wie OLEDs auf flexiblen Metallfolien und Innovationen im Herstellprozess, z.B. beim Rolle-zu-Rolle-Verfahren, legen nahe, dass das letzte Wort hier lange noch nicht gesprochen ist.

Das nächste »LpS LED Symposium + Expo« wird
vom 22. bis 24. September 2015 in Bregenz stattfinden.

Fotos: Luger Research, Dornbirn, www.led-professional.com


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