Technik
Licht 2 | 2021

Nächster Halt: Energieersparnis

Lichtsteuerung per KNX im Infrastrukturstützpunkt

Der neue Infrastrukturstützpunkt der Rhätischen Bahn in der Schweiz bot für die Beleuchtung gleich mehrere Herausforderungen, die die Helligkeitsmessung für die Lichtregelung erschwerten. Abhilfe schaffte ein spezieller Präsenzmelder, der für den Einsatz in großen Höhen entwickelt wurde und eine zuverlässige Lichtmessung ermöglicht.

Lesezeit: ca. 5 Minuten
Abb.: Die RhB setzt seit Jahren auch im Außenbereich auf die Präsenzmelder von B.E.G. Der neue Infrastrukturstützpunkt bot für die Beleuchtung gleich mehrere Herausforderungen. B.E.G.

Die Rhätische Bahn (RhB) betreibt ihr Streckennetz mit rund 100 Bahnhöfen im Kanton Graubünden in der Schweiz. Ihr neu errichteter Infrastrukturstützpunkt für verschiedene Fachdienste in Landquart ist eines der größten Gebäude der RhB. Die Lichtsteuerung des Gebäudes wird über KNX-Präsenzmelder von B.E.G. realisiert.

In dem neuen Gebäude sind neben Werkarbeitsplätzen, Lagerräumen und Garderoben auf 1.000 Quadratmetern auch neue Sitzungszimmer und Großraumbüros für 75 Mitarbeiter entstanden. Durch den Schichtbetrieb wird in den meisten Bereichen des Gebäudes rund um die Uhr gearbeitet. Die Mitarbeiter benötigen also jederzeit genügend Licht, um sicher ihrem Dienst nachgehen zu können. Jedoch sind nie alle Arbeitsplätze belegt, daher ist die Automation der Beleuchtung ein wichtiger Faktor für die energieeffiziente Bewirtschaftung des Gebäudes.

»Seit vielen Jahren legen wir großen Wert auf automatisierte Beleuchtungsanlagen, da wir mit der anwesenheitsabhängigen Regelung große Einsparpotenziale erschließen«, sagt Christian Broger, Projektleiter Engineering Niederspannung der RhB. Deshalb arbeitet die RhB seit vielen Jahren mit der Swisslux AG zusammen, die in der Schweiz exklusiv Präsenz- und Bewegungsmelder von B.E.G. Luxomat vertreibt. Die Vielzahl der Produktvarianten und die individuellen Einstellmöglichkeiten haben den Kunden überzeugt.

Abb.: Die Fahrzeughalle für Schienenfahrzeuge stellt durch ihre Höhe eine besondere Herausforderung für die Lichtsteuerung dar. B.E.G.
Abb.: Trotz des kleinen Sensorkopfes erfasst der »PD9-KNX-DX« seine Umgebung in einem Umkreis von zehn Meter Durchmesser. Seine Bauform ist ausgelegt für den Einbau in Leuchten und Lichtbandsysteme. B.E.G.
Abb.: In den Werkstätten, Büros und Korridoren sorgen Lichtbandsysteme für die optimale Ausleuchtung und werden durch die integrierten KNX-Präsenzmeldern bewegungs- und tageslichtabhängig gesteuert. B.E.G.

Lichtregelung in großen Höhen

So wurde auch der neue Infrastrukturstützpunkt konsequent mit B.E.G.-KNX-Sensorik ausgestattet. Dabei bot er einige Herausforderungen, zum Beispiel ist das Gebäude im Erdgeschoss mit Schienenfahrzeugen befahrbar. Dadurch hat die Halle eine Deckenhöhe von sieben Metern, was die Helligkeitsmessung für die Lichtregelung deutlich erschwert. Als Lösung konnte Swisslux einen speziellen Präsenzmelder anbieten, der für den Einsatz in großen Höhen entwickelt wurde. »Der PD4-KNX-GH-DX verfügt nicht nur über einen extrem großen Erfassungsbereich von bis zu 44 Meter, er ist auch mit einem Teleskoplichtfühler ausgestattet. Dieser ermöglicht die zuverlässige Lichtmessung bis zu einer Montagehöhe von 16 Meter«, erklärt Stefan Kull von Swisslux.

