Design
Licht 6 | 2019

Lichtkunst auf der Biennale

Venedig feiert zum 58. Mal den großen Kunst-Event

»May we live in interesting times« heißt das Motto der diesjährigen »La Biennale di Venezia Arte« in der italienischen Lagunenstadt. Noch bis zum 24. November ist die umfangreiche Ausstellung zu sehen. LICHT-Redakteurin Andrea Mende hat dort auch Lichtkunst entdeckt.

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Jährlich wechselt sich die Architektur- mit der Kunst-Biennale in Venedig ab, 2019 wurden 79 Künstler dafür eingeladen. 90 Nationen sind an der 58. Internationalen Kunst-Ausstellung beteiligt, die Ralph Rugoff kuratiert hat. »Arsenale« und »Giardini« sind die zwei zentralen Veranstaltungsorte, parallel sind weitere Ausstellungen in der Stadt zu finden.

Arsenale: Lichtgestalt

In seinen Werken beschäftigt sich der auf den Bahamas geborene Tavares Strachan häufig mit dem Thema Raumfahrt. Die im »Arsenale« gezeigte Installation bezieht sich auf seine Recherche zu Robert Henry Lawrence Jr., den afroamerikanischen Piloten und Astronauten, der 1967 bei einem Trainingsflug ums Leben kam. Tavares Strachan stellte fest, dass dies in der Raumfahrtgeschichte der USA über lange Zeit kaum eine Wahrnehmung fand. Seine Neonlicht-Arbeit besteht aus einem Text und einem schwebenden Skelett.

Arsenale & Giardini: Leuchtkokons

Die koreanisch-amerikanische Künstlerin Anicka Yi stellt im »Arsenale« und bei »Giardini« aus. Ihr Beitrag »Biologizing the Machine« dreht sich um die Frage, wie neue Wege der Kommunikation zwischen künstlicher Intelligenz und organischen Lebensformen entstehen könnten. »Arsenale« zeigt leuchtende Kokons aus Seetang, in denen künstliche Insekten umherflattern.

Personal Structures, Palazzo Mora: Licht & Wasser

Teil der Ausstellung »Personal Structures – Identities« im Palazzo Mora ist Joseph McDonnells »Waterfall«, eine Installation aus transparenten Würfeln aus Muranoglas, die die Glasbläser der Manufaktur Salviati hergestellt haben. Die Kuben sind teilweise beleuchtet und sollen an einen natürlichen Wasserfall erinnern.

Venice Design, Palazzo Michiel: Textiles Neon

Suzanne Tick, Mary Wallis und Richard Roepnack kreierten eine Skulptur aus verwobenen Neonlichtsträngen, Silikon und Aluminium. Sie wurde konzipiert als Kunstobjekt für das Atrium eines Firmensitzes, das in Venedig präsentierte Werk zeigt dessen Aufbau und Funktionsweise. Suzanne Tick ist Künstlerin und Textilweberin, Mary Wallis ist Lichtdesignerin, Richard Roepnack hat den Spezialrahmen konstruiert.

Das European Cultural Centre (ECC) organisiert die Ausstellungen »Personal Structures« im Palazzo Mora (s. auch Seite 96) und »Venice Design« im Palazzo Michiel.

Weitere Informationen:

www.labiennale.org/en

www.ecc-italy.eu

www.europeanculturalcentre.eu

www.salviati.com

www.artemide.com

Autorin: Andrea Mende, freie Redakteurin, Leipzig

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 6 | 2019

Erschienen am 26. August 2019