Planung
Licht 5 | 2022

Neuer Auftritt für die U-Bahn

Maßgeschneiderte Beleuchtung am U-Bahnhof »Unter den Linden«

Die neue Berliner U-Bahn-Linie U5 ist ein Prestigeprojekt für die deutsche Hauptstadt. Den repräsentativen Auftritt des U-Bahnhofs »Unter den Linden« prägen 410 LED-Einbauleuchten, modifiziert nach den Ideen der Planer.

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Abb.: 410 LED-Einbauleuchten, modifiziert nach den Ideen der Planer, sorgen für die wirkungsvolle Beleuchtung des U-Bahnhofs »Unter den Linden«. Frieder Blickle für WE-EF

Über dem neuen U-Bahnhof kreuzen sich die beiden Berliner Flaniermeilen Friedrichstraße und Unter den Linden – im Bahnhof selbst die U-Bahn-Linien U6 und U5. Dieser zentralen Lage angemessen ist die Architektur des unterirdischen Bauwerks ebenso großzügig wie repräsentativ: Muschelkalk als Wandverkleidung wirkt zeitlos elegant und stellt den Bezug zu den historischen Fassaden der Umgebung her, bei denen das gleiche Material dominiert. Vom 14 Meter tiefen Bahnsteig der U5 blicken die Fahrgäste durch eine breite Öffnung entlang der Fahrtreppen über drei Ebenen nach oben, dort quert direkt unter der Oberfläche die bestehende U-Bahn-Linie U6 die neue Trasse.

Abb.: Muschelkalk als Wandverkleidung wirkt zeitlos elegant und stellt den Bezug zu den historischen Fassaden der Umgebung her. Breitstrahlende LED-Optiken leuchten die Acryl-Abdeckungen gleichmäßig aus. Frieder Blickle für WE-EF

Einbauleuchten mit Aura

Für die Bahnsteigköpfe und Verteilerebenen sahen die Pläne der Architekten Ingrid Hentschel und Prof. Axel Oestreich runde, im Raster angeordnete Deckeneinbauleuchten vor. Als charakteristisches Detail entwarfen sie gemeinsam mit dem Lichtplanungsbüro High Light für diese Leuchten eine runde Abdeckung aus Acrylglas. Sie besitzt eine satinierte Unterseite für besonders weiches, gleichmäßiges Licht im Raum. Der seitliche Rand ist klar. Das Licht hellt die Decke rund um die Leuchtenöffnung sanft auf. Da der Bahnhof in Deckelbauweise entstand, mussten Hohlräume für die Leuchten in den Sichtbetondecken bereits im Rohbau definiert werden – mehrere Jahre vor dem technischen Ausbau, in Form von neutralen Einbautöpfen. Der Hersteller WE-EF überzeugte die Planer mit einem schlüssigen technischen Konzept für diese Leuchten. Die projektspezifische Lösung basiert auf »DOC240 LED« Deckeneinbauleuchten, die den gegebenen Einbauraum mit passenden Grundabmessungen und modifizierten Befestigungselementen optimal nutzen. Breitstrahlende LED-Optiken leuchten die Acryl-Abdeckungen gleichmäßig aus, die ihrerseits vibrationsgeschützt verschraubt und durch ein zusätzliches Drahtseil gesichert sind.

Abb.: Die runden Leuchten aus satiniertem Acrylglas geben ein besonders weiches, gleichmäßiges Licht. Der seitliche Rand ist klar und dieses Licht hellt die Decke rund um die Leuchtenöffnung sanft auf. Frieder Blickle für WE-EF

Maßgeschneiderte Montagelösungen

Noch speziellere Anforderungen stellten die Leuchtenfelder über den Antritten der Fahrtreppen: Dort hatten die Planer von vornherein den Einsatz von Liftsystemen vorgesehen, weil im Revisionsfall oder für die regelmäßigen Sicherheitsprüfungen keine Leitern oder Arbeitsbühnen verwendet werden können. Auch hier lieferte WE-EF eine maßgeschneiderte Lösung: »DAC240 LED« Aufbauleuchten mit integrierten elektronischen Betriebsgeräten – ebenfalls mit Acryl-Abdeckungen versehen – wurden an Leuchtenliften in die Einbautöpfe montiert. Die identische Anmutung und Lichttechnik beider Leuchtentypen sorgt für das einheitliche Erscheinungsbild der Beleuchtung im warmen Weißton von 3.000 K. Zum zeitlosen Charakter von Raum und Materialien kommt somit eine homogene, weiche Beleuchtung, die die strengen Normen für Verkehrsbauten erfüllt und zugleich Ruhe ausstrahlt – denn »das Lebhafte an einem Bahnhof sind seine Nutzer,« wie der Architekt des Bahnhofs, Prof. Axel Oestreich, in einem Interview unterstreicht.

Abb.: Über den Antritten der Fahrtreppen wurde Leuchtenlifte montiert, da im Revisionsfall oder für die regelmäßigen Sicherheitsprüfungen keine Leitern oder Arbeitsbühnen verwendet werden können. Foto: Andrea Rayhrer Andrea Rayhrer

Weitere Informationen:

Fertigstellung: 2020

Bauherr: BVG Berliner Verkehrsbetriebe, vertreten durch die Projektrealisierungs-GmbH U5

Architekten: Ingrid Hentschel – Prof. Axel Oestreich, Berlin, www.hentschel-oestreich.de

Bauleitung: ignU5 – Ingenieurgemeinschaft Neubau U5

Tragwerksplanung: SSF Ingenieure (Rohbau); IB Krentel (Ausbau)

Lichtplanung: High Light Berlin, Thomas Spreen, www.highlight-lichtplanung.de

Leuchten (im Text erwähnte): WE-EF Leuchten GmbH, Bispingen, www.we-ef.com

Fotos: Frieder Blickle für WE-EF (sofern nicht anders angegeben)

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Licht 5 | 2022

Aktuelle Ausgabe
Erschienen am 24. Juni 2022