Im Erd- und im Zwischengeschoss befinden sich neben der Halle die neuen Werkstätten für alle Fachdienste. Damit die Mitarbeiter jederzeit ausreichend Licht zur Verfügung haben, sind die Lichtbänder mit »PD9-KNX-DX«-Präsenzmeldern ausgestattet worden. Dieser Melder passt sich mit nur 36 Millimeter sichtbarem Sensorkopf unauffällig in die Leuchten ein. Optimal funktioniert dabei das Zusammenspiel mit Lichtbandsystemen: Die Melder wurden in den Teil der Schienen gesetzt, die nicht mit LED bestückt sind. Der Sensorkopf lässt sich dank Federklemmen schnell einsetzen und überdeckt die Bohrung komplett. Trotz seiner kleinen Linse deckt der Melder einen Erfassungsbereich von bis zu zehn Meter ab. Der dezente Präsenzmelder wurde in allen Lichtbändern des Gebäudes eingesetzt und sorgt so für eine energieeffiziente Regelung in allen Büros, Sitzungsräumen, Werkstätten und Materiallagern.

Dabei wird das vorhandene Tageslicht in die Lichtregelung mit einbezogen: Die Melder aktivieren die Beleuchtung bei erkannter Bewegung nur, wenn der eingestellte Lichtwert im Raum unterschritten wird. Ist dies der Fall, dimmen sie die Leuchten auf die benötigte Helligkeit hoch. Es wird also immer nur so viel Energie verbraucht, wie wirklich benötigt wird.

Abb.: In den Durchgangsbereichen gewährleistet der »PD2N-KNX-DX« die energieeffiziente Beleuchtung. B.E.G.
Abb.: Der »PD4-KNX-GH-DX« ist speziell für die Lichtsteuerung in großen Höhen konzipiert: Er ist mit einem Teleskoplichtfühler ausgestattet, welcher die zuverlässige Lichtmessung bis zu einer Montagehöhe von 16 Metern ermöglicht. B.E.G.
Abb.: In den Werkstätten, Büros und Korridoren sorgen Lichtbandsysteme für die optimale Ausleuchtung und werden durch die integrierten KNX-Präsenzmeldern bewegungs- und tageslichtabhängig gesteuert. B.E.G.

Hohes Sparpotenzial und Sicherheit in Durchgangsbereichen

Besonders hohe Einsparpotenziale können in Durchgangsbereichen erschlossen werden. Deshalb sind die Treppenhäuser, Korridore und Toiletten mit »PD2N-KNX-DX«-Präsenzmeldern ausgestattet. Um nachts die Sicherheit im Gebäude zu gewährleisten, wird die Orientierungslichtfunktion für die Beleuchtung der Durchgangsbereiche genutzt. Durch diese dimmt die Beleuchtung auf zehn Prozent herunter, wenn keine Bewegung erkannt wird. Die Mitarbeiter gehen also nie in komplett dunkle Bereiche hinein. Das Licht dimmt wieder auf den Normalwert hoch, sobald Bewegungen erkannt werden.

Doch nicht nur in ihren Gebäuden setzt die RhB konsequent auf Lichtsteuerung durch Bewegungserkennung, sondern auch in den Außenanlagen. Die Beleuchtung auf den Bahnsteigen der Bahnhöfe ist mit KNX-Präsenzmeldern automatisiert: das Licht dimmt auf einen Minimalwert von etwa fünf Lux herunter, wenn keine Personen anwesend sind. Wenn die RC-plus next N Bewegungsmelder, die an den Fahrleitmasten der Bahnsteige befestigt sind, Bewegung erfassen, dimmt das Licht auf den geforderten Luxwert hoch. Christian Broger von der Rhätischen Bahn: »In den letzten Jahren wurde dieses Beleuchtungskonzept schrittweise bereits für knapp die Hälfte unserer Bahnhöfe und weitere Außenanlagen wie Rangier-Bereiche umgesetzt.« So wird neben der hohen Energie- und Kosteneinsparung auch auf die Anwohner Rücksicht genommen, die das Bedürfnis nach möglichst wenig Lichtverschmutzung haben.

Abb.: Sensoren erfassen die Bahnsteige und Rangier-Bereiche, um das Licht zu reduzieren, wenn keine Personen anwesend sind. B.E.G.
Abb.: Die Rhätische Bahn betreibt ihr Streckennetz mit rund 100 Bahnhöfen im Kanton Graubünden (CH). Ihr neu errichteter Infrastrukturstützpunkt für verschiedene Fachdienste in Landquart ist eines der größten Gebäude der RhB. B.E.G.

Weitere Informationen:

Textquelle: B.E.G., www.beg-luxomat.com

Fotos: B.E.G.

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 2 | 2021

Erschienen am 25. März 2021