Planung
Licht 5 | 2022

Wandlung vom »Tunnel« zur Unterführung

Die Paul-Heyse-Unterführung in München

Kaum eine Münchner Unterführung hat in den letzten Jahren für so viel Furore gesorgt, wie die Paul-Heyse-Unterführung in der Nähe des Hauptbahnhofs. Denn durch die »Röhre« zu gehen oder zu radeln war wahrlich kein Vergnügen. Die Aufgabenstellung lag in der Verbesserung der Beleuchtungssituation. Doch das Ziel der Lichtplanung war darüber hinaus eine spürbare Verbesserung der Atmosphäre gegenüber dem bisherigen Zustand. Die Herausforderung bestand im Umgang mit den Gegebenheiten, ohne eine grundlegende Sanierung des Bauwerks und der Verkehrsflächen.

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Abb.: Von außen gesehen begibt man sich in einen hellen Raum. Die Adaptionsbeleuchtung wird entsprechend der Tageszeit geschaltet. Die Leuchtdichten gliedern die Verkehrsflächen. Christoph Mittermüller

Es ist müßig, all die Begriffe zu zitieren, mit denen die Paul-Heyse-Unterführung in der Vergangenheit betitelt wurde. Die Meinung, die diese ausdrückten, macht deutlich, welche Bedeutung Architektur – und sei es in Form eines schlichten Verkehrsbauwerks – im Kontext zum Städtebau und zum öffentlichen Leben zukommen kann. Und es verdeutlicht, dass Architektur über die reine Funktionalität hinausgeht. Die Funktionalität als Verbindungsbauwerk war durchaus gegeben und nach Beurteilung des Eigentümers genügte die Röhre »zur Abwicklung des Bahnverkehrs« – trotz rostender Stahlträger und hindurchtropfendem Wasser. Wird ein Bauwerk jedoch nur mit negativen Gefühlen betreten oder gar aus Angst gemieden, stellt sich zurecht die Frage, ob es denn auch tatsächlich »funktioniert«?

Die Unterführung ist ca. 216 m lang und knapp 20 m breit. Der motorisierte städtische Verkehr wird auf vier Spuren in zwei Richtungen hindurchgeleitet, beidseitig flankiert von einem 3 m breiten Rad- und Fußweg. Die Unterführung wurde im Jahre 1902 von der Deutschen Reichsbahn erbaut und ist heute Eigentum der Deutschen Bahn AG. Durch die im Bauwerk gegebene Atmosphäre aus Abgasen und Salznebel resultieren spezifische Auflagen zu Materialität und Aufbau aller Einbauten, wie auch zur Beleuchtung.

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Licht 5 | 2022

Aktuelle Ausgabe
Erschienen am 24. Juni 2022