Planung
Licht 9 | 2021

Luxushotel in edlem Licht

Fassadenbeleuchtung für das Kimpton Fitzroy in London

Das Kimpton Fitzroy im trendigen Londoner Stadtteil Bloomsbury bietet luxusverwöhnten Gästen extravaganten Komfort auf 5-Sterne-Niveau. Der denkmalgeschützte Bau von 1898 besticht mit einer beeindruckenden Terrakottafassade, die auch tagsüber mit ihrer gestalterischen Vielfalt die Blicke auf sich zieht. Bei Dunkelheit wird die architektonische Formensprache durch eine fein abgestimmte Lichtchoreografie eindrucksvoll inszeniert.

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Abb.: Britisches Understatement zeigt sich beim Kimpton Fitzroy nur auf der Suche nach Lichtquellen: Mit ihrer minimalistischen Bauform sind sie trotz brillanter Leistungsfähigkeit schwer zu finden. Gavriil Papadiotis

Erstmals Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet, erfuhr die Edelherberge am Russell Square vor einigen Jahren eine umfassende Modernisierung und wurde 2018 wiedereröffnet. Lichtplanungsbüro Lighting Design International (LDI) zeichnete verantwortlich für die gesamte Innen- und Außenbeleuchtung. Um in der Außenwirkung ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen, beschränkte sich LDI im Wesentlichen auf leistungsstarke Lichttechnik aus dem Portfolio von LightGraphix und ACDC Lighting.

Abb.: Die fein abgestimmte Fassadenbeleuchtung bewirkt ein kontrastreiches Zusammenspiel von Licht und Schatten. Das Ergebnis ist beeindruckende Plastizität mit Fernwirkung, die zugleich einen Zugewinn für den urbanen Raum darstellt. Gavriil Papadiotis

Kleine Leuchten mit großem Effekt

Die Lichtplaner entwickelten ein zurückhaltendes Konzept, das mit einer optimal aufeinander abgestimmten Lichttechnik die Architektursprache der Fassade eindrucksvoll inszeniert. Dazu wurden in einer aufwändigen Testphase aus dem Katalog beider Hersteller die passenden Leuchten bedarfsgerecht evaluiert. Festgelegt waren eine Farbtemperatur von 2.700 K, ein hoher Farbwiedergabeindex sowie verschiedene Abstrahlcharakteristika, um die Terrakottafassade mit ihrer architektonischen Formenvielfalt bestmöglich in Szene zu setzen.

Da die denkmalgeschützte Fassade einen Eingriff in die Bausubstanz nicht erlaubte, fiel die Wahl auf leistungsstarke Aufbaustrahler, die sich dank ihrer minimalen Abmessungen, ihrer Leistungsstärke und Vielseitigkeit in der Anwendung nahezu unsichtbar auf der Fassade platzieren ließen. Kleine Strahler der Serie »LD 51« von LightGraphix inszenieren mit einem engen Abstrahlwinkel von 12° und niedriger Blendung effektvoll die großen Fenster und Architrave, wobei die justierbare Halterung unterschiedliche Winkel und Positionen für ein optimales Ergebnis mit minimalem Streulicht ermöglicht. Die Inszenierung der Säulen und Balkone übernehmen kompakte Strahler der Serie »LD 10238«, die mit ihrem leistungsstarken Output bis zu 891 Lumen auch Höhen über drei Meter homogen ausleuchten, dabei die Details sanft akzentuieren und aufgrund ihrer kleinen Bauform in der Ansicht ebenfalls nicht als additives Element auszumachen sind.

Abb.: Die klare Lichtführung verleiht der Fassade eine rhythmische Gliederung. Alle vertikalen Fassadenelemente werden durch engstrahlige Uplights hervorgehoben. Dabei bringt die Lichttemperatur von 2.700 K den warmen Ton der Terrakottaverkleidung zur Geltung. Gavriil Papadiotis
Abb.: Die kompakten Leuchten von LightGraphix und ACDC Lighting inszenieren lichtstark die Formenvielfalt der reich verzierten Fassade und bleiben in der Ansicht des Gebäudes dem Blick verborgen. Gavriil Papadiotis

Optische Fassadenunterteilung mit Licht

Die Illumination der vertikalen Fassadenelemente erfolgt über Leuchten von ACDC Lighting. Verschiedene Aufbauleuchten aus der Produktfamilie »Plaza« mit unterschiedlichen Abstrahlcharakteristika heben diese plastisch hervor, wobei die Farbtemperatur von 2.700 K den warmen Terrakottaton besonders gut zur Geltung bringt. Der durchgängige Rhythmus der Uplights bedurfte besonderer Aufmerksamkeit, um ein kontrastreiches Zusammenspiel von Licht und Schatten zu kreieren, das die Plastizität der Fassade gekonnt akzentuiert und das elegante Erscheinungsbild der Nobelherberge unterstreicht.

Nur die Haupteingänge werden durch Bodeneinbauleuchten inszeniert. Uplights mit einer tief eingelassenen Optik und bester Blendschutzqualität setzen die Eingänge brillant in Szene, ohne dass die Gäste beim Passieren eine störende Blendung wahrnehmen.

Abb.: Durch Schwenkbarkeit der LED-Einheiten konnten Unregelmäßigkeiten auf dem Befestigungsuntergrund leicht ausgeglichen und störendes Streulicht minimiert werden. Gavriil Papadiotis
Abb.: Alle Leuchten wurden im Vorfeld sorgfältig auf ihre optische Leistung getestet und da, wo nötig, mit einem Blendschutz versehen, um Irritationen für die Gäste wie auch für Passanten zu vermeiden. Gavriil Papadiotis

Kontrastreiche Architektur wirkungsvoll inszeniert

Mit nur wenigen minimalistischen Leuchten gelang Lighting Design International die effektvolle Inszenierung der reich verzierten Fassade. Beeindruckt das Kimpton Fitzroy schon tagsüber mit seiner imposanten Architektur, so wird das Bauwerk bei Dunkelheit durch die Außenbeleuchtung zu einem echten Eyecatcher und extravaganten Zugewinn für den städtischen Raum. Die Lichtchoreografie bewirkt ein kontrastreiches Zusammenspiel von Licht und Schatten und wahrt zugleich respektvoll den Charakter der beeindruckenden Gebäudearchitektur. 2019 wurde die gelungene Lichtkomposition mit dem renommierten IALD Radiance Award ausgezeichnet.

Weitere Informationen:

Lichtplanung: Lighting Design International, London (UK), www.lightingdesigninternational.com

Leuchten: ACDC Lighting, Lancashire (UK), www.acdclighting.com; Ecosense Lighting, Los Angeles (USA), www.ecosenselighting.com; LightGraphix Ltd, Kent (UK), www.lightgraphix.co.uk

Autorin: Katrin Labus, Niederlande

Fotos: Gavriil Papadiotis, gavriilux.com

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 9 | 2021

Erschienen am 25. November 2021