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Licht 2 | 2022

Zahl der European Lighting Experts (ELE) wächst

Erfolgreicher Hochschulabschluss in akkreditierten Studiengängen erlaubt Zertifizierung als ELE

Wer an einer deutschen Hochschule einen Studiengang mit einem Schwerpunkt Licht und Beleuchtung erfolgreich abschließt, kann sich seit Februar 2022 ohne weitere Prüfung als European Lighting Expert (ELE) zertifizieren lassen. Voraussetzung hierfür ist die Akkreditierung der jeweiligen Hochschule durch die European Lighting Expert Association (ELEA) und der Nachweis, dass die ELE-Lernziele im Studienverlauf in einem entsprechenden Umfang gelehrt und geprüft wurden.

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Abb.: Der Präsident der TH Rosenheim, Prof. Dr. (e.h.) Heinrich Köster, beglückwünscht Mathias Wambsganß, Professor für Lichtplanung und Gebäudetechnologie an der Fakultät für Innenarchitektur, Architektur und Design zur erfolgreichen Akkreditierung durch die ELEA. Foto: Janine Jess, TH Rosenheim

»European Lighting Expert« oder ELE steht für einen europaweit gültigen Bildungsstandard, den die Lichtgesellschaften Deutschlands (LiTG), der Niederlande (NSVV), Österreichs (LTG) und der Schweiz (SLG) 2015 durch die Festlegung einheitlicher Lernziele eingeführt und dem sich inzwischen weitere Lichtgesellschaften wie die rumänische ARI und die dänische DLC angeschlossen haben. Die Verwaltung und Weiterentwicklung des ELE-Konzeptes liegt bei der 2016 gegründeten European Lighting Expert Association (ELEA), die ihren Sitz in der Schweiz hat.

Die ersten drei deutschen Hochschulen, deren Akkreditierungsanträgen die ELEA Ende letzten Jahres stattgab, sind die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim (Fakultät Gestaltung, Kompetenzfeld Lighting Design), die Technische Hochschule Rosenheim (Fakultät Innenarchitektur, Architektur und Design, Studiengang Innenarchitektur) und die Hochschule Wismar (Fakultät Gestaltung, Studiengang Architectural Lighting Design). Dazu überprüfte die ELEA, ob die Curriculae der fraglichen Studiengänge zu mindestens 80 % mit den ELE-Lernzielen übereinstimmen. Weitere deutsche Hochschulen haben bereits ihr Interesse an einer Akkreditierung angemeldet. Auch Hochschulen in anderen ELEA-Mitgliedsländern, beispielsweise in den Niederlanden, überprüfen ihre Lehrinhalte auf Übereinstimmung mit den ELE-Lernzielen.

Statt wie bislang ihre umfassenden lichttechnischen und lichtgestalterischen Kenntnisse durch ein weiteres dreiteiliges Examen aus einer schriftlichen Projektarbeit, einer mündlichen Prüfung und einem Fachgespräch vor einer LiTG-Prüfungskommission nachzuweisen, steht es den Studierenden der drei deutschen Hochschulen nun offen, sich gleich nach erfolgreichem Studienabschluss auch in das ELE-Register eintragen zu lassen.

Sie weisen ihre Qualifikation anhand der von ihnen belegten und geprüften Module nach. Dazu reichen sie alle Nachweise bei ihrer Fachgebietsleitung ein, die der ELEA-Prüfungsleitung eine schriftliche Bestätigung darüber zukommen lässt. Zusätzlich ist eine Abschrift des Abschlusszeugnisses vorzulegen. Alle drei akkreditierten Hochschulen melden, dass diese Möglichkeit von ihren Absolventinnen und Absolventen gerne genutzt wird.

Diese Maßnahme erweitert den Kreis der ELEs deutlich und unterstützt damit das Vorhaben, europaweit einen einheitlichen Bildungsstandard in Sachen Licht und Beleuchtung zu etablieren.

Hochschulen, die sich über den Akkreditierungsprozess informieren möchten, senden eine E-Mail an die deutsche ELEA-Vertretung unter weiterbildung@litg.de.

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Licht 2 | 2022

Erschienen am 31. März 2022