Design
Licht 1 | 2019

»NEUGIER IST MEIN ANTRIEB«

Leuchtendesign von Francisco Gomez Paz

Geboren in Argentinien, studierte Francisco Gomez Paz Design in Cordoba und machte später seinen Master in Design an der Domus Akademie in Mailand. Dort eröffnete er sein Studio und entwickelt Leuchten, Möbel und Produkte. LICHT-Redakteurin Andrea Mende sprach mit ihm über seine neuesten Leuchtenentwürfe.

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Francisco Gomez Paz gestaltet Leuchten, die sich in ihrer Formensprache sehr unterscheiden, doch sie lassen eines klar erkennen: eine hohe Experimentierfreudigkeit und die intensive Auseinandersetzung mit Materialien und Technologien. Als Lichtdesigner arbeitet der Argentinier schon mehrere Jahre erfolgreich mit Luceplan zusammen. Aus dieser Kooperation gingen einige preisgekrönte Lichtobjekte hervor, darunter »Mesh« und »Hope« (mit Paolo Rizzatto).

POETISCHE HÜLLE: BULBULLIA

Wandleuchte »Bulbullia« wurde auf der Light + Building 2018 am Stand von Luceplan neben der App-gesteuerten »Mesh« als weitere Messeneuheit vorgestellt. Das vielseitige System lässt unterschiedliche Kombinationen der Lichtelemente zu, die jeweils dimmbare LEDs enthalten. »Die Leuchte setzt sich zusammen aus schlichten Kreisen, die miteinander interagieren. Dinge nicht identischer Form zu verbinden, bietet viel mehr gestalterische Möglichkeiten«, sagt Francisco.

In der LED-Technologie sieht Francisco Gomez Paz vor allem ein hohes, kreatives Potential. »Neugier ist mein Antrieb. Durch die Auseinandersetzung mit der LED ist es möglich, neue Grenzen zu erreichen und neue Wege in der Beleuchtung zu gehen.«

ELEMENTARE STRUKTUR: NOTHING

Seine Leuchte »Nothing« für Luceplan von 2012 zeigt diese Herangehensweise deutlich. »Ausgangspunkt für mich war die DNA der LED, eine Leiterplatte. Ich wollte ohne irgendwelche Erinnerungen an den Entwurf herangehen. Ich startete aus dem Nichts heraus«, erklärt Francisco. Seine Intention war, aus einer zweidimensionalen Aluminiumplatte ein dreidimensionales Lichtobjekt zu schaffen. Der Name verweist auf den Ursprung: ein kleines, elektronisches Element, das fast nichts ist, aber vieles sein kann.

INNOVATIVES KONZEPT: MESH

Franciscos Ansatz ist es, Licht zu dekonstruieren, es in kleinere Einheiten aufzuteilen und diese im Raum neu zu ordnen. Auch bei Leuchte »Mesh« (2015 / 2018 für Luceplan) kommt dies zum Ausdruck. Die Besonderheit von »Mesh« ist die netzartige Verteilung von autonomen LED-Punkten, die alle separat angesteuert werden können. »Meine Idee war, ein koordiniertes System zu entwickeln. Wenn du die X- und Y-Koordinaten miteinander verbindest, entsteht eine neue Form. Mesh ist ein sehr komplexes Produkt, es besitzt eine neue Statik. Dieses Konzept war völlig neu in der Geschichte des Lichtdesigns«, so der Designer.

Weitere Informationen:

www.gomezpaz.com

www.luceplan.com

Fotos: Portrait: Studio Gomez Paz; Produktfotos: Luceplan

Autorin: Andrea Mende, freie Redakteurin, Leipzig

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 1 | 2019

Erschienen am 25. Februar 2019