Planung
Licht 6 | 2021

So smart parkt die Zukunft

Chancen und Potenziale vernetzter Parkhausbeleuchtung

Eine digitale, vernetzte und smarte Beleuchtung leistet nicht nur in der Industrie, im Office und im Retail einen wichtigen Beitrag zu Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit – sie bietet auch Parkhausbetreibern umfangreiche Möglichkeiten, um aktuellen Herausforderungen zu begegnen und sich optimal für die Zukunft aufzustellen.

Lesezeit: ca. 7 Minuten
Abb.: Auf in die smarte Zukunft des Parkens – mit den passenden Beleuchtungslösungen und erfahrenen Partnern ist der Umstieg für Betreiber ganz einfach. Trilux

Für Beleuchtungssysteme sind Parkhäuser kein einfaches Pflaster. Neben höchsten Anforderungen an die Robustheit und Lichtqualität ist die Betriebswirtschaftlichkeit ein zentrales Auswahlkriterium bei der Suche nach einem geeigneten Leuchtensystem. Darüber hinaus haben LED-Transformation und Digitalisierung die Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit, sowie die gewachsenen Ansprüche der Nutzer an das »Parkhauserlebnis« die Rahmenbedingungen im Markt grundlegend verändert. Trilux zeigt, welche Möglichkeiten ein zeitgemäßes und zukunftsfähiges smartes Beleuchtungssystem für Parkhäuser in der Praxis bietet – und wie es sich schnell, einfach und risikolos umsetzen lässt.

Hebel 1: Effizienz und Langlebigkeit durch LED-Technologie

Die LED-Transformation ist in vollem Gange. Auch für Parkhäuser lohnt sich ein Umstieg – je früher, desto besser. Denn bereits durch die einfache Umrüstung eines konventionellen T8-Beleuchtungssystems auf die energieeffiziente LED-Technologie lässt sich die Anschlussleistung um bis zu 62 Prozent senken. Sanierungen können so häufig sogar kostenneutral über die Einsparungen bei den Betriebskosten umgesetzt werden. Zusammen mit einem sensorgesteuerten Lichtmanagementsystem steigt das Einsparpotenzial auf 85 Prozent.

Wichtig für die betriebswirtschaftliche Gesamtbetrachtung ist zudem die Lebensdauer der Leuchten. Hier lohnt sich ein genauer Blick, da sich die Angaben der Hersteller teilweise stark unterscheiden. Trilux-Leuchten wie die »Nextrema G3 LED« kombinieren eine hohe Energieeffizienz von bis zu 170 lm/W mit einer langen, wartungsarmen Systemlebensdauer von 85.000 h, exzellenten Materialien und hochwertiger Verarbeitung.

Abb.: »Nextrema«-Leuchten von Trilux kombinieren hohe Energieeffizienz mit einer langen, wartungsarmen Systemlebensdauer, bestmöglichen Materialien und einer hochwertigen Verarbeitung. Trilux

LED-Transformation im Parkhaus

Ein städtisches Parkhaus im Sauerland mit 100 Parkboxen rüstete die insgesamt 50 Lichtpunkte von konventionellen T8-Leuchten auf LED-Technologie um. Die Feuchtraumleuchte »Aragon Fit LED« überzeugte zum einen durch ihre hohe Effizienz von bis zu 170 lm/W. Zum anderen konnten Optiken und Lichtstrompakete der Leuchte so angepasst werden, dass sich die bestehenden Lichtpunkte 1:1 nutzen ließen. Eine neue Lichtplanung und aufwändige Installationsarbeiten waren nicht erforderlich, so dass die Umrüstung innerhalb kürzester Zeit erledigt war.

Durch die Sanierung sinken die Betriebskosten für die Beleuchtung von 5.984 Euro auf 2.811 Euro jährlich. Über die hohen Einsparungen beim Energieverbrauch ließ sich die Sanierung kostenneutral umsetzen. Über die Trilux-Cloud kann sich der Betreiber die Einsparungen bei den Betriebskosten und dem CO2-Verbrauch anzeigen lassen. Im konkreten Fall reduziert der Umstieg auf die LED-Technologie den CO2-Ausstoß um 8,2 Tonnen pro Jahr.

