Technik
Licht 9 | 2019

Temporäre Lichtartefakte

Flimmern und Stroboskopeffekte korrekt ermitteln

Im Zuge der neuen Ökodesign-Richtlinie 2021 wird sich einiges bei der Bewertung von Flicker und Stroboskopeffekten an LED-Lichtquellen ändern. Das spektrale Licht- und Flickermessgerät »BTS256-EF« kann schon heute die relevanten spezifischen Kennzahlen erfassen.

Lesezeit: ca. 2 Minuten
Abb.: Das »BTS256-EF« erfasst zahlreiche photometrische und farbmetrische Größen und ermöglicht Messungen gemäß PstLM-Flicker- und SVM-Stroboskopie-Metriken. Gigahertz Optik

Der Vorschlag der Europäischen Kommission zur Regulierung der Anforderungen für künstliche Beleuchtung im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie wird neue verbindliche Produkt- und Qualitätsmerkmale für alle Beleuchtungsprodukte mit sich bringen. Diese neue EU-Richtlinie wird strenge Anforderungen für Flimmern und den Stroboskopeffekt enthalten, die zusammen als temporäre Lichtartefakte (TLA) bezeichnet werden. Relativ einfache Messungen, wie die Bestimmung des Flicker-Index und des Modulationsgrads sind demnach nicht mehr ausreichend, da diese mögliche TLA-Effekte, wie die frequenzabhängige Empfindlichkeit oder die Wellenform des abgegebenen Lichts, nicht berücksichtigen.

Die in der Ökodesign-Verordnung verwendete Metrik für Flicker ist der Parameter PstLM, Kurzzeitflicker. Ein Wert von PstLM=1 bedeutet, dass für den durchschnittlichen Beobachter eine Wahrscheinlichkeit von 50% besteht, Flicker zu bemerken. Die in der EU-Verordnung für stroboskopische Effekte verwendete Metrik ist SVM, ein stroboskopisches Sichtbarkeitsmaß, wobei SVM=1 die Sichtbarkeitsschwelle für einen durchschnittlichen Beobachter darstellt.

Die Grenzwerte in dieser neuen EU-Richtlinie werden derzeit als PstLM < 1,0 und SVM < 0,4 diskutiert. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass Teile der Lichtindustrie Lobbyarbeit betreiben, um den SVM-Grenzwert auf kleiner 1,6 zu heben. Unabhängig davon wird die Einhaltung dieser anspruchsvollen Grenzwerte, insbesondere für SVM, mit dem voraussichtlichen Inkrafttreten der neuen Ökodesign-Verordnung im September 2021 einen erheblichen Aufwand für die Hersteller bedeuten.

Das Messgerät »BTS256-EF« von Gigahertz Optik ist für vollständige TLA-Messungen, wie sie die neue Richtlinie voraussichtlich fordern wird, bestens geeignet. In Verbindung mit der mitgelieferten Software liefert es zudem umfassende photometrische und farbmetrische Daten, die für Anwendungen in der Allgemeinbeleuchtung benötigt werden. Für spezielle Aufgaben, wie die künstliche Beleuchtung im Gartenbau und für die biologisch wirksame Beleuchtung (auch Human Centric Lightning genannt) stehen zusätzliche Funktionen zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Gigahertz Optik Vertriebsgesellschaft für technische Optik mbH, Türkenfeld (D), www.gigahertz-optik.de

Foto: Gigahertz Optik

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 9 | 2019

Erschienen am 25. November 2019