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Licht 7 | 2021

Schöne Aussichten

Virtuelle Fenster fürs Homeoffice

Arbeiten mit Blick auf den Bodensee? Oder soll es doch lieber die Alpenkulisse sein? Ein Münchner Start-up zeigt, dass es im heimischen Büro nicht immer nur auf die herkömmliche Schreibtischleuchte ankommt. Virtuelle Fenster schaffen sowohl die richtige Lichtstimmung als auch die gewünschte Aussicht.

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Abb.: Die Farbtemperatur lässt sich via Casambi-App zwischen 2.200 bis zu 6.500 K einstellen und sorgt so für aktivierende oder entspannende Momente. Maik Kern
Maik Kern
Maik Kern

Eine aktuelle Befragung von Erwerbstätigen durch die Hans-Böckler-Stiftung belegt, dass in den letzten Monaten die Nutzung vom Homeoffice auf durchschnittlich 27 % gestiegen ist. Zum Vergleich: Vor der Corona-Pandemie lag dieser Anteil nur bei 4 %. Die Corona-Pandemie hat die Arbeit vom Homeoffice aus wesentlich beschleunigt. Mittlerweile gehört das Arbeiten von zu Hause aus zum festen Bestandteil vieler Unternehmen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Einsparung von Pendlerzeit und Fahrtkosten, konzentriertes Arbeiten, flexiblere Einteilung von Arbeit und Freizeit. Zahlreiche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden bereits an, komplett von zu Hause aus zu arbeiten. Andere Unternehmen ermöglichen zumindest flexible Tage. Das Homeoffice wird daher künftig eine größere Rolle in der Arbeitswelt spielen. Damit ändert sich auch die Gestaltung des heimischen Arbeitsplatzes, die über die Anschaffung eines guten Bürostuhls und Schreibtischs hinausgeht.

Abb.: Eine Grundbeleuchtung (im Foto: Strahler) ergänzt das virtuelle Fenster. Die Farbwiedergabe der LEDs erreicht einen CRI-Wert bis zu 94, die Leuchtdichte beträgt bis zu 2.300 dc/m2. Maik Kern

Kriterien für gute Beleuchtung im Homeoffice

Damit typische Tätigkeiten wie etwa Lesen oder Schreiben unter besten Bedingungen stattfinden können, sollte dort eine normgerechte Beleuchtungsstärke (500 lx) realisierbar sein. Sofern das Homeoffice ein Fenster hat, steht dem Nutzer tagsüber biologisch wirksames Tageslicht kostenlos zur Verfügung. Allerdings nimmt die Belichtung in dunkleren Raumbereichen deutlich ab. Viele arbeiten auch in dafür eingerichteten Räumen im Untergeschoss. Wie kommt hier also das Licht herein? Der Einbau zusätzlicher Fenster würde Tageslicht liefern, allerdings ist er erfahrungsgemäß teuer und aufwendig. Daher wird in diesen Bereichen üblicherweise künstliches Licht eingesetzt. Eine gute und zudem biologisch wirksame Kunstlichtlösung beschränkt sich allerdings nicht nur auf das bloße Erreichen einer normgerechten Beleuchtungsstärke. Sie sollte mit variablen Farbtemperaturen einen Raumeindruck – als ob natürliches Tageslicht vorhanden wäre – schaffen.

Ein praktikabler Lösungsansatz ist der Einsatz von neu entwickelten virtuellen Fenstern. Sie enthalten dimmbare nachhaltige Hochleistungs-LED mit variablen Farbtemperaturen (2.200-6.500 K) und lassen sich ohne Baumaßnahmen einfach montieren. Ihr Licht ermöglicht ermüdungsfreies Arbeiten in unzureichend belichteten Räumen bzw. nach Einbruch der Dunkelheit. Ergänzt um professionelle Fotomotive (z.B. See- bzw. Meerblick oder Bergpanorama) entsteht im Homeoffice der Eindruck, dass die tägliche Arbeit mit attraktiver Aussicht verrichtet wird. Dabei kommt es auf eine ausreichend hohe Leuchtdichte am Motiv an, das unter diesen Umständen als »natürlicher« Blick nach außen wahrgenommen wird.

Das natürliche Erscheinungsbild mit dem »Blickbezug nach außen« lässt sich durch die Integration der virtuellen Fenster mit dem Element einer guten Grundbeleuchtung weiter steigern. Die LEDs müssen dimmbar sein und zudem variable Farbtemperaturen (2.200-6.500 K) liefern. Mithilfe einer intelligenten Steuerung lassen sich beide Elemente koppeln. In der Abendsituation, wenn also kein Tageslicht mehr zur Verfügung steht, muss eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen werden. Das kombinierte System sollte dann auf eine Lichtszene mit einem geringeren Helligkeitsniveau (300-400 lx) und mit einer warmen Farbtemperatur (2.700 K) umgeschaltet werden können. Eine gute Beleuchtung und Aussicht sind zentrale Voraussetzungen für erfolgreiches und ermüdungsfreies Arbeiten im Homeoffice. Der Einsatz von innovativen virtuellen Fenstern erfüllt – in smart gesteuerter Kombination mit der Grundbeleuchtung – diese Voraussetzung perfekt.

Abb.: Die Wahl der Fotomotive ist grenzenlos, mit optionalen Fenstersprossen oder Klappläden. Auch die Größen variieren z. B. zwischen 500 x 700 mm bis zu 1.200 x 600 mm. Maik Kern

Weitere Informationen:

Quelle: LIMESTONE Value GmbH, www.limestonevalue.de

Fotos: Maik Kern

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Licht 7 | 2021

Erschienen am 24. September 2021