Hebel 2: Der Quantensprung zum digitalen Beleuchtungsnetzwerk

Einen weiteren Schritt hin zu mehr Effizienz bietet die präzise Steuerung der Leuchten, etwa um sie zu dimmen oder über Sensoren zu regulieren. Hier ist die digitale Technologie der analogen Regulierung über eine 1-10V-Steuerleitung klar überlegen, da sie eine flexible Ansteuerung jedes einzelnen Lichtpunktes sowie von Gruppen mit bis zu 64 Lichtpunkten pro Steuerleitung ermöglicht. Alle DALI-fähigen Trilux-Leuchten lassen sich schnell und einfach per Plug and Play mit Sensoren kombinieren und über das Lichtmanagementsystem LiveLink zu einem intelligenten Beleuchtungsnetzwerk zusammenschließen. DALI-Systeme benötigen jedoch in der Regel eine fünfadrige Verkabelung, die nicht in jedem Bestandsgebäude vorhanden ist. Dennoch lässt sich ein Lichtmanagement einfach umsetzen: Fehlen die erforderlichen DALI-Steuerleitungen, können die Leuchten mit LiveLink Wireless per Funk vernetzt werden.

Durch die präzise Ansteuerung jedes einzelnen Lichtpunktes im Netzwerk lassen sich smarte, sensorbasierte Anwendungen wie »mitlaufendes Licht« realisieren. Befinden sich keine Personen im Erfassungsbereich der Sensoren, sinkt die Beleuchtungsstärke auf ein frei definierbares Grundbeleuchtungsniveau, beispielsweise auf 20 Prozent. Erfasst der Sensor eine Person, wird nicht die gesamte Beleuchtung im Parkhaus aktiviert – sondern gezielt nur die Leuchten in der Laufrichtung des Nutzers. In Parkhäusern mit Tageslichteinfall können Sensoren zudem beispielsweise das vorhandene Tageslicht messen, so dass die Beleuchtungslösung gezielt nur die Lichtmenge zusteuert, die für das gewünschte Beleuchtungsniveau benötigt wird. Damit steigt die Energieeffizienz der Anlage ohne das Sicherheitsgefühl der Nutzer zu beeinträchtigen. So lässt sich der Stromverbrauch im Vergleich zu einer ungeregelten LED-Anlage um weitere 25 Prozent reduzieren. Verglichen mit einem konventionellen ungeregelten T8-Beleuchtungssytem beträgt das Einsparpotenzial insgesamt sogar 85 Prozent.

Hebel 3 – Mehr Transparenz und weniger Kosten durch digitale Dienste

Auch die Einbindung des Beleuchtungsnetzwerks in die Cloud macht in vielerlei Hinsicht Sinn. Im Beleuchtungsnetzwerk wird kontinuierlich eine große Menge an Daten generiert, etwa die Betriebsparameter der Vorschaltgeräte oder Informationen aus den Sensoren. Diese Daten können über eine geschützte Verbindung in die Cloud übertragen und dort von nachgeschalteten Systemen gesammelt und aufbereitet werden. Sie bieten wertvolle Einsichten in die Funktionalität und Effizienz des Beleuchtungssystems und lassen sich zur Optimierung der Anlage nutzen.

Mit den Trilux-Monitoring-Services sind diese Daten schnell und einfach verfügbar – und zwar mit minimalem Aufwand. Ein bestehendes Trilux-Beleuchtungsnetzwerk lässt sich mit wenigen Klicks mit der Cloud verbinden. Mit dem kostenfreien Energy Monitoring erhalten Betreiber Einblick in den Betriebszustand, den Energieverbrauch und die Betriebszeit jedes einzelnen Lichtpunktes – und können auf dieser Basis ihre Anlage energetisch optimieren. Zudem bietet das System die Möglichkeit, verschiedene Parkebenen oder Parkhäuser miteinander zu vergleichen.

Noch weiter geht das cloudbasierte Trilux-Light-Monitoring. Dabei werden zahlreiche weitere Daten kontinuierlich übertragen und analysiert – etwa das Dimmlevel, die Temperatur am Vorschaltgerät oder Fehlermeldungen im System. Anhand dieser Ad-hoc-Daten können Betreiber die Wartung präzise an den realen Bedarf anpassen. Der Aufwand dafür ist minimal. Erreicht eine Leuchte beispielsweise einen Temperaturgrenzwert oder eine bestimmte Betriebsdauer, werden Betreiber oder Service-Unternehmen automatisch per E-Mail oder SMS informiert. Diese sogenannte Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung), ist kostengünstiger als starre Wartungsintervalle und sorgt für mehr Sicherheit, da vorhersehbare Ausfälle vermieden und unvorhersehbare Defekte im Beleuchtungssystem sofort entdeckt und gemeldet werden – und sich entsprechend schnell beheben lassen.

Ein weiterer Vorteil der Cloud-Anbindung ist die komfortable Konfiguration und Steuerung. Mit ihr lassen sich Lichtszenen beispielsweise remote steuern und einfach im Kalender planen. Dazu können die Leuchten über eine intuitiv bedienbare Software mit grafischer Benutzeroberfläche flexibel ausgewählt und konfiguriert werden – wahlweise als einzelner Lichtpunkt oder als individuell definierte Gruppe. So lassen sich etwa das Dimm-Niveau, aber auch Faktoren wie Lichtfarbe oder Betriebszustand flexibel und von jedem Ort der Welt anpassen, Internetzugang vorausgesetzt.

