Planung
Licht 9 | 2019

Wiesloch geht aufs Ganze

LED-Umrüstung in großem Maßstab

Die 26.000-Einwohner-Stadt Wiesloch im Norden Baden-Württembergs setzt konsequent auf LED-Beleuchtung. Schon früh hat die Kommune die Potenziale der LED, insbesondere hinsichtlich Energieeffizienz, langer Lebensdauer und guter Ansteuerbarkeit erkannt und beschlossen, ihre Außenbeleuchtung komplett umzurüsten.

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Schuch

Abb. 1: Die 48er Baureihe findet sich vielerorts im Wieslocher Stadtgebiet. Es gibt sie mit verschiedenen Leistungsstufen und Abstrahlcharakteristiken. So lassen sich auch unterschiedliche Beleuchtungsaufgaben mit einem einheitlichen Leuchtendesign bedienen.

Für jeden Bereich die passende Leuchte

Im Jahr 2015 hatte sich Wiesloch ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die gesamte öffentliche Außenbeleuchtung sollte innerhalb von fünf Jahren auf LED umgestellt sein. Und dieses Projekt beschränkte sich nicht etwa auf die Innenstadt oder bestimmte Stadtviertel – nein, hier sollte wirklich in allen Stadtteilen alles saniert werden, von der Fußgängerzone über die Anliegerstraßen bis hin zur Anstrahlung und gebäudenahen Beleuchtung städtischer Bauten. Das Großprojekt mit einem Volumen von rund 2,5 Millionen Euro wurde und wird sukzessive in die Tat umgesetzt. Wichtiger Partner ist dabei der Leuchtenhersteller Schuch aus Worms. Das umfangreiche Portfolio des Unternehmens bietet Lichtlösungen für die unterschiedlichsten Anforderungen der stadtweiten LED-Umrüstung.

Inzwischen, vier Jahre nach dem Start, befindet sich das Vorhaben auf der Zielgeraden und die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die Stadtteile Frauenweiler, Baiertal, Schatthausen und Altwiesloch erstrahlen bereits in neuem Glanz, ebenso ein Großteil der Kernstadt. Für die Ausleuchtung der Verkehrsstraßen sorgen dabei in erster Linie die LED-Außenleuchten der Schuch-Baureihen 47 und 48. Grünanlagen und Innenstadtbereiche wurden hingegen mit der etwas klassischeren LED-Pilzleuchte 541 ausgestattet.

Abb. 3: Die LED-Außenleuchten der Baureihen 47 (links) und 48 (rechts) finden sich an Hauptstraßen, Wohnstraßen und Radwegen. Grünanlagen und der Innenstadtbereich wurden mit der etwas klassischeren LED-Pilzleuchte 541 ausgestattet. Schuch

Dank der deutlich niedrigeren Anschlusswerte der neuen Leuchten profitiert Wiesloch von erheblichen Energieeinsparungen. Die lange Lebensdauer der LED-Leuchten sorgt für drastische Kostenentlastungen bei Wartung und Ersatzteilbeschaffung. Aber es gibt auch noch weitere Vorteile für die Kommune: Die Umrüstung der Beleuchtungsanlagen ging nämlich nicht nur per 1:1-Austausch vonstatten: Dank verbesserter LED-Lichttechnik und neuer Lichtplanung konnte Wiesloch allein in der Fußgängerzone rund 130 Leuchtenaufsätze und knapp 30 Leuchtenstandorte einsparen. Dies war natürlich schon bei der Anschaffung ein monetärer Vorteil, muss aber bei der Abschätzung der auflaufenden Energieeinsparungen ebenso berücksichtigt werden. »Die bisherigen Ergebnisse können sich wirklich mehr als sehen lassen«, berichtet Oberbürgermeister Dirk Elkemann stolz, »denn eine Auswertung des Verbrauchs bestätigt schon jetzt, vor der finalen Fertigstellung, eine Stromeinsparung von satten 65% im gesamten Stadtgebiet.« Aber natürlich geht es in einer Stadt nicht ausschließlich um betriebswirtschaftliche Vorteile – vielerorts herrschen jetzt auch bessere Sehbedingungen und der öffentliche Raum profitiert von attraktiveren Lichtwirkungen.

Herausforderung smarte Radwegbeleuchtung erfolgreich gemeistert

Im Zuge des Großprojekts sollte, neben der Sanierung der Altanlagen, auch ein lang gehegter Wunsch der Bürger in Erfüllung gehen: Die Ausleuchtung der Radwege zwischen Baiertal und Schatthausen, von Frauenweiler Richtung Walldorf, sowie Wiesloch nach Dielheim. Vor allem Pendler und Schüler nutzen diese Wege am frühen Morgen und späten Nachmittag, um von Ort zu Ort zu radeln. Doch gerade in der dunklen Jahreszeit fühlte man sich auf den unbeleuchteten Strecken unsicher. Standardleuchten zu installieren kam allerdings nicht infrage, denn die Radwege verlaufen durch ein Naturschutzgebiet. Mit speziellen Leuchtenausführungen konnte Schuch auch dieses Problem lösen. Rund 170 intelligent gesteuerte LED-Straßenleuchten sorgen jetzt für optimale Lichtverhältnisse. »Die Beleuchtung kommt sehr gut an«, teilt Bürgermeister Thomas Glasbrenner freudig mit, »und auf den neu ausgeleuchteten Strecken scheint mir noch mehr los zu sein als zuvor.«

Die Leuchten sind mit Sensoren ausgestattet und über Schuchs Lichtmanagementsystem »Limas« via Funkverbindung vernetzt. Das Licht am Radwege geht damit nur an, wenn vor Ort eine Bewegung erkannt wird. Die Leuchten sind so programmiert, dass das Licht dem detektierten Radfahrer ein Stück vorausläuft und die Strecke entlang mit ihm mitwandert. »Der Naturschutz ist uns natürlich genauso wichtig, wie die Interessen unserer Bürger. Wir sind froh, eine Lösung gefunden zu haben, bei der wir auf keiner Seite Abstriche machen mussten. Jetzt sieht man nicht nur den Gegenverkehr besser, auch etwaige Hindernisse wie Steine oder Äste können von den Radfahrern stets rechtzeitig erkannt und so Unfälle vermieden werden – ein großes Plus für die Sicherheit auf den Wegen«, resümiert Oberbürgermeister Dirk Elkemann zufrieden. Auch wenn das eigentliche Projektziel bereits erreicht ist, wird 2019 noch eine weitere Ausbaustufe an den Radwegen umgesetzt. Hierbei sollen dann nicht nur Infrarot- sondern auch Radarsensoren eingesetzt werden.

Abb. 2: Licht nur bei Bedarf: Mit einer funkvernetzten und sensorbasierten Lösung sind die Radwege im Naturschutzgebiet umweltfreundlich und energiesparend beleuchtet worden. Schuch

Fazit

Ganz Wiesloch rückt sich mit dem Austausch der Stadtbeleuchtung in ein energieeffizientes Licht, das Umwelt- und Klimaschutzbelange berücksichtigt, die Stadt attraktiver macht und sich auf Dauer bezahlt machen wird.

Weitere Informationen:

Adolf Schuch GmbH, Worms, www.schuch.de

Fotos: Schuch

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 9 | 2019

Erschienen am 25. November 2019