Planung
Licht 1 | 2021

Mit frischem Licht zurück zu den Wurzeln

Lichtlösung aus einer Hand im EDEKA Hieber in Steinen

So einen Supermarkt hätte jeder gerne um die Ecke: Überschaubar, aber gut sortiert, mit einer modernen, angenehm lichten Atmosphäre. Für erstklassige Qualität von Ware und Beratung steht der Name EDEKA Hieber, bekannt und vielfach ausgezeichnet als Innovator im Lebensmittelhandel.

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Abb.: Im vielfach ausgezeichneten EDEKA Hieber unterstützt die Beleuchtung die subtile Zonierung der SB-Verkaufsfläche und der Bedientheken. Auf eine herkömmliche, uniforme Grundbeleuchtung wurde dabei komplett verzichtet. BÄRO

Der im Oktober 2020 eröffnete Hieber-Frischemarkt im badischen Steinen glänzt nicht durch Superlative bei Verkaufsfläche und Sortimentsmenge, sondern indem er exemplarisch zeigt, wie hochwertig die Versorgung in der Fläche heute erfolgen kann – und wie sich gut gestaltete und geführte Märkte erfolgreich gegen die uniforme Welt der Discounter positionieren. Da passt es ins Bild, dass die Kaufmannsfamilie Hieber mit der Übernahme des 1.000-Quadratmeter-Marktes im Ortszentrum von Steinen quasi an ihre Wurzeln zurückkehrt: Am anderen Ufer des Flüsschens Wiese, im Ortsteil Höllstein, eröffnete Gründer Jörg Hieber 1966 sein erstes kleines Lebensmittelgeschäft, aus dem sich ein regionales Einzelhandelsimperium mit 15 Märkten und über 1.000 Mitarbeitern entwickelte. Mit seinen Frischecentern im Markgräfler Land erregte Hieber deutschlandweit Aufsehen. Er setzte die Trends, was Konzeption, Design und Technik heutiger Supermärkte angeht – und erhielt dafür bereits viele Auszeichnungen, unter anderem den »Goldenen Zuckerhut«, der als »Oscar« der Lebensmittelbranche gilt.

Mit diesem Knowhow machte sich das Unternehmen an die Neugestaltung des 1990 entstandenen Gebäudes, das mit seiner ungewöhnlichen Architektur maßgeschneiderte Lösungen bei Ladenbau und Beleuchtung erforderte. Die polygonale Haupthalle des Marktes bildet mit ihrem zeltartig geformten Dach einen Pavillon, dessen unverkleidete, geschwungene Holzbinder auf einer zentralen Betonsäule ruhen: Ein Raum mit organischem Charakter, der den Retail Designern von redsquare aus dem bayrischen Kolbermoor das Thema Natürlichkeit als Leitmotiv nahelegte. Hieber-typisch ist der großzügige Luftraum über den Regalen, der den Kunden eine Übersicht über den gesamten Markt ermöglicht, was zusammen mit der klaren Beschilderung der Abteilungen die Orientierung erleichtert. Bei der Einrichtung dominieren warme Holzoberflächen und filigrane weiße Metallstrukturen. Die pastelligen Farben der Außenwände sind auf das jeweilige Warensegment abgestimmt, so stehen Kühlregale vor hellblauen Wänden, hinter der Metzgertheke wurde rosa gefliest, hinter der Fischtheke wiederum hellblau.

Abb.: Kompakte LED-Strahler vom Typ »Ontero XR« mit Medium-Reflektoren setzen druckvolle, brillante Akzente direkt auf die Warenregale. Die weißen Strahler sind mit eleganten Intrack-Adaptern an von der Decke abgependelten Stromschienen installiert. BÄRO

Abb.: Im Markt kommen kompakte LED-Strahler vom Typ »Ontero XR« zum Einsatz, die mit eleganten Intrack-Adaptern an weißen, von der Decke abgependelten Stromschienen installiert sind. BÄRO
Abb.: Hieber-typisch ist der großzügige Luftraum über den Regalen, der den Kunden zusammen mit der klaren Beschilderung der Abteilungen die Orientierung erleichtert. BÄRO