Hebel 4: Herausragende Lichtqualität für Sicherheit, Wohlbefinden und Image

Jeder, der mit dem Pkw zum Shopping in ein Einkaufszentrum fährt, weiß: Das Einkaufserlebnis beginnt bereits im Parkhaus. Ob man sich in einem Parkhaus sicher und wohl fühlt, hängt nicht nur vom Beleuchtungsniveau, sondern auch von der Lichtqualität ab. Deshalb nutzen immer mehr Betreiber die Beleuchtung, um eine angenehme und sichere Atmosphäre im Parkhaus zu schaffen. Das Problem: Jeder Bereich in einem Parkhaus stellt seine ganz besonderen, oft sehr speziellen Anforderungen an die Beleuchtung. Auf einer Rampe etwa ändert sich der Blickwinkel zur Decken- oder zur Wandbeleuchtung, zudem sind die Kurven in den Auf- und Abfahrten oft eng und unübersichtlich. Deshalb ist in diesen Bereichen eine besonders hohe Blendungsbegrenzung notwendig.

Auch der Kassenbereich bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Hier treffen zum einen Fußgänger und Autofahrer aufeinander, so dass eine optimale Ausleuchtung unerlässlich ist. Zum anderen gelten für moderne Kassensysteme mit Touch-Screen dieselben normativen Anforderungen wie für Computerarbeitsplätze: Sie müssen blendfrei nach UGR19 sein.

Dazu kommen Schilder und Plakate im Parkhaus, teils zur Werbung, teils zur Orientierung, die ebenfalls sauber und möglichst natürlich ausgeleuchtet werden sollten. Komplexe und sehr differenzierte Anforderungen, für die es eine einfache Lösung gibt: die flexible, modular aufgebaute »Aragon Fit LED«-Feuchtraumleuchte. Als Variante mit asymmetrischer Lichtverteilung und CRI>90 sorgt sie für eine optimal ausgeleuchtete Beschilderung.

Abb.: Hohe Lichtqualität und smarte, vernetzte Leuchten sorgen im Parkhaus für Sicherheit und Wohlbefinden und wirken sich positiv auf das Image des Betreibers aus. Trilux

Hebel 5: Vernetzte Feuchtraumleuchten als IoT-Infrastruktur

Ein smartes und vernetztes Beleuchtungssystem bietet den Betreibern Möglichkeiten, die weit über rein beleuchtungstechnische Aufgaben hinausreichen. Trilux-Feuchtraumleuchten sind IoT-fähig und besitzen eine standardisierte Schnittstelle, die sich flexibel mit IoT-Modulen bestücken oder nachrüsten lässt. Damit wird das Beleuchtungsnetzwerk im Parkhaus zur IoT-Infrastruktur, mit der sich per Plug and Play und ohne Eingriffe in die Bausubstanz mühelos digitale Anwendungen realisieren lassen. Betreiber können über die Beleuchtung beispielsweise ein W-LAN-Netz im Parkhaus umsetzen, die Sicherheit über Kameramodule erhöhen, die Luftqualität mit Multisensoriken überwachen.

Auch Location Based Services spielen im Parkhaus von morgen eine wichtige Rolle: Proximity Marketing bietet Betreibern die Möglichkeit, die Nutzer ortsbezogen per Push-Nachricht über Sonderangebote oder Sehenswürdigkeiten in der Nähe zu informieren. Und dank Indoor Positioning ist die Navigation in geschlossenen Gebäuden auch ohne GPS-Signal kein Problem mehr: Die Nutzer werden über einen Gebäudegrundriss gezielt zum Geschäft ihrer Wahl und anschließend wieder zurück zu ihrem Parkplatz geleitet. Für noch mehr Zukunftsfähigkeit besitzen Trilux-Systeme eine API-Schnittstelle, über die das Beleuchtungssystem zum Beispiel mit einem übergeordneten städtischen Parkleitsystem kommunizieren kann. Damit wird das Parkhaus schnell und einfach zum Teil der Smart City, in der die Verkehrsströme optimal geleitet werden.

Abb.: Smart Lighting ist einfach umsetzbar und frei skalierbar und lohnt sich für Tiefgaragen in Firmengebäuden ebenso wie für große öffentliche Parkhäuser oder Parkgaragen. Trilux

Weitere Informationen:

Quelle: TRILUX GmbH & Co. KG, Arnsberg, www.trilux.com

Fotos: Trilux

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 6 | 2021

Erschienen am 25. August 2021