Planung
Licht 1 | 2022

Lichtlinien mit Signalwirkung

Innovative Beleuchtung im Volksbank-Areal Freiburg

Zentral und auch in der Dunkelheit unübersehbar: Wer aus dem Hauptbahnhof Freiburg tritt, schaut auf das neugestaltete Volksbank-Areal – und sieht einen Gebäudekomplex, dessen Fassade durch akzentuierte Lichtgestaltung wirksam unterstrichen wird.

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Abb.: Eine akzentuierte Lichtgestaltung hebt die Fassade des neuen Volksbank-Areals in Freiburg wirksam hervor. Jochen Stüber

Der Entwurf für das neugestaltete Volksbank-Areal stammt von Hadi Teherani Architects. Der Gebäudekomplex umfasst 43.000 m2 Bruttogeschossfläche; Platz genug für den genossenschaftlichen Finanzdienstleister Volksbank Freiburg, Stiftungen der Erzdiözese Freiburg, das St. Ursula-Gymnasium, das Hotel Courtyard by Marriott sowie weitere Unternehmen. Der gestalterische Anspruch bestand darin, verschiedene Akteure und Funktionen in einem stringenten Konzept zusammenzuführen. Dies betraf neben der Gebäudehülle auch das Interieur Design sowie die Lichtgestaltung innen und außen.

Fassade spiegelt den Schwarzwald wider

Daniel Walden von AG Licht hat das Lichtkonzept entwickelt und mit dem Architekten Hadi Teherani abgestimmt. Bereits ein Jahr vor Fertigstellung fanden verschiedene Bemusterungen mit Lichtlinien an der Außenseite des Gebäudes statt, um den gewünschten Effekt zu erproben: Denn die Lamellenstruktur der Fassaden spiegelt abstrakt die Idee von Bäumen wider und nimmt so das Thema des Schwarzwalds auf. Die eloxierten Aluminiumprofile sind nicht sichtbar mit dem Außenbau verankert. Um in den Lisenen außerdem Lichtlinien zu integrieren, wurden für die LED-Lichtlinien extra Profile gezogen. Der beschriebene vertikale Effekt wird im Eingangsbereich des Hotels durch horizontale Lichtlinien ergänzt. Allein an der Fassade illuminieren knapp 1000 laufende Meter dieser dimmbaren Lichtbänder den Gebäudekomplex.

Leuchtender Barcode im Inneren

Auf intelligente Weise und variantenreich finden die LED-Lichtlinien auch im Innern immer wieder Verwendung. In der Schalterhalle der Volksbank zieren sie als leuchtender Barcode die Decke des zweigeschossigen Raumes, im Bereich der Geldschalter sorgen sie durch ihre seitliche, senkrechte Anordnung für eine gleichmäßige Ausleuchtung der Terminals. Im Treppenaufgang des Hotels werden dank der Lichtlinien skulpturale Andeutungen von Baumstämmen subtil in Szene gesetzt.

Abb.: Im Bereich der Geldschalter sorgen Lichtlinien durch ihre seitliche, senkrechte Anordnung für eine gleichmäßige Ausleuchtung der Terminals. Jochen Stüber
Abb.: Für die Barcode-Decke in der Schalterhalle der Volksbank kommt die LED-Lichtlinie »LLF 18.23« zum Einsatz. Jochen Stüber
Abb.: Vor den Konferenzräumen sind Lichtlinien sowohl horizontal als auch vertikal in Decken und Wänden verbaut. Jochen Stüber

Harmonisch von innen und von außen

Doch es ging nicht nur um die angemessene Verbindung von innen und außen. Bei der Innengestaltung gelang es, trotz völlig unterschiedlicher Nutzungskonzepte, die Anzahl von Farben und Materialien zu begrenzen. Wiederkehrend wurden Grautöne sowie Eichenholz verwendet. Diese Art von Harmonie spiegelt sich auch in der fest verbauten Innenbeleuchtung, beschränkt auf einige wenige Produkte, ebenfalls von ADO Lights. Die gleichmäßige Beleuchtungsstärke und -qualität wird gewährleistet durch die LED »Gallery«: Elegante, dabei unauffällige Downlights, die als Dreier- und als Sechserleiste oder gar zwölffach in der Decke verbaut sind. Punktuell noch mehr Licht liefern an ausgewählten Stellen die LED-Spotlights »Aurora«.

Abb.: Die LED »Gallery« ist elegant, aber unauffällig und in dem Projekt als Dreier- und als Sechserleiste oder zwölffach in der Decke verbaut. Jochen Stüber

In unterschiedlichen Varianten erleben Nutzer die LED »Linargo«. Diese rechteckige Leuchte eignet sich für unterschiedliche Szenarien und Zwecke, denn sie lässt sich entweder in die Decke einbauen, wie etwa in der Aula des Gymnasiums, oder verbreitet das richtige Maß an Helligkeit auch als dezente, blendfreie Pendelleuchte etwa über einem Empfangstresen. Sie ist in unterschiedlichen Maßen lieferbar und kann zudem in viele gewünschte Formen gebracht werden. Das beste Beispiel dafür ist eine gebogene Ausführung als Kranz. Diese moderne Auffassung von Heiligenschein hat ADO Lights für die Kapelle des Gymnasiums realisiert.

Abb.: Der Aula des St. Ursula-Gymnasiums geben »Linargo« in Kombination mit Lichtlinie und den Downlights »Gallery« einen modernen Touch. Jochen Stüber
Abb.: Über dem Empfangstresen hängen Pendelleuchten »LED-Linargo«, die sorgfältig auf die Architektur abgestimmt sind. Jochen Stüber

Was Licht und das richtige Maß an Kreativität gemeinsam bewirken können, zeigt sich in der Zusammenarbeit von AG Licht, Hadi Teherani Architects und ADO Lights wie schon bei den Kranhäusern in Köln nun einmal mehr in Freiburg. Auf Wunsch der Volksbank hat der international tätige Architekt das Logo des Unternehmens behutsam und dabei zeitgenössisch interpretiert. Die neue Form zeigt sich stärker stilisiert, und zwar ebenfalls durch Lichtlinien. Damit verleihen nicht nur die vertikal verbauten LED-Lichtlinien an der Außenwand, sondern auch das 4,25 Meter breite und 3,5 Meter hohe Logo dem Volksbank-Gebäudeensemble einen unverwechselbaren, weithin sichtbaren Look.

Weitere Informationen:

Architektur: Hadi Teherani Architects, Hamburg, www.haditeherani.com

Lichtkonzept und Lichtplanung: AG Licht, Köln, www.aglicht.de

Leuchten: ADO Lights, Euskirchen, www.ado-lights.de

Fotos: Jochen Stüber

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 1 | 2022

Erschienen am 25. Februar 2022