Ausbildung & Beruf
Licht 9 | 2021

Spot on!

65 Jahre Fachgebiet Lichttechnik und 30 Jahre VFL-TU Ilmenau

Am 1. Mai 1956 wurde das Institut für Lichttechnik an der Technischen Hochschule Ilmenau (TU Ilmenau) gegründet. 25 Jahre später wurde der Verein zur Förderung des Fachgebiets Lichttechnik der TU Ilmenau (VFL-TU Ilmenau) gegründet. Im November 2021 feiert das Fachgebiet das 65-jährige Jubiläum, während der Verein sein 30-jähriges Bestehen begeht. Mit den Themenschwerpunkten in den Bereichen Lichterzeugung, Lichtmessung, Lichtanwendung sowie Lichtwahrnehmung konnten die gemeinsamen Aktivitäten des Fachgebiets und des Fördervereins kontinuierlich weiterentwickelt werden. Aktuell verzeichnet der Verein 38 korporative und 53 persönliche Mitglieder, die aus allen Bereichen der Lichttechnik kommen: Ausgehend von der Lampen- und Leuchtenindustrie, über die Lichtmesstechnik und Lichtplanung, bis hin zu öffentlichen Instituten und Behörden. Ein zentraler Aspekt war und ist es, die Begeisterung bei Studierenden für die Themen- und Forschungsschwerpunkte »Licht« zu wecken.

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Abb.: Mit seinem selbst entwickelten Prototyp der kinetischen Smart-Home-Leuchte »Multi-Divisio« gewann Simon Lanfermann 2016 den jährlich ausgeschriebenen Ideenwettbewerb des Fördervereins und des Fachgebiets Lichttechnik der TU Ilmenau. Foto: Alexander Vandahl Alexander Vandahl

Mit der jährlichen Studierenden-Informationsveranstaltung »Lichtblick!« stellen die Mitarbeiter des Fachgebiets Lichttechnik zusammen mit Partnerunternehmen des Fördervereins die Forschungsthemen und Karrieremöglichkeiten in der Lichttechnik für Bachelorstudierende im zweiten und dritten Semester vor. Bei diesem Event erhalten die Studierenden einen Einblick in die Welt der Lichttechnik und können sich darüber hinaus über studentische Arbeiten am Fachbereich sowie über externe Praktika informieren. Außerdem wird jungen Menschen dadurch die Möglichkeit des aktiven Netzwerkausbaus gegeben. Durch lockere Gespräche bei Thüringer Bratwurst und Getränken kommen Studierende mit Unternehmern in einen persönlichen Kontakt. Ergänzt wird dies durch den LICHT-Erlebnistag: Studierende können kostenfrei einen Tag in ein renommiertes Unternehmen der Lichtbranche »hineinschnuppern« und somit praxisnah durch Experten lernen. Auch wenn die COVID-Schutzmaßnahmen zu Einschränkungen in den Jahren 2020 und 2021 geführt haben, wird das Angebot weiterhin sehr gut angenommen.

Highlights: Ideenwettbewerb für Studierende

Ein Glanzlicht ist der seit zehn Jahren ausgeschriebene Ideenwettbewerb, der auf eine Anregung des langjährigen Vorsitzenden des Fördervereins, Doktor Reinhard Weitzel, zurückgeht. Ziel war und ist es, die Begeisterung von Studierenden für Lichttechnik und ihre Ideen rund um die Themen Beleuchtung mit LED und OLED zu fördern. Der Vorstand und Verwaltungsrat erarbeitete 2013 daraufhin gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Fachgebiets Lichttechnik ein Konzept, bei dem folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Gedanken zu einer »neuen« Beleuchtungsart mit LED-Leuchten in Arbeitsräumen
  • Interdisziplinäre Lösungen für Beleuchtungskonzepte mit LED-Leuchten
  • Innovative Konzepte und Visionen für LED-Beleuchtungsanlagen

Studierende können ihre Impulse in Form von Skizzen, Videos oder Prototypen einreichen. Der Gewinner erhält ein Preisgeld von 500 Euro. Gestartet wurde der Wettbewerb unter dem Motto »Neue Lichtquellen brauchen neue Ideen« und jedes Jahr mit einem anderen Leitsatz fortgesetzt. Bei der Veranstaltung 2019 wurde eine hohe Teilnahme mit der Ausschreibung »LICHT ist überall dabei« verzeichnet, sodass dieses Motto auch für 2020 und 2021 übernommen wurde. Gleichzeitig wurde der Gewinn für den Wettbewerb erhöht, indem zusätzlich zur einmaligen Prämie ein einjähriges Stipendium zur Fortführung der Idee gewährt wird.