Das richtige Spektrum lässt Farben leuchten

Auch die Beleuchtung unterstützt diese subtile Zonierung der SB-Verkaufsfläche und der Bedientheken. Unterstützt durch die Lichtexperten von BÄRO entschieden sich die Retail Designer dafür, auf eine herkömmliche, uniforme Grundbeleuchtung komplett zu verzichten. Stattdessen setzen kompakte LED-Strahler vom Typ »Ontero XR« mit Medium-Reflektoren druckvolle, brillante Akzente direkt auf die Warenregale. Die weißen Strahler sind mit eleganten Intrack-Adaptern an ebenfalls weißen, von der Decke abgependelten Stromschienen installiert, deren Anordnung den Gängen folgt. Eine Besonderheit ist die verwendete Lichtfarbe »PearlWhite«. Das farbintensivierende Spektrum mit der sehr guten Farbwiedergabe CRI >95 lässt alle Farben natürlich, frisch und satt zugleich wirken.

Spezifisch wird es dagegen bei der Beleuchtung der Bedientheken für Fleisch, Wurst, Käse und Fisch: Hier kommt die Kompetenz von BÄRO in Sachen warenspezifischer Lichtspektren zum Tragen – die Planer setzten im gesamten Markt nicht weniger als sieben verschiedene Lichtfarben beziehungsweise Lichtfarb-Kombinationen ein, um exakt die gewünschte Wiedergabe der typischen Warenfarbtöne zu erzielen. Ein Aufwand, der sich lohnt: »Man sieht die Brillanz und Hochwertigkeit der Spezial-Lichtfarben und erkennt, warum man dafür mehr investiert als für Standard«, findet Karsten Pabst, Geschäftsführer der Hieber KG.

Abb.: An der Käsetheke ergibt die anwendungsneutrale Lichtfarbe »927« mit 2.700 K und einem CRI >95 zusammen mit der warenspezifischen Lichtfarbe »Sun« einen optimalen Eindruck. BÄRO

Abb.: Beim Fleisch ist der Klassiker unter den warenspezifischen Lichtfarben, »SpecialMeat«, mit der farbintensivierenden Lichtfarbe »BeColor« kombiniert. BÄRO

Abb.: Die hochpräzise Wallwash-Optik der »Intara SX«-Einbauleuchten erlaubt eine kompakte, deckenbündige Bauform. BÄRO

Beim Fleisch kombinierten die Planer den Klassiker unter den warenspezifischen Lichtfarben »SpecialMeat« mit der farbintensivierenden Lichtfarbe »BeColor«, die einen CRI > 96 und eine ähnlichste Farbtemperatur von 3.500 K bietet. An der Käsetheke ergibt die anwendungsneutrale Lichtfarbe »927« mit 2.700 K und einem CRI >95 zusammen mit der warenspezifischen Lichtfarbe »Sun« einen optimalen Eindruck. Die Lichtfarben-Kombination unterstreicht auch beim Obst und Gemüse Frische und Farbigkeit des Angebots. Den Bereich Fisch und Meeresfrüchte beleuchtet schließlich das Gespann »Meat&Fish« plus »BeColor«. Verglichen mit ausschließlich warenspezifischen Lichtfarben ist die Wirkung solcher Kombinationen subtiler und natürlicher, die entsprechend beleuchteten Zonen blenden sich außerdem sanfter in ihre Umgebung ein. Im Bereich der Tiefkühlware schafft hingegen das dezidiert kühl wirkende, farbintensivierende Lichtspektrum »BeCool« die passende Atmosphäre.

Individuelle Lösungen für Licht und Design

Ebenso individuell wie die Farbbalance der Lichtplanung ist auch das Design der eingesetzten Leuchten. Während die Strahler der »XR«-Serie mit ihrer besonders kompakten und reduzierten Form überzeugen, lieferte BÄRO für die Beleuchtung der Theken spezielle Varianten der »EC«-Pendelleuchten mit Schirmen aus kupferfarbenem Metall. Diese Leuchten erfüllen über ihre Rolle als dekorative Akzente im Raum hinaus auch technische Beleuchtungsaufgaben, denn sie können mit den diversen warenspezifischen Lichtquellen des Herstellers ausgestattet werden.

Bei der Beleuchtung der Rückwände setzten die Planer mit gleichmäßiger Wandflutung auf eine Technik der hochwertigen Architekturbeleuchtung, die dem Raum Weite verleiht. Als Werkzeuge eignen sich dafür hervorragend die »Intara SX«-Einbauleuchten: Ihre hochpräzise Wallwash-Optik, die von den Bartenbach-Lichtingenieuren entwickelt wurde, erlaubt eine besonders kompakte, deckenbündige Bauform. Sie erzeugt eine asymmetrische Lichtverteilung, die unmittelbar unter der Decke ansetzt und durch ihre horizontalen Anteile auch die Arbeitsplätze hinter den Theken ausleuchtet.

