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Licht 4 | 2019

Was kann Licht?

3. LICHTCAMPUS in Wismar

Unter dem Motto »Was kann Licht tun?« trafen sich 250 Teilnehmer aus acht Hochschulen und 19 Nationen zum 3. LICHTCAMPUS an der Hochschule Wismar. Die weltweit einzigartige Veranstaltung bietet Studierenden verschiedenster Disziplinen einen Treffpunkt, um sich untereinander und mit Künstlern, Planern, Herstellern und Lehrenden auszutauschen. Höhepunkt waren Die aus den Workshops realisierten Lichtinstallationen formierten sich zum Höhepunkt, und wurden, über die gesamte Hansestadt verteilt, der Öffentlichkeit präsentiert.

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Abb.: Mit dem Medium Wasser uns seinen Reflexionen spielte Künstlerin Elena Vertikova im »Wasserkunst« genannten Brunnen am Marktplatz. Sara Foerster

Im UNESCO Jahr des Lichts 2015 etablierte sich mit dem LICHTCAMPUS erstmals ein völlig neues Veranstaltungsformat, das als transdisziplinäre Plattform dem Forschen, Experimentieren und Austauschen dienen sollte. Das Format bietet Studierenden verschiedenster Hochschulen und Disziplinen im In- und Ausland sowie Künstlern, Planern, Herstellern und Lehrenden einen Treffpunkt zum Netzwerken.Nach der HAW Hamburg und der HAWK Hildesheim war vom 20. bis 27. März die Hochschule Wismar Austragungsort des 3. LICHTCAMPUS. Dieser wurde vom Master-Studiengang für Architetctural Lighting Design organisiert und bot einen Rahmen für eine kritische Debatte über Licht als Innovationstreiber des 21. Jahrhunderts.

Akademien, Institute und Unternehmen waren eingeladen, ihre Reaktion auf ökologische Anforderungen, soziokulturelle Herausforderungen und die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungen vorzustellen und zu diskutieren. Das transdisziplinäre Forum umfasste Workshops, Ausstellungen und Präsentationen zum Themenspektrum Licht als Material, Medium oder Werkzeug im 21. Jahrhundert. Dabei ging es angesichts von Umwelterfordernissen, gesellschaftlichen Herausforderungen und nachhaltiger Entwicklungen um die Leitfrage: Was kann Licht?Kuratiert wurde der 3. LICHTCAMPUS von Prof. Bettina Pelz und Prof. Thomas Römhild.

Einen Schwerpunkt der Vorträge und Roundtables nahmen gesellschaftlich relevante Themen ein, wie bspw. die neue Initiative »Women working with light«, barrierefreie Beleuchtung im öffentlichen Raum, Lichtverschmutzung, Upcycling oder Licht im Kontext des Kulturerbes. Zusammen mit Bettina Pelz veranstaltete die Fachzeitschrift LICHT als Medienpartner den Round-Table »Social Light«. In der Diskussionsrunde ging es nicht nur um Entwicklungsprojekte in Regionen ohne Zugang zur Elektrizität, sondern auch um die grundlegende Frage, wie öffentliche Räume mit Licht sicherer gestaltet und aufgewertet werden können. Das Ziel der Referenten und Teilnehmer ist es, »Social Light« in der Öffentlichkeit stärker zu kommunizieren und sehr heterogenen Initiativen besser zu vernetzen. Während am Vormittag anhand von Vorträgen und Diskussionsrunden Fachwissen vermittelt wurde, standen der Nachmittag ganz im Zeichen der Produktionsworkshops. Mit den betreuenden Künstlern und Planern zusammen arbeiteten die Studierenden an ihren Projekten zum Teil bis in die späten Abendstunden hinein. Das Ergebnis waren faszinierende Lichtkunstinstallationen, die ihren Höhepunkt am Abschlussabend fanden und über die gesamte Innenstadt verteilt, der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Über 1.200 Besucher waren begeistert, was »Licht kann«. Wir freuen uns auf den nächsten LICHTCAMPUS in zwei Jahren!

Abb.: Ähnlich einem Trompe-l'Œil-Gemälde verblüffte dieses Werk von Lichtkünstler Boris Frentzel-Beyme die Besucher in der Heiligen Geist Kirche. Sara Foerster
Abb.: Die Künstlerin Judith Rautenberg verwandelte die Fassade des Archidiakonats in eine dynamische Leuchtfläche. Tomasz Freda
Abb.: Einige Round-Tables wurden zum Anlass genommen, neue Impulse zu geben oder Initiativen zu starten, wie bspw. das Forum »Women working with light« oder »Social Light«. Tomasz Freda
Abb.: Mit Overheadprojektoren und Glasscherben arbeitete der Lichtkünstler Detlef Hartung von Hartung I Trenz mit den Studierenden des Workshops. Hierbei wurde visualisiert, was ein »zu viel« an Licht bedeuten kann... Sara Foerster
Abb.: ...die Besucher in der St. Nikolai Kirche brauchten dazu nur nach oben auf die Gewölbedecke zu schauen. Je weniger Projektoren eingeschaltet waren, um so schärfer wurde das Bild, das fast schon wie ein präzises Fresko wirkte. Sara Foerster
Abb.: Die Vor-Ort-Workshops reichten teils bis in die späten Abendstunden hinein – trotz der frostigen Temperaturen. Sara Foerster
Abb.: Zahlreiche Lichtinstallationen gab es in der Rathaushalle zu sehen, bspw. interaktive Installationen der Lichtplaner Swantje und Thorsten Braun sowie Clemens Grapentin zusammen mit den Studierenden. Emre Onur
Abb.: Internationalität und kulturelle Vielfalt sind für den Masterstudiengang Lighting Design wichtiger Bestandteil. Auf dem LICHTCAMPUS trafen sich Studierende und Teilnehmer aus 19 Nationen. Tomasz Freda
Abb.: Mit Laserlicht choreografierte Lichtereignisse präsentierten die Künstlerin Annika Hippler mit ihrem Team zusammen in der St. Marien Kirche. Sara Foerster
Abb.: Der Lichtkünstler Robert Sochacki realisierte zusammen mit den Studierenden im Hof des Zeughauses ein Videomapping, zusammengesetzt aus verschiedenen Erzählungen. Sara Foerster

Weitere Informationen:

http://2019.lichtcampus.net; lichtcampus.com

Fotos x,x,x,xx,: Sara Foerster

Fotos x,x,x,x: Tomasz Freda

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