Abb.: Neues Licht braucht das Land: Hendrik Thiedke wurde mit der von ihm entwickelten Idee seines intelligenten »Moving Living Lights MOLLI« mit einem Jahresstipendium prämiert. Die Idee des Studierenden wird nach wie vor durch den Förderverein und dem Fachgebiet Lichttechnik weiterentwickelt. Foto: Hendrik Thiedke Hendrik Thiedke

Licht ins Dunkle bringen: Förderung der Forschung

Neben der Begeisterung der Studierenden für Lichtthemen aus der Praxis wurden auch in den vergangenen zehn Jahren die Beschaffung von Messgeräten und der Besuch von Tagungen und Messen finanziell unterstützt. Beispielsweise schaffte man ein Spektrometer für den sichtbaren und ultravioletten Bereich an, um die Forschungs- und Messkapazitäten des Fachgebiets für Spektralanwendungen auszubauen. Dies wird unter anderem bei der Bewertung des Schädigungspotenzials von blauem Licht und ultravioletter Strahlung verwendet. Darüber hinaus waren die Mitarbeitenden des Fachgebiets an allen relevanten lichttechnischen Tagungen und Messen vertreten – angefangen bei der »Haustagung« Lux Junior, über die LICHT, die AuBe, die BioWi, diverse CIE-Tagungen bis hin zur Light + Building als Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik. Auch hier wurde das Engagement zum Teil vom Förderverein des Fachgebiets unterstützt.

Ein neuer Punkt auf der Agenda des Fördervereins und des Fachgebiets in den letzten Jahren war die Öffentlichkeitsarbeit. Das Image-Material wurde 2020 und 2021 aktualisiert und durch eine neu gestaltete Website sowie durch einen neuen Imagefilm über das Fachgebiet Lichttechnik der TU Ilmenau ergänzt. Der Imagefilm zeigt die Kernkompetenzen und Studienmöglichkeiten am Fachgebiet Lichttechnik und gibt einen Einblick in die Lehre und Forschung.

Hervorzuheben ist auch das neu entstandene eigene Logo des VFL-TU Ilmenau. Es erinnert an das mit LED-Technik beleuchtete Helios-Logo am Gebäude des Fachgebiets Lichttechnik, dem sogenannten Heliosbau. Dieses wird sowohl auf der Website des Fachgebiets Lichttechnik als auch auf den neuen Social Media-Kanälen des Fördervereins (Facebook, LinkedIn und Xing) verwendet.

Ausblick: Juniorprofessur »Adaptive Lichtprojektion«

Mit dem aktuell laufenden Berufungsverfahren für die Juniorprofessur »Adaptive Lichtprojektion« baut das Fachgebiet seine interdisziplinären Kompetenzen für die Zukunft aus. Dabei rückt die Vernetzung zu den Fachgebieten Technische Optik, Bildverarbeitung/ Qualitätssicherung, Optomechatronik, Fahrzeugtechnik sowie Informationstechnik in Produktion und Logistik in den Fokus. Die Themenfelder erstrecken sich von der adaptiven Straßen- und Innenraumbeleuchtung (z. B. Human Centric Lighting) über Gebäudeillumination, projektionsgestützte Assistenz- und Messsysteme, Projektoren als digitale Leuchten und mobile Laser-/Videoprojektion bis zu Systemen für die interaktive virtuelle Planung und Visualisierung (z. B. für Architekturbeleuchtung) sowie Studio- und Eventanwendungen. So gehen auch zukünftig die Vermittlung von Wissen und der Einblick in die Praxis Hand in Hand.

Abb.: Das neue Logo des VFL der TU Ilmenau erinnert an das mit LED-Technik beleuchtete Helios-Logo am Gebäude des Fachgebiets Lichttechnik, dem sogenannten Heliosbau in Ilmenau. Quelle: VFL-TU Ilmenau e. V. VFL-TU Ilmenau e. V.

Weitere Informationen:

TU Ilmenau Fachgebiet Lichttechnik: https://url.rpv.media/3-u

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 9 | 2021

Erschienen am 25. November 2021