Für den Kassenbereich, wo sich Kunden wie Personal eine stärkere, aber blendfreie Beleuchtung wünschen, schlugen die BÄRO-Experten das »Base H«-Lichtprofil vor, das mit dem LED-Einsatz »Drop Line 35°« besonders hohen visuellen Komfort bietet. Der Gesamteindruck des neuen Marktes profitiert stark von dem harmonischen Erscheinungsbild, das die Lichtlösung aus einer Hand bei aller Differenzierung im Detail bietet. Das beeindruckte auch Jörg Hieber: »Ein rundum gelungenes Beleuchtungskonzept, welches die Ware bestmöglich in den Vordergrund stellt«, kommentiert der Gründer und Seniorchef. Damit dürfte der Maßstab in Sachen Licht für künftige Märkte dieser Größenklasse gesetzt sein – sowohl in der Hieber Gruppe als auch beim Wettbewerb.

Abb.: An den Kassen wünschen sich Kunden und Personal eine stärkere, aber blendfreie Beleuchtung. Dafür sorgt im Markt das »Base H«-Lichtprofil, das mit dem LED-Einsatz »Drop Line 35°« besonders hohen visuellen Komfort bietet. BÄRO

UV-C: Licht für saubere, keimfreie Luft

Die Erfahrungen mit Covid-19 werden den Umgang mit Luft- und Raumhygiene auf Dauer verändern – auch im Einzelhandel. Die Infektionsgefahr entsteht dort vor allem durch Viren, Bakterien und andere Erreger in Tröpfchen oder Aerosolen in der Raumluft. UV-C-Technik von BÄRO hat sich in professionellen UV-C-Entkeimungssystemen, zum Beispiel integriert in Klima- und Lüftungsanlagen, seit vielen Jahren als effektive und wirtschaftliche Hygienemaßnahme bewährt. Mit »AirCom Pro« bietet BÄRO jetzt ein UV-C-Gerät an, das wie eine Leuchte an der Decke montiert wird und die Raumluft kontinuierlich desinfiziert. Das kompakte Gerät kann direkt an die Decke, an variablen Pendelseilen oder mit entsprechenden Adaptern auch an Stromschienensystemen montiert werden.

Abb.: »AirCom Pro« ist ein UV-C-Gerät, das an der Decke montiert wird und die Raumluft kontinuierlich desinfiziert. BÄRO

Zwei Lüfter an den Stirnseiten des »AirCom Pro« saugen die Luft großflächig an, um sie in der hocheffizienten, abgeschirmten Entkeimungskammer mit UV-C-Strahlung kontinuierlich zu desinfizieren – ozonfrei, ohne chemische Zusätze und ohne Gefahr für den Menschen. Das UV-Licht mit 253,7 Nanometer Wellenlänge zerstört das Erbgut von Bakterien oder Viren und macht die Erreger so unschädlich. Zwei Luftauslassöffnungen an der Unterseite führen die entkeimte Luft dem Raum wieder zu. Entsprechend verringert sich das Ansteckungsrisiko mit Erregern wie SARS-CoV-2, die pro Durchlauf um bis zu 99,9 % reduziert werden – das haben unabhängige Institute bestätigt.

Als erster Supermarkt hat der E-Center Jahke in Ramstein bei Kaiserslautern insgesamt sieben »AirCom Pro« Geräte installiert, und zwar dort, wo sich Menschenansammlungen kaum vermeiden lassen: im Kassenbereich, in der Obst- und Gemüseabteilung sowie bei den Bedientheken. »Die Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter liegt uns sehr am Herzen«, erklärt Kaufmann Michael Jahke seine Investition: »Mit UV-C Luftreinigung bieten wir ihnen in der aktuellen Situation den größtmöglichen Schutz.«

Weitere Informationen:

Projekt: EDEKA Hieber, Steinen

Ladenbauer: redsquare, Kolbermoor, www.redsquare.de

Elektroplaner: Krebs Elektrotechnik, Efringen-Kirchen, www.krebs-elektrotechnik.de

Lichtplanung: BÄRO, Leichlingen, www.baero.com

Fotos: BÄRO

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 1 | 2021

Erschienen am 25. Februar 2021